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Geburtstag

Freundin von Johanna Decker wird 100

Elisabeth Strobl erweitert in Amberg den Kreis der Hundertjährigen. Die rüstige Jubilarin hat noch Briefe der Missionsärztin.
Von Gerd Spies

Oberbürgermeister Michael Cerny überbrachte der erstaunlich rüstigen Jubilarin die Glückwünsche des Bayerischen Ministerpräsidenten. Foto: Spies
Oberbürgermeister Michael Cerny überbrachte der erstaunlich rüstigen Jubilarin die Glückwünsche des Bayerischen Ministerpräsidenten. Foto: Spies

Amberg.Sie ist zwar nicht die älteste Bürgerin der Stadt, diese wird bald 104 Jahre, sie ist aber sicher die fitteste 100-Jährige in Amberg. Das Rezept, so alt zu werden, verrät die Jubilarin bei der Feier im Caritas-Seniorenheim dem Oberbürgermeister Michael Cerny auch gleich: „Einfach nicht dran denken!“

Am 18. Mai 1918 geboren, genau im heutigen Josefshaus, wuchs Elisabeth Strobl mit ihren vier Geschwistern, zwei Brüder und zwei Schwestern, in Amberg auf. 18 Jahre trennten sie von ihrem ältesten Bruder. Im damaligen Lyzeum der Armen Schulschwestern ging sie zur Schule, machte dort auch ihr Abitur.

Ihre beste Schulfreundin war eine gewisse Johanna Decker, die später eine traurige Berühmtheit erlangen sollte, und deren Namen die Schule heute trägt. Johanna Decker wurde Ärztin und arbeitete in Südafrika als Missionsärztin. 1977 wurde sie im heutigen Simbabwe, früher Rhodesien, von zwei Terroristen ermordet und gilt heute in der katholischen Kirche als Märtyrerin des 20. Jahrhunderts.

Viele Briefe von ihrer besten Freundin während der Schulzeit, ja sogar noch die Weihnachtskrippe von ihr, bewahrt Elisabeth Strobl heute noch auf. Ein mögliches wertvolles Gut für das Amberger Stadtarchiv, wie Oberbürgermeister Michael Cerny meinte.

Nachdem Elisabeth Strobl im Dritten Reich ihren Arbeitsdienst im Gartenbau, u. a. in Freising, leistete, kehrte sie nach Kriegsende nach Amberg zurück und kümmerte sich seitdem um die Familie. Sie studierte an der damaligen Lehrerbildungsanstalt, dem heutigen Max-Reger-Gymnasium, und wurde Volksschullehrerin. Diesen Beruf übte sie an mehreren Amberger Schulen wie z. B. der Luitpoldschule bis zu ihrer Pensionierung aus. Geheiratet hat die Jubilarin nicht.

Mit Stolz erzählte ihre Nichte Eva-Maria Strobl dem Oberbürgermeister, dass die Jubilarin auch heute noch Kontakt zu mehreren kirchlichen Würdenträgern aus aller Welt hat, darunter auch Bischöfe. Dies liege daran, dass sie über Jahrzehnte hinweg Theologiestudenten aus China oder Indien bei ihrem Studium in Rom unterstützt hat. Der Kontakt mit ihnen ist bis heute nicht abgerissen. Gar manche von ihnen brachten es sogar bis zum Bischof. „Sie kennen ja mehr Bischöfe als irgendjemand in Amberg“, wunderte sich Michael Cerny. Kein Wunder, dass auch der Regensburger Bischof Vorderholzer herzliche Grüße an die frischgebackene 100-Jährige in Amberg übermitteln ließ.

Bis vor wenigen Jahren war die Jubilarin selbst noch viel mit dem Auto unterwegs. Auch lebte sie noch vor drei Jahren selbständig in einer Wohnung in der Friedlandstraße. Erst 2015 zog sie ein paar Häuser weiter in das Caritas-Seniorenheim, bestens betreut von ihrer Nichte.

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