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Region Amberg
Donnerstag, 26. April 2018 13° 2

Kultur

Ein hinreißender Abend im Stadttheater

Das Amberger Sinfonieorchester mit Thomas Appel ließ mit Solistin Mirjam Alards im Stadttheater keinen Wunsch offen.
Von Rolf-Dieter Reichert

Mirjam Alards kam um eine Zugabe nicht herum – wofür das Amberger Publikum mit anhaltendem Applaus dankte. Foto: arr

Amberg.Klassische Töne für das neue Jahr brachte das Amberger Sinfonieorchester unter der Leitung von Thomas Appel im ausverkauften Stadttheater zu Gehör. Am Anfang stand die Symphonie D-Dur (D4) von Johann B. Vanhal. Vanhal wurde als Sohn eines Bauern 1739 in Neu-Nechanitz (Ostböhmen) geboren. 1761 begann seine Ausbildung in Wien, ab 1769 hielt er sich in Italien auf, wo er mit dem Komponieren von Opern begann. Ab 1780 ließ er sich in Wien nieder, wo er 1813 starb.

Zu seinen mehr als 1300 Kompositionen zählen 73 Symphonien. Selten gespielt: die Symphonie D-Dur, die auch mit Trompeten und Hörnern besetzt ist. Im Folgenden Allegro moderato – Andante konnte das Orchester die Erwartungen, die es mit der Symphonie geweckt hatte, nicht ganz erfüllen.

Ein hochromantischer Komponist

Streicher des Sinfonieorchesters Foto: arr

Dies wurde gekonnt mit dem Allegro – Menuett (con Trio) wieder gut gemacht, was der Applaus des Publikums nur unterstrich. Jetzt folgte von Franz Strauss, geboren im Jahr 1822 in Parkstein bei Weiden in der Oberpfalz, das Konzert für Horn und Orchester in c-Moll (op. 8) Allegro – Andante – Allegro moderato. Schon früh in seiner Jugend wurde Franz Strauss (Vater von Richard Strauss) musikalisch geprägt. Er trat schon als kleiner Junge in Gaststätten auf und wurde so früh mit den Härten des Musikerlebens vertraut. Mit 15 Jahren wurde er Musiker in der Hofkapelle von Herzog Max, wo er später das Solohorn übernahm. Es folgte die Stelle als Hornist der Königlich Bayerischen Hofkapelle München. Aus der Ehe mit der Tochter des „Brauerkönigs“ Pschorr wurde Sohn Richard geboren, der später als hochromantischer Komponist berühmt wurde. Franz Strauss komponierte das Hornkonzert Nr. 8 in c-Moll 1865, gestorben ist er 1905 in München.

Solohornistin an Staatsphilharmonie

Am Kontrabass Foto: arr

Als Solistin spielte Mirjam Alards, geboren in den Niederlanden, Ausbildung u.a. am Konservatorium in Maastricht 2008, in Hamburg bis 2011 zum „Master of Arts“. Ab 2009 war sie stellvertretende Solohornistin am Mainfranken Theater in Würzburg, seit Ende 2009 ist sie Solohornistin an der Staatsphilharmonie in Würzburg. Sie ist ein gerngesehener Gast bei zahlreichen Orchestern. Ihre Darbietung kam beim Publikum so gut an, dass sie eine Zugabe spielen musste, was das Publikum mit langanhaltendem Applaus bedachte.

Nach der Pause wurde es romantisch mit „Donna Diana oder Stolz und Liebe“ von Emil Nikolaus von Reznicek. Er komponierte die Oper 1894. Auch das Libretto, das zur Aufführung gelangte, stammt aus seiner Feder. Die Handlung der Oper spielt im 13. Jahrhundert.

Klicken Sie sich hier durch unsere Bildergalerie vom Konzert des Sinfonieorchesters:

Ein hinreißender Abend im Stadttheater

Auf den Jahreswechsel stimmten die „Polowetzer Tänze“ von Alexander Borodin (1833 – 1887) aus der Oper „Fürst Igor“ ein. Die vorgetragene Version ist eigens für Orchester bearbeitet. Es wurden die Tänze Nr. 8 und 17 gespielt. Zum Abschluss erklang die Ouvertüre aus „Die diebische Elster“ von Gioacchino Rossini (1792 – 1868). Mitreißende Klänge, die das Zeug zum „Gassenhauer“ hätten, wäre das Publikum so leicht zufriedenzustellen gewesen. Der mindestens fünfminütige Applaus rief den Dirigenten und das Orchester auf die Bühne, zur ersten Zugabe.

Dann gab es doch einen Ohrwurm

Warten auf den Einsatz vor der Pauke Foto: arr

Es wurde – passend zur ablaufenden Zeit – die „Tick Tack Polka“ aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johan Strauss (Sohn) gegeben, sie stimmte auf den Jahreswechsel ein. Es zeigte sich, dass die Musiker nicht nur ihre Instrumente beherrschten, sie konnten auch singen – zumindest „Tick Tack“. Aber das Publikum gab keine Ruhe, und zu guter Letzt gab es dann doch noch einen „Ohrwurm“, den so mancher Gast auch auf dem Nachhauseweg vor sich hin gesummt, gebrummt und gepfiffen haben wird: der „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater). Der versierte Dirigent Thomas Appel zeigt hier, dass er auch ein volles Haus dirigieren kann: Das obligatorische Klatschen fiel absolut rhythmisch, aus und auch die Lautstärke ließ nichts zu wünschen übrig.

Ein gelungenes Konzert mit einer Hornistin, die Ihresgleichen sucht. Und von diesen professionellen Musikern, unter der Leitung eines hervorragenden Thomas Appel, wurde ein Konzert geboten, dass keiner der vielen Besucher so schnell vergessen wird.

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