MyMz
Anzeige

Wirtschaft

„Ein Unternehmer par excellence“

Das Elektrounternehmen Hardy Barth ist mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Amberg und des Landkreises ausgezeichnet worden.
Von Gerd Spies

Hardy Barth, Ehefrau Alexandra (M.), Oberbürgermeister Cerny, Andreas Reindl (VR-Bank), Landrat Reisinger und Dieter Paintner (VR-Bank, von links) Foto: Gerd Spies
Hardy Barth, Ehefrau Alexandra (M.), Oberbürgermeister Cerny, Andreas Reindl (VR-Bank), Landrat Reisinger und Dieter Paintner (VR-Bank, von links) Foto: Gerd Spies

Amberg.Zwei außergewöhnliche Persönlichkeiten mit rekordverdächtigen Leistungen in ihrem Metier erlebten die zahlreichen Zuschauer im vollbesetzten ACC bei der Verleihung des Wirtschaftspreises. Preisträger Hardy Barth aus Schwend und Gastredner Joey Kelly, Musiker und Extremsportler, wiesen zudem Gemeinsamkeiten auf, die man auf den ersten Blick so nicht vermutete.

Beide Hauptdarsteller auf der Bühne sind erfolgreiche Unternehmer, beide sind Sportler, auch wenn sich Hardy Barth als Hobby-Volleyballer nicht zu den Extremsportlern zählen dürfte. Und beide verbindet die Liebe zur Elektro-Mobilität. „Mein nächstes Auto ist ein Elektro-Auto“, versprach Joey Kelly.

Elektro-Auto vor dem Portal

Hardy Barth mit Frau und Töchtern Foto: Gerd Spies
Hardy Barth mit Frau und Töchtern Foto: Gerd Spies

Schon am Eingang ins ACC konnte man erahnen, wer in diesem Jahr den Wirtschaftspreis der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach erhält. Ein Elektro-Auto Marke Tesla mit dem Kennzeichen AS-HB stand vor dem Portal. Es ist eines von fünf E-Fahrzeugen aus dem Fuhrpark des Elektrounternehmens Hardy Barth in Schwend, das die große Leidenschaft des Firmeninhabers belegt: die Elektromobilität! Bereits zum 20. Mal verleiht die Amberger Volks- und Raiffeisenbank den „Wirtschaftspreis“ an Unternehmen aus der Region mit herausragender Bedeutung. In diesem Jahr entschied sich das neunköpfige Gremium einstimmig für das Unternehmen „EDV- und Elektrotechnik Hardy Barth GmbH“ aus Schwend, gaben Dieter Paintner und Andreas Reindl, die beiden Vorstände der VR-Bank in Amberg, bekannt. „Wer seit Jahrzehnten erfolgreich produziert, innovative Ideen hat und erfolgreich auf Expansionskurs ist, verdient diese besondere Auszeichnung“, erklärte Vorstand Dieter Paintner.

Landrat Richard Reisinger hielt die Laudatio

Da das Unternehmen von Hardy Barth in Schwend angesiedelt ist, also im Landkreis Amberg-Sulzbach, durfte dieses Mal Landrat Richard Reisinger die Laudatio halten, die – wie könnte es anders sein bei ihm – sehr launig und gespickt mit rhetorisch feingeschliffenem Humor war. Schon allein die aus Sicht des Landrats außergewöhnliche Länge der Rede durfte der Preisträger als besondere Wertschätzung empfinden. Mit dem „Unternehmer par excellence“, wie Reisinger Hardy Barth bezeichnete, verbinde ihn sehr viel. Nicht nur dass dieser das E-Mobilitätskonzept des Landkreises mitgestaltet hat, Hardy Barth und Seniorchef Barth „turnten“ auch schon auf seinem Hausdach herum, um die 7,3 KW-Photovoltaik-Anlage zu montieren.

„Investieren wir in Solaranlagen und E-Autos, eine ideale Kombination zum Schutz unseren Klimas.“

Hardy Barth, Unternehmer

Photovoltaik ist eine der Leidenschaften von Hardy Barth. „Investieren wir in Solaranlagen und E-Autos, eine ideale Kombination zum Schutz unseren Klimas“, fordert der Unternehmer. Selbst der Ex-VW-Vorstandsvorsitzende Ferdinand Piëch fährt inzwischen ein E-Auto, lädt es mit Hilfe einer Ladesäule aus Schwend, erzählt Hardy Barth. Dass hinter einem starken Unternehmen in der Regel eine starke Frau steht, weiß man in der Wirtschaft. Das ist bei Hardy Barth nicht anders. Deshalb bedankt er sich bei seiner Alexandra, die ihm nicht nur die geringe Zeit für die Familie nachsieht, sondern ihm auch als Beraterin bei wichtigen Entscheidungen zur Seite steht. Aus dem ersten Leitspruch seiner Firma „Probleme, Fragen, Kummer – wähle einfach Hardy`s Nummer“ ist inzwischen der Firmen-Slogan „Wir machen Strom sichtbar“ geworden. Besser kann der Wandel vom Ein-Mann-Betrieb zum expandierenden Elektro-Unternehmen der Zukunft nicht beschrieben werden.

Der Preisträger Hardy Barth

  • Lebensgeschichte:

    Geboren am 1. Mai 1975 in Thüringen flüchteten Hardy Barths Eltern 1980 mit ihm aus der damaligen DDR, landeten schließlich in Schwend (Kreis Birgland). Nach dem Hauptschulabschluss lernte er Elektroinstallateur, absolvierte die Meisterprüfung. Im Jahr 2000 machte er sich selbständig, 2001 stellte er den ersten Mitarbeiter ein. Mittlerweile beschäftigt der Betrieb 35 Mitarbeiter.

  • Das Unternehmen:

    In drei Firmensparten untergliedert sich das Unternehmen. Auf dem Feld EDV beraten und installieren Spezialisten zum Beispiel Hardware- und Software-Lösungen. Auf dem Feld Elektro bietet das Unternehmen z. B. komplette Hausinstallationen an. Und auf dem Feld Energie plant und installiert das Unternehmen z. B. eine PV-Anlage auf das Dach des Eigenheims für den Eigenverbrauch.

Der „Rebell der kelly family“, Joey Kelly, begeisterte mit seinem Vortrag die Zuhörer. Schon einmal, vor 25 Jahren, jubelte ihm das Amberger Publikum zu, beim Auftritt mit der kelly family auf dem Marktplatz. Über 20 Millionen Tonträger verkaufte die Musikgruppe, wobei Joey selber sagt: „Ich würde nie auf die Idee kommen, meine Musik zu kaufen.“

Dabei fing das „Märchen“ der kelly familiy ganz anders an. Vor 40 Jahren ist die vielköpfige Familie nach Italien ausgereist, wo ihnen alles gestohlen wurde. Völlig mittellos begann die Familie Straßenmusik zu machen, was im Laufe der Zeit ein ziemlich einträgliches Geschäft wurde. „An manchen Tagen verdienten wir bis zu 30 000 Euro“, erzählte Joey. „Glück ist kein Zufall“, lautete auch das Lebensmotto seines Vaters. Der große musikalische Durchbruch der kelly family kam 1994. Sie füllten plötzlich Stadien, ihre Lieder landeten in den Charts.

Mit einer Wette fing es an

Musiker und Extremsportler Joey Kelly Foto: Gerd Spies
Musiker und Extremsportler Joey Kelly Foto: Gerd Spies

Die Liebe zum Ausdauersport begann bei Joey mit einer Wette. Erstmals startete er Anfang der 90er Jahre bei einem Kurz-Triathlon in Roth, wurde natürlich Letzter. Aber von da an packte ihn die Leidenschaft zum Ausdauersport. Er erzielte Ausdauerleistungen, die kein Mensch vor ihm schaffte. Acht Ironmans absolvierte er in zwölf Monaten. Er nahm an den härtesten Rennen der Welt teil, dem Ultraman auf Hawaii, dem Badwater-Run im Death Valley, der 400 km langen Expedition zum Südpol, gemeinsam mit Markus Lanz. In 17 Tagen und 23 Stunden legte er die 875 lange Strecke von Wilhelmshaven bis zum Gipfel der Zugspitze zurück. 9,24 Euro, sagt er, habe ihm der ganze Spaß gekostet. „Das ganze Leben ist ein Marathon“, heißt sein Lebensmotto.

Immer verbindet Joey Kelly seine spektakulären Extremtouren mit Benefiz-Aktionen. Allein in den letzten drei Jahren sammelte er nach eigenen Angaben drei Millionen Euro an Spenden ein. Und Kelly hat noch längst nicht genug. Mit seinem 18-jährigen Sohn will er jetzt nach China fahren, mit einem vorrosteten VW Bulli, ohne einen Cent. Zuzutrauen ist es ihm, schließlich ist ja alles „nur eine Sache des Kopfes, eine Frage der Selbstüberwindung“, sagt er.

Mehr Nachrichten aus Amberg lesen Sie hier.

Erhalten Sie täglich die aktuellsten Nachrichten aus der Region bequem via WhatsApp auf Ihr Smartphone. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht