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Politik

Gemeinderat stimmt für Gast-Abwasser

Der Antrag aus Ursensollen stieß in Kümmersbruck auf offene Ohren. Der Eigenbetrieb Wasser und Energie erhielt gute Noten.
Von Klaus Högl

WEK-Leiter Günther Karzmarczyk ist zufrieden. Der Eigenbetrieb erhielt bei einer Prüfung gute Zensuren. Foto: Klaus Högl
WEK-Leiter Günther Karzmarczyk ist zufrieden. Der Eigenbetrieb erhielt bei einer Prüfung gute Zensuren. Foto: Klaus Högl

Kümmersbruck.Einen Grundsatzbeschluss zu fassen hatte der Gemeinderat über einen Antrag der Gemeinde Ursensollen zur Einleitung von Abwasser in das Netz des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung Amberg-Kümmersbruck. Dieses Abwasser würde praktisch durch die Kümmersbrucker Kanalisation in die Kläranlage in Theuern fließen. Ursensollen wäre „Gasteinleiter“, technisch ist die Einleitung möglich. Grundsätzlich hatten die Kümmersbrucker nichts einzuwenden. Zustimmung wurde bereits im September 2018 signalisiert.

Aus den Ortschaften Haag, Rückertshof, Oberleinsiedl, Unterleinsiedl, Ullersberg und dem Gewerbepark Ursensollen sollen Schmutzwässer aus einem Trennsystem abgegeben werden. Aus Hohenkemnath soll Mischwasser in das Abwasser-Netz eingeleitet werden. Aufgerundet sind das 2000 Einwohnerwerte mit einem Wasserverbrauch von 120 Liter pro Tag, aus denen sich ein Spitzenabfluss von 18 Litern pro Sekunde ergibt. Die Abflussleistung des Regenüberlaufbeckens (RÜB) beträgt 40 Liter pro Sekunde.

Die Leistungsfähigkeit der Sammlerleitung, an die das RÜB 29 und die Druckleitung aus Ursensollen angeschlossen sein werden, beträgt 60 Liter pro Sekunde. Somit wurden der anfallende Spitzenabfluss aus dem Regenüberlaufbecken und der Abfluss aus der Druckleitung Ursensollen mit den 60 Litern pro Sekunde Leistungsfähigkeit der Sammelleitung verglichen. Im Ergebnis zeigt sich, dass das System leistungsfähig genug ist, um das zu zusätzliche Abwasser aufzunehmen.

Einleitung über Druckleitung

Die Einleitung von Abwasser soll via Druckleitung von Haag aus über den Einweg in Köfering bis hin zu einem Übergabepunkt direkt unterhalb des RÜB 29 geschehen. Somit verläuft die Druckleitung auf dem Gemeindegebiet Kümmersbruck, auch die Abflussleitung des RÜB 29 wird von der Maßnahme tangiert.

Die Vereinbarung mit dem Zweckverband

  • Anlass:

    Der Zweckverband Wolfsbach-Theuern hatte 2001 an den WEK für die Erweiterung der Aufbereitungsanlage einen einmaligen Investitionskostenzuschuss in Höhe von 103 000 Euro unter Zugrundelegung eines verbilligten Wasserpreises von 38 Cent pro Kubikmeter bezahlt.

  • Ergebnis:

    Dieser Wasserpreis sollte so lange gelten, bis der Zuschussbetrag über die verkaufte Wassermenge getilgt ist. Das ist nun der Fall. Daher wurde jetzt eine neue Wasserpreisberechnung für die Lieferung an den Zweckverband berechnet – mit 44 Cent pro Kubikmeter Wasser.

„Generell ja, aber nicht ohne Wenn und Aber“ signalisierte Richard Gaßner (SPD), man müsse sich die Option offenhalten, „bei steigendem Eigenbedarf aussteigen zu können“. Für Markus Graf (CSU) war mit der Einleitung das Maximum erreicht, weitere Einleitungen sollen nicht mehr aufgenommen werden, das müsse deutlich hervorgehen. Der Gemeinderat stimmte schließlich dem Antrag der Gemeinde Ursensollen zur Einleitung von Abwasser in das Netz des Zweckverbands zur Abwasserbeseitigung Amberg-Kümmersbruck zu.

WEK ist gut aufgestellt

Gute Zensuren gab es für den Eigenbetrieb Wasser und Energie (WEK) Kümmersbruck. Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hat die Jahresabschlüsse 2014 bis 2016 routinemäßig geprüft, der Check ist sehr zur Freude von WEK-Leiter Günter Karzmarczyk und Bürgermeisters Roland Strehl positiv ausgefallen. Wörtlich heiß es im Prüfungsbericht des weiß-blauen Prüfungsverbands: „Unsere Prüfung hat ergeben, dass die Geschäfte mit der gebotenen Sorgfalt sowie in Übereinstimmung mit den kommunalrechtlichen und handelsrechtlichen Vorschriften und den Satzungsbestimmungen geführt worden sind. Ein geeignetes Risikofrüherkennungssystem wird derzeit eingerichtet.“

Ordnungsgemäße Geschäftsführung wurde dem WEK bescheinigt, Buchführung und Jahresabschlüsse hätten den Prüfungen standgehalten, die Lageberichte stünden im Einklang mit den Jahresabschlüssen und sie „vermitteln insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Eigenbetriebs“, hieß es. Das hat man erfreut zur Kenntnis genommen.

Die Verwaltung hat den Wasserverkaufspreis für die Lieferung an den Zweckverband Wolfsbach-Theuern zum 1. Januar 2019 von bisher 38 Cent pro Kubikmeter auf 44 Cent pro Kubikmeter angehoben und den Wasserlieferungsvertrag entsprechend mit Zustimmung des Gemeinderates geändert. Die aktualisierte Wasserpreisberechnung beinhaltet die Nachkalkulation über die Jahre 2013 bis 2018 sowie eine Vorkalkulation bis 2020.

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