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Versammlung

Einsatz für „grünes Juwel“

Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht befragt die Parteien zu Zukunftsthemen. Zwei Ehrenmitglieder wurden ernannt.

Manfred Lehner, Heinz Meinl, Gabriele Fritz, Horst Kraus, Alfons Wanninger (von rechts, ohne Christian Kätzlmeier) Foto: Eduard Hanauer
Manfred Lehner, Heinz Meinl, Gabriele Fritz, Horst Kraus, Alfons Wanninger (von rechts, ohne Christian Kätzlmeier) Foto: Eduard Hanauer

Amberg.Meldungen, dass die Staatsregierung die Forstgebiete zum Klimawald umbauen will, sieht die Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht (AWA) als Bestätigung ihrer Bemühungen, auch das „grüne Juwel“ Wagrainer Wald in dieser Hinsicht zu stärken. Bei der Jahresversammlung machte AWA-Vorsitzender Manfred Lehner deutlich, dass man hier die Stadt in der Pflicht sehe, dem Bekenntnis zum Amberger Stadtwald als wichtigstem Kohlendioxid-Speicher auch Taten folgen zu lassen, informiert der Vorsitzende.

Die Umsetzung der Nachverdichtungspläne im Industriegebiet Nord werde man weiterhin kritisch begleiten und mit eigenen Ideen, etwa zur Renaturierung des Krumbachs, anreichern. In einem Fachgespräch mit dem CSU-Ortsverband habe man sich vehement gegen eine „schleichende Erweiterung“ über die bestehenden Grenzen hinaus ausgesprochen. Ein fachlicher Austausch mit den Naturschutzexperten Hartwig Dorsch und Rudolf Leitl lasse die AWA hellhörig bleiben. In diesem Zusammenhang regt die AWA-Vorstandschaft an, sich mit einer Steigerung der Attraktivität des Wagrainer Walds als Erholungsgebiet zu befassen, wobei das Naherholungsgebiet Wagensaß in Sulzbach-Rosenberg gute Anregungen geben könne. Interessant sei auch das Modell des „Waldbadewegs“ der Gemeinde Ebersberg, der auf der Kombination der Lehren von Sebastian Kneipp und der Tradition des japanischen „Waldbadens“ beruht.

Naturnaher Hochwasserschutz

Im Hinblick auf den Hochwasserschutz im Amberger Norden begrüßt die AWA den vom Baureferat angekündigten Verzicht auf teure Beton-Rückhaltebauwerke. Dies entspreche der AWA-Forderung, den Hochwasserschutz naturnah und damit kostensparend zu gestalten.

In einem Gespräch mit Klimaschutzmanagerin Corinna Loewert und dem Vorsitzenden des Solarfördervereins, Hans-Jürgen Frey, habe die Aktionsgemeinschaft Wagrain-Ammersricht angeboten, für den Stadtteil etwa bei Sensibilisierungskampagnen zum Energiesparen und Aktionen für den Klimaschutz oder auch bei der Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. So könne man möglichst viele Zielgruppen erreichen. In jedem Fall müsse die Devise gelten: „Mehr Photovoltaik auf die Dächer in Amberg“.

Hartwig Dorsch, Mitglied des Naturschutzbeirats der Stadt Amberg, gab in einem Kurzvortrag Tipps zur Umsetzung des Artenschutzgesetzes, das als Ergebnis des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ seit kurzem in Kraft ist. Besonders wichtig sind laut Dorsch die Gewässerrandstreifen und die Vernetzung von Biotopen.

Außerdem gehe es mit Blick auf die Landwirte um möglichst viele Blühwiesen, den Schutz von Streuobstwiesen und die Ausweitung der heimischen ökologischen Landwirtschaft. Dies setze voraus, dass die Bürger diese Produkte auch abnehmen. Auch sollten die Landwirte für ihre Leistungen im Zuge des Artenschutzgesetzes auch entsprechend entschädigt werden.

Nötig ist für Hartwig Dorsch auch ein Flächenmanagement durch die Stadt Amberg. Stadteigene Flächen müssten vorbildhaft bewirtschaftet werden, und der Naturschutz bei wichtigen Entscheidungen gehört werden, so dass nachhaltige Kriterien besser berücksichtigt werden können, etwa bei Freiflächen und Brachland. Außerdem müsse auf Glyphosat im Stadtbereich verzichtet werden.

Vorstandschaft unverändert

Dorsch appellierte an die Gartenbesitzer, ihrerseits für Artenvielfalt zu sorgen. Hohe Gartensockel beispielsweise seien Igelbarrieren. Steingärten sollten tabu sein. Ein Lob erteilte Dorsch den Bemühungen des städtischen Forstamtes, den Wald dem Klimawandel entsprechend umzubauen.

Die Neuwahl der Vorstandschaft ergab keine Veränderungen. Manfred Lehner als Vorsitzender sowie Horst Kraus und Heinz Meinl als Stellvertreter wurden einstimmig bestätigt, ebenso Schatzmeisterin Gabriele Fritz. Als Beisitzer wurden Christian Kätzlmeier und Alfons Wanninger gewählt.

Erhard Lehner und Werner Friederichs gehören dem Vorstand als neue Ehrenmitglieder an.

Der Fragenkatalog

  • Zukunftsthemen:

    Nachhaltiges Beschaffungswesen, ökologische Überplanung von Gewerbeflächen, Einbeziehung der Kommunalbetriebe bei der Umsetzung der Klimaschutzgesetze, Bürgerbeteiligung bei größeren Bauprojekten oder beim 5G-Mobilfunk.

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