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Bundestagswahl

FW nominieren Matthias Penkala

Der 22-jährige Politikstudent aus Freystadt will sich im Wahlkreis Amberg-Neumarkt mit „Politik, die für den Bürger gemacht wird“, durchsetzen.
Von Christina Röttenbacher

Glückwünsche gab es für Matthias Penkala, der für die Freien Wähler im Bundestagswahlkreis Amberg-Amberg-Sulzbach-Neumarkt antritt; von links Albert Geitner, FW-Kreisvorsitzender Amberg-Sulzbach, Matthias Penkala, FW-Bezirksvorsitzende MdL Tanja Schweiger und Hans Gerngroß, FW-Kreisvorsitzender Neumarkt. Foto: Röttenbacher

Landkreis. Bei der Wahlkreisversammlung der Freien Wähler (FW) zur Nominierung ihres Bewerbers für die Bundestagswahl 2013 im Wahlkreis 232 Amberg-Amberg-Sulzbach- Neumarkt wurde der 22-jährige Student der Politikwissenschaft, Matthias Penkala, aus Freystadt (Lkr. Neumarkt) gewählt. Im „Forsthof“ in Kastl votierten 27 der 29 stimmberechtigten Delegierten für den jungen Kandidaten, zwei enthielten sich der Stimme.

Die Freien Wähler treten zum ersten Mal zur Bundestagswahl an. Die Bedeutung der Nominierung unterstrichen die zahlreichen Ehrengäste, die der Neumarkter FW-Kreisvorsitzende Hans Gerngroß begrüßte. „Dass wir zur Bundestagswahl antreten, reift langsam in den Köpfen. Bisher waren wir die zweitstärkste Kraft auf kommunalpolitischer Ebene, im Bezirk und Landtag. Nun wollen wir auch im Bund mitspielen“, motivierte Gerngroß die Delegierten.

Einsatz für ländlichen Raum

Die Bezirksvorsitzende der Freien Wähler, MdL Tanja Schweiger, zog eine Bilanz über die erste Legislaturperiode der FW im Landtag. Trotz zahlreicher, noch anstehender Aufgaben habe man in allen politischen Bereichen Kurs gehalten und die Forderungen der Partei vorangetrieben, betonte sie. So wolle man im Landtag für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen, für den Ausbau der Infrastruktur im ländlichen Raum mit Breitband und Verkehrsinfrastruktur und für eine bessere Bildungspolitik mit kleinen Klassen und mehr Lehrern eintreten.

Den Donauausbau mit einer weiteren Staustufe lehnte die Politikerin ab. „Die 80 Millionen Euro für das Donaugutachten sind in den Sand gesetzt.“ Und die Investition für die zweite Stammstrecke München über drei Milliarden Euro würden auf dem Land gebraucht. „Das Geld darf nicht nur in Metropolen wie München eingesetzt werden“, so Tanja Schweiger. Das berge massive soziale Probleme wie steigende Mieten.

Sachbezogen und bürgernah

Ob Bundespolitik und Freie Wähler ein Widerspruch seien? Diese Frage beantwortete der Kreisvorsitzende der FW Amberg-Sulzbach, Albert Geitner. Es sei angesichts der bundes- und europapolitischen Verflechtungen nur eine logische Konsequenz, auch für den Bundestag anzutreten. „Das Wichtigste, das wir uns auf die Fahnen schreiben, ist, dass wir uns für den Erhalt des Friedens in unserem Vaterland und in Europa einsetzen müssen“, so Geitner. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Freien Wähler auch im Bundestag vertreten seien, zeigte er sich überzeugt.

In seiner Vorstellung räumte der Kandidat mit dem Vorurteil auf, das Studium der Politikwissenschaft führe automatisch zum Berufspolitiker. „Das Studium zielt darauf ab, Sachverhalte ideologie- und wertefrei zu beurteilen. Das ist genau das, was bei den jetzigen Parteien fehlt“, so Matthias Penkala. Die Freien Wähler dagegen hätten sich über Jahrzehnte hinweg „ohne Parteibrille“ in der Kommunalpolitik am Bürger orientiert.

„Sie fragen sich natürlich, warum ein junger Kerl wie ich für den Bundestag kandidieren will. Wir haben Themen, die beim Bürger gut ankommen – mit den Grundwerten unabhängig, sachbezogen und bürgernah.“ Er wolle dafür sorgen, dass Politik wieder für den Bürger gemacht werde, sagte Penkala. Er fordere daher eine Reform des Parteispendengesetzes, „damit Politik nicht für Lobbyisten gemacht wird“, und dass Beratertätigkeiten von Mandatsträgern verboten würden. Energiepolitik, Atommüllendlager und Privatisierungen, wie bei der Trinkwasserversorgung angedacht, sowie Steuerpolitik („eine Steuererklärung muss auf ein Stück Papier passen“), gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften und Direktwahl des Bundespräsidenten schnitt der Kandidat ebenso an. Auch die Angleichung der Bildungsabschlüsse, nachhaltige Landwirtschaftsförderung und Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung waren Themen.

Die engagierte Rede des jungen Kandidaten wurde mit viel Applaus aufgenommen. Nach der nur wenige Minuten dauernden Auszählung konnte Penkala erleichtert die Glückwünsche entgegennehmen.

Der Kandidat

Matthias Penkala ist 22 Jahre alt und Student der Politikwissenschaft an der Universität Regensburg. Er ist ledig und lebt in Freystadt (Landkreis Neumarkt).

Er legte die Mittlere Reife ab, besuchte dann den Wirtschaftszweig der Fachoberschule Neumarkt und absolvierte dort die 13. Klasse. Diese schloss er mit der allgemeinen Hochschulreife ab, womit er den Zugang zur Universität erlangte.

Seit 2008 ist Penkala Mitglied der Freien Wähler im Ortsverband Freystadt, seit 2010 im Bundesverband der FW.

2010 gründete er im Landkreis Neumarkt die „Jungen Freien Wähler“ (JFW) mit mittlerweile 30 Mitgliedern. Seit einem Jahr ist er Landesvorsitzender der JFW-Bayern, wo er die Themen Bildung und Energiepolitik abdeckt.

Seine Hobbys sind Sport, die Numismatik und der FC Bayern München.

Im Rahmen seiner politischen Tätigkeiten organisiert Matthias Penkala Bildungsfahrten für junge Menschen, zum Beispiel in den Berliner Bundestag, nach Straßburg ins Europaparlament oder in das KZ Auschwitz.

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