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Vortrag

„Gefahren von vielen Seiten“

DJD-Schulleiter Oberstudiendirektor Günter Jehl schlug einen Bogen von der Schule zur „Bewahrung der Schöpfung“.

  • Dringlicher als die Neupflanzung von Bäumen wäre die Erhaltung der Urwälder im Amazonasgebiet, sagte Günther Jehl im Vortrag. Foto: Chico Batata/dpa
  • Oberstudiendirektor Günter Jehl hielt den ersten Vortrag in der Veranstaltungsreihe „Vorträge im Gerhardinger-Saal“. Foto: Peter Ringeisen

Amberg.Zum Start der Reihe „Vorträge im Gerhardinger-Saal“ sprach Oberstudiendirektor Günter Jehl über das Thema „Schule und Bewahrung der Schöpfung“. Er stellte klar, dass „Bewahrung der Schöpfung“ ein umfassenderer Begriff sei als das Wort „Umweltschutz“ – denn die Schöpfung, die es zu erhalten gelte, schließe auch den Menschen mit ein, und die implizite Erwähnung des Urhebers der Schöpfung mache deutlich, dass es auch christliche Pflicht sei, für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.

Die Bayerische Verfassung führte Jehl an, um aus den berühmten „obersten Bildungszielen“ (Art. 131) zu zitieren: „Oberste Bildungsziele sind Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt.“ Somit war der Bogen von der „Schule“ zur „Bewahrung der Schöpfung“ geschlagen, und Schulleiter Jehl legte dar, inwieweit die DJD-Schulen in ihrem pädagogischen Konzept und in der Praxis dieses Prinzip widerspiegeln.

Ökologisch positives Gesamtbild

So sind die DJD-Schulen zum 11. Mal in Folge 2019 als „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet worden. Zahlreiche Bausteine ergeben dieses ökologisch positive Gesamtbild: Statt in einem Schulskikurs die Produktion von Kunstschnee auf strapazierten Almwiesen zu fördern, fahren die Decker-Schulen zu einer „Umweltwoche“ nach Pfünz bei Eichstätt; an zentraler Stelle im Steinernen Gang steht seit einiger Zeit ein Wasserspender, der die Nutzung wiederverwendbarer Flaschen unterstützt – und im Fach „Ernährung und Gesundheit“ können Realschülerinnen Gemüse verarbeiten, das sie selbst von einem Hochbeet geerntet haben. Bei der Frage, was Schule vermitteln müsse, holte Jehl weit aus. Es fange schon bei der Kenntnis von Fakten an. Dass der „Standby-Modus“ viel Strom unnötig verbrauche, dürfte bekannt sein. Dass aber auch das Internet mit seinen Server-Farmen enorme Strommengen frisst, werde noch zu wenig wahrgenommen. Zum klimarelevanten Wissen gehöre im Fach Astronomie, dass die Schülerinnen erführen, wie groß der Einfluss der Sonne auf die Erde ist, und in Biologie, dass die Neupflanzung von Bäumen zwar gut und wichtig fürs Klima sei. Noch dringlicher wäre aber die Erhaltung der Urwälder im Amazonasgebiet.

Politeia von Platon empfohlen

Im Bereich der politischen Bildung empfahl Jehl die Beschäftigung mit Platons „Politeia“, vor allem das Kapitel, in dem der griechische Philosoph vor 2400 Jahren beschrieb, wie ein Wesensmerkmal der Demokratie, die unbeschränkte Freiheit, zu einer Gier nach immer mehr Freiheit führe – und von dort in die Anarchie. Alles in allem müsse Schule vermitteln, dass die Schöpfung von vielen Seiten Gefahren ausgesetzt sei. Umweltverschmutzung, atomare Bedrohung, biologische Bedrohung, Klimaveränderung, und auch durch eine Geringachtung der Würde des Menschen.

Schulleiter Jehl forderte seine Zuhörer auf, sich eine Portion Skepsis gegenüber der Darstellung in den Massenmedien anzugewöhnen. Vor allem sei es wichtig, sachlich zu bleiben und auf der Basis von wissenschaftlichen Fakten zu argumentieren.

Die Vortragsreihe

  • Einmal im Monat wird dort über interessante Themen referiert, die meist in Bezug zur Schule stehen oder sich auch mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen oder Ereignissen befassen. „Schule und Bewahrung der Schöpfung“ war diesmal das Thema.

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