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Region Amberg
Montag, 16. Juli 2018 27° 3

Tarifstreit

Fast 4000 Beschäftigte bei Warnstreiks

Die Mitarbeiter von Grammer in Haselmühl beendeten am Freitag ihre Schicht früher. Der Arbeitskampf wird härter.
Von Gerd Spies

  • Hunderte Mitarbeiter von Grammer in Haselmühl marschierten vor die Werkstore. Foto: Spies
  • Bei ZF und Cherry in Auerbach unterstrichen ebenfalls zahlreiche Mitarbeiter die Forderungen der IG Metall im Tarifstreit. Foto: IG Metall Verwaltungsstelle Amberg
  • Udo Fechtner, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Amberg Foto: Spies

Kümmersbruck.Der Ton wird rauer, die Fronten verhärten sich! Nachdem die Verhandlungen der IG Metall mit den Arbeitgebern bisher zu keinem Ergebnis geführt haben, verschärfen die Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie mit der zweiten Warnstreikphase den Arbeitskampf. Bis 25. Januar sind die Warnstreiks mit längeren Arbeitsniederlegungen verbunden.

So beendeten bei Grammer in Haselmühl die Mitarbeiter der Frühschicht nach der Kundgebung der Gewerkschaft am Freitag, 19. Januar, bereits um 12 Uhr die Arbeit. Wenige Minuten vor 12 Uhr marschierten hunderte Grammer-Mitarbeiter vor die Tore des Haselmühler Werks zur Kundgebung. Udo Fechtner, 2. Bevollmächtigter der Amberger IG Metall, und Lars Roder, Betriebsratsvorsitzender am Grammer-Standort Haselmühl, brachten die Menschen auf den neuesten Stand der Verhandlungen.

Keinen in den Betrieb hineinlassen

Am Warnstreik beteiligten sich auch die Grammer-Mitarbeiter am Standort Immenstetten. Foto: IG Metall Verwaltungsstelle Amberg
Am Warnstreik beteiligten sich auch die Grammer-Mitarbeiter am Standort Immenstetten. Foto: IG Metall Verwaltungsstelle Amberg

„Rausgekommen ist nichts, im Gegenteil, die Arbeitgeber haben sogar noch eins draufgesetzt“, so Fechtner. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall habe nämlich angekündigt, die „Maßregelungsklausel“ nicht zu unterschreiben. Diese sieht vor, dass man bei Streikmaßnahmen auf ein juristisches Nachspiel verzichten würde. „Es sind aber gerade die Arbeitgeber, die tagtäglich gegen das Betriebsverfassungsgesetz oder geltende Tarifverträge verstoßen“, warf Fechtner der Gegenseite vor.

Auf den 24-Stunden-Streik als möglichen dritten Schritt wies Roder hin. „Wenn die Arbeitgeber bis 26. Januar kein ordentliches Angebot auf den Tisch legen, kommt es am 29. Januar zu einer Mitglieder-Befragung“, erklärte er. Sollten dann die Zeichen auf Streik stehen, werde erstmals das Mittel „Tages-Warnstreik“ eingesetzt. „Wir erwarten, dass dann alle Mitarbeiter den Tarifkampf unterstützen, wir werden da niemanden in den Betrieb hineinlassen“, kündigte Roder schon mal die harten Bandagen vonseiten der Gewerkschaft an.

Das will die IG Metall

  • Arbeitszeit

    Eine zentrale Forderung in diesem Tarifkampf ist, die Arbeitszeit bis zu zwei Jahre befristet mit Rückkehrrecht auf bis zu 28 Stunden pro Woche individuell reduzieren zu können. Dies soll zum Beispiel zur Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder bei belastender Arbeit wie Schichtarbeit möglich sein.

  • Bewertung

    „Wir wollen da endlich den Fuß in die Tür kriegen“, heißt es von Gewerkschaftsseite. Die Mitarbeiter sollen endlich bei der Frage der Arbeitszeit mitbestimmen dürfen. (age)

Aufrufe an Mitarbeiter von sieben Betrieben

Auch bei Siemens in Amberg machten unzählige Mitarbeiter am Freitag mobil. Foto: IG Metall Verwaltungsstelle Amberg
Auch bei Siemens in Amberg machten unzählige Mitarbeiter am Freitag mobil. Foto: IG Metall Verwaltungsstelle Amberg

In sieben Betrieben der Region hatte am Freitag die IG Metall zu Warnstreiks aufgerufen. Insgesamt umfasste dies nach Gewerkschaftsangaben mehr als 5000 Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Streikaufrufs, von denen sich fast 4000 Beschäftigte tatsächlich beteiligten.

Auch an den drei Siemens-Standorten der Region und bei Grammer in Haselmühl, Immenstetten, Schafhof und der Zentrale in Amberg folgten an diesem Freitag wieder zahlreiche Mitarbeiter dem Aufruf der IGM. Allein an den Grammer-Standorten beteiligten sich nach Gewerkschafts-Angaben 750 der 1100 aufgerufenen Arbeitnehmer. Die Beschäftigten der Spät- und Nachtschichten werden in den Betrieben ebenfalls zum Warnstreik aufgerufen. Bereits um 4 Uhr am Freitag hatten bei Grammer in Haselmühl viele Mitarbeiter die Nachtschicht beendet. Horst Ott, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Amberg, sprach insgesamt von einem vollen Erfolg der bisherigen Aktionen.

Schon am 12. Januar hatte es einen ersten Warnstreik bei Grammer in Haselmühl gegeben.

Bei Siemens am Standort Amberg hatte es am 10. Januar den ersten Warnstreik in der Region Amberg/Amberg-Sulzbach gegeben.

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