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Kultur

Ein Spiel erobert die Welt

In Amberg finden sich viele „Mensch-ärgere-Dich-nicht“-Spuren. Seit Sonntag gibt es auch eine Dauerausstellung im Stadtmuseum.
Von Gerd Spies

Das beliebte Brettspiel und ihr Amberger Erfinder Josef Friedrich Schmidt sind Thema einer Dauerausstellung im Stadtmuseum. Foto: Gerd Spies
Das beliebte Brettspiel und ihr Amberger Erfinder Josef Friedrich Schmidt sind Thema einer Dauerausstellung im Stadtmuseum. Foto: Gerd Spies

Amberg.Am Anfang, im Januar 2015, stand lediglich eine Anfrage an den Amberger Stadtarchivar: „Wo stand eigentlich das Geburtshaus des Spiele-Erfinders Josef Friedrich Schmidt?“ Heute finden sich überall in Amberg Spuren von ihm. Jetzt sogar im Stadtmuseum.

Es war Brigitte Netta, die diese Frage umtrieb. Seitdem ließen das Brettspiel und ihr Erfinder die Bürgermeisterin nicht mehr los. Inzwischen, vier Jahre später, wurde Amberg zur „Mensch-ärgere-Dich-nicht-Hauptstadt“, hält zwei Weltrekorde, gibt es eine extra Stadtführung und jetzt auch eine Dauerausstellung. Brigitte Netta und ihre Mitstreiterinnen schafften es, dass dieser Amberger Virus sogar das Stadtmuseum erfasste. Seit Sonntag kann man hier eine Dauerausstellung bewundern. In ihr ist alles zu sehen, was Museumsleiterin Judith von Rauchbauer und ihr Team über das beliebte Amberger Brettspiel und seinen Erfinder zusammengetragen haben.

Es begann in der Georgenstraße

In der Georgenstraße 63, direkt am Malteserplatz, steht das Geburtshaus von Josef Friedrich Schmidt, wo er am 24. November 1871 geboren wurde. Das ergaben die Recherchen von Stadtarchivar Dr. Johannes Laschinger. Nach der Heirat 1894 zieht es den Sohn eines Vermessungsbeamten zuerst nach Würzburg, später nach München. Dort in seiner kleinen Wohnung entwickelt er 1907 das Spiel „Mensch ärgere Dich nicht“. Seine drei lebhaften Söhne waren der Anlass, ein Spielfeld in Kreuzform auf eine Hutschachtel zu zeichnen, um für sie einen spannenden Zeitvertreib zu schaffen.

Die Ausstellung

  • Dauer:

    Fünf Jahre lang, bis Oktober 2024, wird die Dauerausstellung im Amberger Stadtmuseum zu sehen sein.

  • Öffnungszeiten:

    Dienstag bis Freitag: 11 Uhr bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag: 11 Uhr bis 17 Uhr.

  • Online:

    Weitere Informationen zur Dauerausstellung gibt es auf der Homepage www.stadtmuseum-amberg.de.

„Das Geniale war der unterhaltsame Titel“, erklärte Judith von Rauchbauer bei der Ausstellungseröffnung. Von München begann spätestens nach dem Ersten Weltkrieg die Reise des Brettspiels um die ganze Welt. Bereits 1920 wurde es eine Million Mal gekauft. Heute gibt es mehr als 90 Millionen Exemplare des Spiels. „Das Brettspiel ist trotz zahlreicher Computerspiele heute immer noch sehr beliebt“, lautet die Auskunft von „Schmidt Spiele“, dem Herausgeber mit Sitz in Berlin. Aus Sicht der Museumsleiterin sind es die besonders einfachen Spielregeln, die dafür sorgten, dass in fast jedem deutschen Haushalt das Amberger Spiel zu finden ist.

Es ist auf die Initiative von Brigitte Netta zurückzuführen, dass die Geburtsstadt des Spiele-Erfinders inzwischen zwei Weltrekorde aufgestellt hat, überall in Amberg Spuren von Josef Friedrich Schmidt zu sehen sind. Seit 2016 kann man auf der altstadtnahen Bleichwiese neben dem ACC auf einer XL-Version spielen. Dank einer gemeinsamen Aktion der Amberger Stadtwerke und dem Betriebshof wurde ein Freiluft-Spielfeld gepflastert. Im gleichen Jahr wurde am Geburtshaus in der heutigen Georgenstraße 63 eine Gedenktafel angebracht. Dr. Johannes Laschinger und Hannelore Zapf entwickelten eine eigene Stadtführung mit dem Thema „Auf den Spuren von Josef Friedrich Schmidt“.

Riesiges Spielbrett

Noch heute finden sich am Marktplatz letzte Farbspuren vom Großereignis am 29. Juli 2017, als die Stadt Amberg den Weltrekord aufstellte. 1692 Menschen spielten damals an 375 Spielbrettern gleichzeitig „Mensch ärgere Dich nicht“. Knapp ein Jahr später stellte die Studierenden-Vertretung der OTH Amberg-Weiden einen zweiten Weltrekord auf, indem sie das größte Spielfeld der Welt mit fast 4000 Quadratmeter auf dem Campus der OTH anlegte.

Seit 2018 gibt es sogar eine Sonderausgabe des Spiels mit den vier Amberger Stadttoren. Jetzt haben Judith von Rauchbauer und ihr Team eine Dauerausstellung im Stadtmuseum eingerichtet. Es zeigt den Siegeszug des beliebten Brettspiels um die ganze Welt.

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