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Restaurierung

Endspurt bei der großen Sanierung

Die berühmten Fresken in der Ensdorfer Asamkirche strahlen schon wie neu. Bis zum Weihe-Jubiläum sind alle Arbeiten fertig.

  • Das Deckengemälde im Langhaus der Asamkirche präsentiert sich nach der Restaurierung in neuem Glanz. Foto: abl
  • In der historischen Sakristei wurde Stuck freigelegt. Foto: Carola Setz
  • Auch die Altargemälde wurden restauriert. Foto: Carola Setz
  • Intensiv haben die Restauratoren gearbeitet, um den Glanz der Raumschale zurückzuholen. Foto: Carola Setz

Ensdorf.Im Oktober 2017 jährt es sich um 300. Mal, dass die barocke Klosterkirche der ehemaligen Benediktinerabtei Ensdorf dem Heiligen Jakobus dem Älteren geweiht wurde. Bis zum Weihe-Jubiläum soll die Pfarrkirche, die vor allem auch durch herrliche Deckenfresken von Cosmas Damian Asam berühmt ist, in neuem Glanz erstrahlen.

Nach umfangreichen Voruntersuchungen wird seit 2014 der Innenraum der barocken Pfarrkirche St. Jakobus saniert. Die Maßnahmen, waren auf 3,1 Millionen Euro berechnet worden. Nach einigen denkmalpflegerischen Überraschungen erhöhen sie sich nun moderat auf 3,4 Millionen Euro. Die Innenrestaurierung der Kirche wird bis zum Jubiläum ihrer Weihe vor 300 Jahren im Oktober fertig gestellt sein.

Sanierungsbedarf war erheblich

Hohlstellen in den Fresken mussten hinterspritzt werden. Foto: Carola Setz
Hohlstellen in den Fresken mussten hinterspritzt werden. Foto: Carola Setz

Bei einer Befunduntersuchung im Jahr 2012 haben Fachleute einen erheblichen Sanierungsbedarf im Innenraum der Pfarrkirche St. Jakobus festgestellt: Nahezu alle Altäre und sonstigen hölzernen Einrichtungen waren massiv von Holzschädlingen befallen. Der Putz und auch der Stuck zeigten deutliche Risse.

Die gesamten Freskomalereien hatten ebenfalls massiv gelitten und der originale Fußboden aus Solnhofer Platten wies Fehlstellen auf. Hinzu kamen Arbeiten an den Fenstern. Und auch der Volksaltar wurde den heutigen liturgischen und stilistischen Anforderungen nicht mehr gerecht. Ebenso mussten Teile von der Infrastruktur wie Elektroversorgung, Lautsprecher, Beleuchtung und Sitztemperierung dem heutigen Stand angepasst werden.

Schwerpunkt lag auf den Fresken

Das restaurierte große Kuppelfresko von Cosmas Damian Asam Foto: Babl
Das restaurierte große Kuppelfresko von Cosmas Damian Asam Foto: Babl

Davon hat man in den vergangenen Jahren schon viel erreicht. Das erste Quartal des Jahres 2017 stand dann ganz im Zeichen der Fertigstellung der Restaurierungsarbeiten an den Deckenbildern des Langhauses, der Hochaltarebene und der Kuppel. Die Hauptfresken im Langhaus und im Bereich der Hochaltarsebene waren bereits Ende 2016 weitgehend fertiggestellt.

„Über den Winter wurden die kleineren Deckenbilder (sogenannte Assistenzbilder) und das große Kuppelfresko bearbeitet“, berichtet Architektin Carola Setz. Um diese Arbeiten auch in den kalten Monaten durchführen zu können, musste für angemessene, geeignete Temperaturen, gesorgt werden.

Auch im Winter gearbeitet

Das Fresko über dem Hochaltar wurde gereinigt. Foto: Carola Setz
Das Fresko über dem Hochaltar wurde gereinigt. Foto: Carola Setz

Dazu wurde der gesamte Innenraum mit der bereits installierten Bankheizung im Kirchengestühl temperiert. Um auch die Kuppel mit entsprechender Wärme versorgen zu können, wurde von einer Schreinerei eine Einhausung erstellt, so dass dieser Raum mit mobilen Heizkörpern entsprechend erwärmt werden konnte, erläutert die Architektin zu den nötigen Rahmenbedingungen.

Die Restaurierung der Assistenzbilder und des Kuppelfreskos erfolgte in gleicher Abfolge wie bei den schon bearbeiteten Deckenfresken. „Wieder mussten zuerst instabile Farbschichten gefestigt werden, erst dann konnten Hohlstellen hinterfüllt, die Bilder gereinigt und abschließend retuschiert werden“, so Carola Setz. Da alle Fresken von außerordentlichem, kulturhistorischem Wert sind, musste hier äußerst sensibel vorgegangen werden.

Innengerüst ist schon abgebaut

So sah die Pfarrkirche lange Zeit aus. Foto: Babl
So sah die Pfarrkirche lange Zeit aus. Foto: Babl

Parallel zu den Restaurierungen im Kirchenschiff wurden Leistungen an Wand und Decke im Kreuzgang und in der Sakristei erbracht. Auch die gesamte Elektroinstallation einschließlich der Schalt- und Sicherungskästen in diesem Bereich wurde fertiggestellt. Nun sind auch diese Arbeiten abgeschlossen, das Innengerüst ist schon abgebaut.

Bis Oktober wird noch die Sockelzone fertiggestellt. Ferner werden die Kirchenbänke überarbeitet und die restlichen Arbeiten an den Mensen der Altäre und den Beichtstühlen vonstatten gehen. „All diese Restaurierungen geschahen nicht nur in enger Abstimmung mit den Werkstätten des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, sondern auch unter der Begleitung des Bischöflichen Bauamtes Regensburg“, so Architektin Setz.

Benefizaktionen

  • Konzert

    Zur finanziellen Unterstützung der Sanierung der Pfarrkirche St. Jakobus hat die Feuerwehr Thanheim ein Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim initiiert, das am Donnerstag, 22. Juni, im Kirchenhof stattfindet. Der musikalische Leckerbissen der 54 Musiker beginnt um 19.30 Uhr (Einlass ab 18.30 Uhr). Bei schlechtem Wetter ist ein Zelt aufgebaut. Die Feuerwehr Thanheim sorgt auch für das leibliche Wohl. Der Eintritt kostet zwölf Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse. Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen der Region, in der Gemeindeverwaltung sowie bei Joachim Hantke, Tel. (0 96 24) 10 32.

  • Pfarrfest

    Erstmals findet in Ensdorf ein Pfarrfest statt, an dem sich fast alle Vereine in der Pfarrei beteiligen. Auch dessen Erlös hilft, die Sanierungskosten zu decken. Das „Jubiläumsfest 300 Jahre Asam-Kirche St. Jakobus d. A. Ensdorf“ beginnt am Sonntag, 25. Juni mit einem Gottesdienst auf der Bühne im Klosterhof, anschließend ist Frühschoppen mit musikalischer Umrahmung. Festbeginn für alle anderen Stände und Buden bzw. Kinderbetreuung und Spiele sowie Kinderschminken: 14 Uhr. Die Blaskapelle Ensdorf spielt, Kindergartenkinder singen ab 14 Uhr Lieder, Wandermusikanten ziehen von Stand zu Stand. Ende des Festes ist gegen 19 Uhr. (abl)

Viele helfen bei der Finanzierung

Die Innensanierung der Ensdorfer Pfarrkirche befindet sich im Endstadium. Foto: Babl
Die Innensanierung der Ensdorfer Pfarrkirche befindet sich im Endstadium. Foto: Babl

Der Kirchenverwaltung mit Pfarrer Pater Hermann Sturm und Kirchenpfleger Johann Fink war klar, dass die Sanierungskosten von 3,4 Millionen Euro nicht von der Pfarrei zu stemmen sind. Es erfolgte eine Mischfinanzierung mit Zuschüssen der Diözese Regensburg, dem Landesamt für Denkmalpflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie Eigenmitteln der Pfarrei. Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, verschiedene Vereine und Initiativen haben sehr engagiert Maßnahmen durchgeführt. Mit dem Erlös dieser Aktionen sowie Spenden von Gläubigen ist nun noch eine Deckungslücke von 98 765 Euro zu schließen. (abl)

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