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Initiative

Eine Entdeckungsreise in die Natur

Schüler der Amberger Dreifaltigkeitsschule erleben an zwei Tagen die Tier- und Pflanzenwelt im Naturpark Hirschwald.
Von Christian Danzer

Viel Spaß hatten die Kinder beim Entdecken von Pflanzen und Tieren im Naturpark Hirschwald. Foto: Danzer
Viel Spaß hatten die Kinder beim Entdecken von Pflanzen und Tieren im Naturpark Hirschwald. Foto: Danzer

Amberg.Tief schauen die Schüler ins Glas. Vor allem Feuerwanzen können sie in ihren Vergrößerungsgläsern mit den grünen Schraubdeckeln und Lupen bewundern. „Ich hab’ eine Spinne“, „Hier ist ein ganzes Nest“ oder „Ich hab eine Schnecke“ schallt es durch den Wald. Insekten zu finden spornt Schüler schon ganz von selbst an, den Wald kennenzulernen.

Es war ein strahlender Montagnachmittag, an dem die vierte Klasse der Dreifaltigkeitsschule Amberg im Kloster Ensdorf zur ersten Klassenfahrt in den Naturpark Hirschwald ankam. Die Geschäftsführerin des Naturparks, Isabel Lautenschlager, hieß die Schüler willkommen und dankte dem Unternehmen Kaufland für das Sponsoring. Mindestens 50 Schulklassen können zwischen März und Oktober eine Klassenfahrt in einen der mehr als 100 Naturparke in Deutschland fahren – auch der Naturpark Hirschwald wurde ausgewählt.

Entdeckerwesten für alle

Eva Nußbaumer und Lehrer Markus Kraus führen durch den blinden Seilweg. Foto: Danzer
Eva Nußbaumer und Lehrer Markus Kraus führen durch den blinden Seilweg. Foto: Danzer

Ambergs Bürgermeister Martin Preuß wünschte den Kindern, dass sie „möglichst viel von dem, was in den Tagen passiert“, aufnehmen können. Und Pater Christian Liebenstein erinnerte daran, genau „auf den Wald zu achten“, so dass der Wald auch für spätere Generationen anzusehen ist.

Dann wurden die „Naturpark-Entdeckerwesten“ von Naturpädagogin Eva Nußbaumer und der Leiterin der Umweltstation in Ensdorf, Melanie Hahn, an die Schüler verteilt. Sie sind die ersten, die sie tragen durften. Außerdem wurden sie mit Blöcken, Stiften, Lupen, Pinzette und den Vergrößerungsgläsern bewaffnet. Lautenschlager erklärte: „Ein Ziel des Ausflugs ist, Kindern Naturerlebnisse zu vermitteln.“ Der Anreisetag war daher der „Waldpädagogik-Tag“.

Mehr Eindrücke von den Erlebnissen der Kinder sehen Sie hier in unserer Bilderstrecke!

Kinder im Naturparkl

Auf alle Sinne achten

Die erste Herausforderung für die Schüler: Mit Augenbinden mussten sie sich an einem Seil entlang durch den Wald tasten, um zum Ziel zu kommen. „Wie schön weich das ist“, rief ein Schüler begeistert. Am Seil hatte Nußbaumer Gegenstände wie Absperrband oder Korken angebunden.

Neben dem Aspekt, die Kinder zu beruhigen, so dass sie die Natur wahrnehmen können, „war uns wichtig, sie dafür zu sensibilisieren, was nicht in den Wald gehört“, wie Lautenschlager weiter erklärte. Außerdem sollten die Schüler lernen, auf mehr Sinne als den Sehsinn zu achten. Nussbaumer schilderte: „Heute haben wir sehr viele glatte Oberflächen und Bildschirme im Alltag.“ Der Tastsinn zum Beispiel käme da oft zu kurz.

Aktivitäten der Kinder

  • Blinder Spaziergang

    Eva Nußbaumer und Lehrer Markus Kraus führten die „blinden“ Kinder durch den Seilweg. Lehrer Markus Kraus freute sich über die dargebotene Möglichkeit mit den Naturparktagen: „Wir haben viele Kinder, die sehr selten in der Natur sind.“

  • Großer Kreislauf

    Eva Nußbaumer erklärte: „Wenn es nicht so viele Insekten im Wald gäbe, würden die Blätter im Wald immer mehr werden.“ Der Wald sei wie ein großer Kreislauf: Das Insekt werde von einer Maus gefressen, die Maus von einem Fuchs und der dann vielleicht von einem Bären.

  • Neues Wissen

    Entdecken konnten die Kinder, wie hier Lana, auch die Wege von Wasser in die Äste. Indem Seifenlauge und Wasser auf eine Holzscheibe mit Verästelung gelegt wurde, konnte der Fluss des Wassers durch den Stamm in die Äste dargestellt werden.

  • Schatzsuche

    Spannend war die Suche nach einer Schatzkiste. Um sie zu finden, mussten die Kinder aber zuerst die Fußabdrücke der Tiere lernen. Als sie schließlich den Fährten der Rehe, Wildschweine, Dachse und Fuchse folgen konnten, fanden die Schüler ihre Waldmedaillen. (kcd)

Bei den nächsten beiden Aufgaben konnten die Schüler den Wald sehr genau erkunden: Zum einen mussten vorgegebene Blätter eingesammelt und zum anderen möglichst viele verschiedene Insekten gefunden werden. Nach einigem „Ich hab sogar sieben gefangen“, „Schauen Sie, Herr Kraus, das ist ein ganz besonderer“ und „Die paaren sich ja da drin“ wurden die Insekten wieder freigelassen.

Gesunde Lebensweise fördern

Liviana und Lana sind stolz auf ihre Medaillen. Foto: Danzer
Liviana und Lana sind stolz auf ihre Medaillen. Foto: Danzer

Das zweite Ziel der Aktion: Kinder für eine gesunde Ernährung und Lebensweise sowie für die Wertschätzung von regionale Lebensmitteln zu sensibilisieren. Deshalb wird der Folgetag unter dem Motto „Ernährung – Gesundes aus der Natur“ stehen. Am Vormittag werden die Kinder verschiedene saisonale Wildkräuter kennenlernen und sammeln. Schon zum Mittagessen werden sie diese, verarbeitet in Kräuterquark oder -pizza, kosten können. Nachmittags werden sie die Imkerei im Kloster besuchen und abends im Klosterhof an einem Lagerfeuer Stockbrot essen.

Und plötzlich quollen Seifenblasen aus einem Baumstamm: Nußbaumer führte die Transportwege von Wasser in die Äste vor. Ein großes „Ich will auch“ war natürlich die Folge. Zum Glück waren genug Holzscheiben und genug Seife vorbereitet. Am Abend stand noch ein Besuch im Fledermaushaus in Hohenburg an, wo die Kinder sogar den abendlichen Ausflug zur Jagd erleben durften.

Die Fahrt wird im Unterricht nachbereitet. Die Betreuer vom Naturpark Hirschwald und der Umweltstation Kloster Ensdorf kommen in die Klasse und basteln mit den Kindern mit dem beim Ausflug gesammelten Naturmaterial und gestalten ein Poster.

Mehr über den Naturpark Hirschwald finden Sie hier in unserem MZ-Spezial!

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