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Kultur

Eine unterhaltsame Krimi-Show

Jörg Steinleitner stellte bei Kunst – Kultur – Kümmersbruck in der Gemeindebibliothek seinen Roman „Blutige Beichte“ vor.

Jörg Steinleitner bei seiner Krimi-Show Foto: aeu
Jörg Steinleitner bei seiner Krimi-Show Foto: aeu

Kümmersbruck. Es passieren merkwürdige Dinge: Karl Zimmerschied, dezent angegraut, ist Präsident des LKA (Landeskriminalamts) in München. Anonym auftauchende Botschaften wie „Fühl dich nicht zu sicher“ oder „Dein Stuhl wackelt“ an seinem Auto lassen den LKA-Chef vermuten, noch dazu wo er ein Sicherheitskonzept für den Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump erarbeiten soll, dass er Opfer des amerikanischen Abhördienstes sein könnte.

Zimmerschied ermittelt. Mitten in München wurde parallel dazu ein Vertreter des Ministerpräsidenten ermordet. Letztlich gibt’s noch weitere Absonderlichkeiten: Handgranaten kommen gar ins Spiel und Maschinengewehre. Daraus konstruierte der Autor Jörg Steinleitner, Jahrgang 1971, studierter Jurist, Lehrer, Journalist, geboren in Immenstadt, eine überraschende Krimi-Handlung mit ebenso verblüffenden Wendungen und einem Schuss Humor. Steinleitner war am Freitagabend im Rahmen von Kunst – Kultur – Kümmersbruck in der gemeindlichen Bibliothek zu Gast, um sein Buch „Blutige Beichte“ vorzustellen. Nicht nur einfach „daraus vorlesen“, nein, Steinleitner ließ den Besucher der Lesung mit dem Ermittler im Landeskriminalamt auf der Leinwand fahnden. Zugleich nutzte Steinleitner temperamentvoll die Möglichkeit der Projektion, um sein Schaffen von real existierenden LKA-Mitarbeitern kritisch beurteilen zu lassen. Ein Hin und Her von Dichtung und Wirklichkeit erwartete die Besucher bei der „Blutigen Beichte“. Texte, Filme, Interviews und akustische Signale luden das Publikum zur Fahndung ein. Je nach dem setzte Steinleitner die einzelnen Medien auf der Leinwand geschickt ein, selbst ein Akkordeon wurde von ihm als Effekt eingesetzt, um den Zuhörern den Fortgang der Verbrechensserie erahnen zu lassen. Viele Fragen taten sich auf, wie es sie nun mal in einem Krimi gibt, die Frage aller Fragen aber hat Steinleitner dann doch nicht beantwortet: Wie Fahndung und Verfolgung ausgehen. War auch nicht beabsichtigt, schließlich soll ja sein Buch gekauft und gelesen werden. Kunst – Kultur – Kümmersbruck ist mal einen anderen Weg einer Buchpräsentation gegangen, es war schon richtig, die Präsentation als „Krimi-Show“ anzukündigen, war es ja dann auch neben der Lesung. (aeu)

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