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Ausstellung

Ein Selbstporträt in vielen Bildern

Die Künstlerin Evi Steiner-Böhm zeigt auf dem Wunderhof in Eckertsfeld ihre Werke. Es ist eine Autobiografie in Bildern.

Die Künstlerin Evi Steiner-Böhm lädt zu ihrer Ausstellung ein. Foto: Böhm
Die Künstlerin Evi Steiner-Böhm lädt zu ihrer Ausstellung ein. Foto: Böhm

Birgland.Seit jeher ist es die Kunst, die Zeitströmungen vorausahnt, gesellschaftliche Entwicklungen dokumentiert und für andere sichtbar macht. Aber auch die Künstler selbst bestimmen mit ihrer künstlerischen Arbeit den eigenen Standort. Woher komme ich? Wo bin ich? Wohin gehe ich? Das sind Fragen, die sie sich immer wieder mit Selbstporträts beantwortet haben.

Evi Steiner-Böhm, Jahrgang 1956, zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung in der Kunstgalerie auf dem Wunderhof in Eckertsfeld eine Autobiografie in Bildern. Den Beginn machen drei großformatige Arbeiten, die sie als Kind mit ihren Geschwistern zeigt, den „wichtigsten Bezugspersonen im Leben eines Kindes neben Eltern und anderen Familienmitgliedern“, wie es im Ausstellungstext heißt. Da ist sie als „Kind mit drei Jahren“, dann mit dem großen Bruder, den sie sich als Vorbild nimmt und mit der kleinen Schwester, für die sie selbst Verantwortung übernimmt.

Die Vorzeichnung, die jeweils als blinde Konturenzeichnung angefertigt wurde, lässt Verzerrungen entstehen, die unbewusste Gefühle sichtbar macht, heißt es von der Künstlerin. Die reduzierte Farbpalette entspreche dabei der unscharfen Erinnerung an diese Zeit. Entstanden sind diese Arbeiten im Rahmen ihrer Ausbildung in Kunsttherapie.

Bilder aus der Zeit als Ehefrau und Mutter lassen den inneren Konflikt erahnen, zwischen dem Eingepasstsein in die traditionelle Rolle der Hausfrau und einem eigenständigen, selbstbestimmten Leben, das damals für Frauen langsam möglich wurde. Der impressionistische Stil wandelt sich hier immer mehr zu einem expressiven Farbausdruck, erklärt Künstlerin Evi Steiner-Böhm.

Die intensive Beschäftigung mit der eigenen Geschichte, der Rolle der Religionen, aber auch der gesellschaftlichen Entwicklung, mündet schließlich in dem Entschluss, mit dem Aufbau eines eigenen Künstlerhofs ihr Leben völlig neu auszurichten.

Die Rückkehr zur Natur im Dorf ihrer Kindheit, dokumentiert in dem Bild „Die Nacht im Wald“, hilft ihr in dieser Zeit, sich völlig neu zu erfinden. „Groß und Klein“ zeigt sie als ältere Frau vor ihrem Porträt als fünfjähriges Kind mit einem neuen Blick auf sich selbst. Das „Kind mit 83 Jahren“ entstand zeitgleich mit dem „Kind mit drei Jahren“ wieder als blinde Konturenzeichnung und, wie sie selber sagt, entspricht auch heute noch dem Bild, von der, die sie hofft, dann zu sein: einer energischen, wachen Frau, die ihr Leben lang hart gearbeitet hat und immer noch Lust auf morgen hat.

Die Ausstellung ist bis 12. Oktober 2018 zu sehen. Kunstgalerie und Atelier auf dem Wunderhof sind immer freitags von 15 bis 18 Uhr geöffnet (außer Schulferien). Größere Gruppen können auch an anderen Tagen nach Vereinbarung kommen. Weitere Informationen unter www.wunderhof.de.

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