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Frauen-Power im Gemeinderat

Im neuen Gemeinderat liegt der Frauenanteil bei 45 Prozent – ein Spitzenwert. Auch die zweite Bürgermeistern ist eine Frau.
Von Klaus Högl

Die neuen Gemeinderäte erhalten von Bürgermeister Roland Strehl die „Bibel“ des kommunalen Gemeinderates, Gemeindeordnung und Verwaltungsgemeindeordnung des Freistaates Bayern.  Foto: Klaus Högl
Die neuen Gemeinderäte erhalten von Bürgermeister Roland Strehl die „Bibel“ des kommunalen Gemeinderates, Gemeindeordnung und Verwaltungsgemeindeordnung des Freistaates Bayern. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Die Weichen für die Legislaturperiode 2020 bis 2026 wurden bereits mit der Kommunalwahl am 15. März gestellt. Jetzt fand in der Schulturnhalle die förmliche Absegnung statt: Mit einem völlig neuen Gesicht und veränderter politsicher Konstellation präsentierte sich das jetzt 20-köpfige Gremium.

Erster Bürgermeister Roland Strehl reichte symbolisch die Hand. „Es ist nicht mein Ziel, Entscheidungen mit einer satten CSU-Mehrheit durchzuboxen“, sagte er. Er lobte auch den „von allen Beteiligten fair und größtenteils sachlich geführten Wahlkampf“.

Die Mehrheitsverhältnisse gingen hauptsächlich zulasten der SPD, deren Aderlass dafür sorgte, dass sieben SPD Gemeinderäte nicht mehr dabei sind. Mit Lisa Hartinger, Andrea Meier und Markus Bayer rückten nur drei nach; statt zwölf Gemeinderäten sind es eben nur mehr acht. Zwölf Räte sind es hingegen für die CSU, bei der mit Sonja Finsterer, Elisabeth Gruber, Martin Meier und Hans Nörl vier neue dabei sind – für die CSU blieb es dabei bei den bisherigen zwölf Plätzen. Aber die „Mischung“ stimmt: „Frischlinge und alte Hasen“ hat Roland Strehl in seinem Gemeinderat.

Die durchwachsene Wahlbeteiligung mit 59 Prozent habe zunächst für Stirnrunzeln gesorgt, sehr beachtenswert sei aber eines: Dem 20-er Gremium gehören neun Frauen an – das sind 45 Prozent, ein Spitzenwert in der Oberpfalz. Alle sieben neuen Gemeinderäte wurden von erstem Bürgermeister Roland Strehl vereidigt und mit der „Bibel“ der Kommunalpolitiker ausgestattet, der Gemeindeordnung und der Verwaltungsgemeindeordnung des Freistaates Bayern.

Ein weiteres Novum: Erstmals haben beide Fraktionen weibliche Sprecherinnen bestellt: Renate Amrhein (für Markus Graf) und ihre Stellvertreterin Elisabeth Gruber bei der CSU, sowie Veronika Frenzel (Lisa Hartinger) bei der SPD. Deren erste offizielle Tätigkeit war, mit Hauptamtsleiter Wolfgang Roggenhofer die Stimmzettel zur Bürgermeisterwahl auszuzählen.

neuer Gemeinderat

  • Mitglieder:

    Statt wie bisher 24 sitzen künftig nur noch 20 Mitglieder im Gremium. Das liegt an der veränderten Einwohnerzahl.

  • Kräfteverhältnis:

    Zwölf der 20 Sitze entfallen auf die CSU, die restlichen acht Sitze werden von SPD-Mitgliedern besetzt. Die SPD hat damit insgesamt sieben Sitze verloren.

Birgit Singer-Grimm, bereits sechs Jahre zweite Bürgermeisterin, wurde von Renate Amrhein für die CSU erneut als zweite Bürgermeisterin vorgeschlagen. SPD Sprecherin Veronika Frenzel schloss sich dem Vorschlag an: „Der erste Stellvertreter soll auch von der CSU kommen“. Das Ergebnis war dann deutlich: 21:0 für Birgit Singer-Grimm. Bei der Wahl zum dritten Bürgermeister schlug Veronika Frenzel Lisa Hartinger vor. Sie habe das drittbeste Wahlergebnis eingefahren, und eine dritte Bürgermeisterin sei wohl auch ein „Signal für die Öffentlichkeit und im Sinne der guten Zusammenarbeit“. Das Ergebnis fiel dann anders aus: acht Stimmen für Lisa Hartinger, 13 Stimmen für den von Renate Amrhein vorgeschlagenen bisherigen dritten Bürgermeister Hubert Blödt (CSU).

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