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Jubiläum

Gelebte Werte immer aktuell

Die Dr.-Johanna-Decker-Schulen in Amberg sind eine Institution – seit 180 Jahren. Die Bedeutung unterstrichen alle Festredner.
Von Peter Ringeisen

  • Schulleiter Günter Jehl (Mitte) mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (li.) und Pater Dr. Karl Wallner (re.) Foto: Peter Ringeisen
  • Elisabeth Strobl, die 101-jährige Schulfreundin der Namensgeberin der Schule, Johanna Decker, wurde mit einem Blumenstrauß herzlich willkommen geheißen. Foto: Peter Ringeisen

Amberg.Die Feierlichkeiten zum 180-jährigen Jubiläum der Dr.-Johanna-Decker-Schulen begannen mit einem Pontifikalgottesdienst in der Basilika St. Martin, der von Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer gefeiert wurde – in Konzelebration mit sieben weiteren Geistlichen: Pater Dr. Karl Wallner, Regionaldekan Ludwig Gradl, Dekan Markus Brunner, Domdekan Prälat Johannes Neumüller, Pater Stefan Danko, Studienrat Reinald Bogensperger und Stadtpfarrer Thomas Helm, dem Hausherrn von St. Martin.

In seiner Predigt ging Bischof Rudolf auf seine Zuhörer zu – zum einen wörtlich, frei sprechend, mit einem Mikrofon in der Hand, zum anderen gedanklich, indem er prägnant formulierte. Er nahm den Lehrauftrag Jesu an die Jünger als Anfangspunkt und bezeichnete die Jünger als die ersten Lehrer in christlicher Tradition. Beim gedanklichen Bogen zu den heutigen Lehrerinnen und Lehrern betonte der Bischof die Vorbildfunktion, die der Beruf mit sich bringe. Auch die Lehrkräfte ihrerseits sollten heutzutage Vorbilder haben, so beispielsweise die Namenspatronin der Jubiläumsschulen, Dr. Johanna Decker, die unerschrocken und voller Gottvertrauen in ihrem Missionskrankenhaus in Afrika ausharrte, obwohl die Situation immer gefährlicher wurde. Oder die Schulgründerin, die Selige Maria Theresia von Jesu Gerhardinger, die vorbildhaft gewesen sei in ihrer moralischen Klarheit, ihrer Durchsetzungskraft und ihrer religiösen Unbeirrbarkeit.

Blick in die Zukunft

Bischof Dr. Voderholzer gratulierte den Decker-Schulen zum 180. Jubiläum und zeigte sich zuversichtlich, dass die Schulen in 20 Jahren ihr 200. Jubiläum feiern können. Von der Basilika St. Martin ging es dann zu Fuß in die Doppelsporthalle der Decker-Schulen, die für den Anlass zum Festsaal umgestaltet worden war.

Schulleiter Oberstudiendirektor Günter Jehl begrüßte dort die Gäste in der voll besetzten Halle und eröffnete den Festakt mit einem kurzen Rückblick auf den historischen Anlass. Dass die 1985 seliggesprochene Ordens- und Schulgründerin Maria Theresia von Jesu Gerhardinger eine beeindruckende Persönlichkeit war, habe auch König Ludwig I. von Bayern erkannt, der über sie gesagt habe: „Diese Frau weiß, was sie will, und was sie will, ist groß gedacht.“ M. Theresia Gerhardinger sei nicht nur in der Pädagogik neue Wege gegangen, indem sie besonderen Wert auf die musische Bildung legte, sondern war auch eine Pionierin bei der Einrichtung eines Ausbildungskonzepts für die klösterlichen Lehrerinnen. Schulleiter Jehl betonte: „Auch heute ist noch der gute Geist der Schulgründerin in dieser Schule zu spüren.“ Und er fügte hinzu: „Wenn wir uns an Mutter Theresias Gottvertrauen und Tatkraft orientieren, wird die Zukunft der Schule nicht in Frage stehen.“ Mit einem Blumenstrauß willkommen geheißen wurde Elisabeth Strobl, die 101-jährige Schulfreundin der Namensgeberin der Schule, Johanna Decker. Jehl betonte, dass er die Ehre ihres Besuches hoch schätze.

Domdekan Prälat Johannes Neumüller, der Direktor des Schulträgers seit 2005, der Schulstiftung der Diözese Regensburg, warf in seiner Rede einen humorvollen Blick zurück auf die schwierigen Umstände, unter denen vor allem weibliche Lehrkräfte im 19. Jahrhundert arbeiten mussten. Es sei erfreulich, wieviel sich seither zum Besseren gewandt hätte.

Der Direktor des Katholischen Schulwerks in Bayern, der Dachorganisation der katholischen bayerischen Schulen, Dr. Peter Nothaft, stellte fest, dass den Absolventinnen der DJD-Schulen alle Türen offenstünden. Unsere Gesellschaft brauche „starke, verantwortungsbewusste und entscheidungsfähige Frauen“. Bereits der Schulgründerin sei dies ein zentrales Anliegen gewesen, denn, so zitierte Dr. Nothaft aus der Ordensregel der Schulschwestern, die Schülerinnen sollen hingeführt werden „zur vollen Entfaltung ihrer Persönlichkeit, um die Welt menschenwürdiger zu gestalten“.

Der Leitende Oberstudiendirektor Franz-Xaver Huber, Ministerialbeauftragter für die Gymnasien in der Oberpfalz, sprach – auch im Namen der kommissarischen Ministerialbeauftragten für die Realschulen in der Oberpfalz, Mathilde Eichhammer – den Decker-Schulen seine Anerkennung aus. Die Zahl 180 klinge zwar alt und ehrwürdig, aber die Schule selbst sei „jung, zeitgemäß und lebendig“. Hier würden die Schülerinnen auf die heutige Welt vorbereitet – und nicht nur auf die digitale. „Zahlreiche Aktivitäten und Angebote bereichern das Schulleben“, stellte Huber fest.

Christlich geprägt

Dank gebühre der Schulstiftung der Diözese Regensburg für die finanzielle Trägerschaft der DJD-Schulen. Zu den Merkmalen der Jubilarin gehöre, dass sie christlich geprägt sei und dass sie christliche Werte wie Nächstenliebe besonders fördere – das sei es, „was die Welt heute braucht“. Der Ministerialbeauftragte schloss mit dem Urteil: „Die Dr.-Johanna-Decker-Schulen sind eine wichtige Säule der Schullandschaft“. Der Schulträger möge „diese besondere Schule in eine gedeihliche Zukunft führen“.

Der Zweite Bürgermeister der Stadt Amberg, Martin Preuß, trug sein Grußwort im Namen von Oberbürgermeister Michael Cerny, Landrat Richard Reisinger sowie MdL Harald Schwarz bei. Er konstatierte, die staatlichen Institutionen seien „engstens mit den Decker-Schulen verbunden und möchten sie nicht missen.“ In einer persönlichen Erinnerung blickte er zurück auf seine Teilnahme an der Seligsprechungsfeier für Maria Theresia Gerhardinger in Rom. Er dachte an das Zitat der Schulgründerin: „Alle Werke Gottes gehen langsam und leidvoll vor sich, dann aber stehen sie desto fester und blühen desto herrlicher auf“, und wünschte den DJD-Schulen, sie mögen fest stehen und weiterhin blühen.

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