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Bildung

„Heiliger Mann“ starb zu früh

Bischof Georg Michael Wittmann war Thema eines Vortrags an den DJD-Schulen. Der Geistliche hat einen Bezug zu Amberg.

Domvikar Georg Schwager sprach über Bischof Georg Michael Wittmann.  Foto: Peter Ringeisen
Domvikar Georg Schwager sprach über Bischof Georg Michael Wittmann. Foto: Peter Ringeisen

Amberg.Domvikar Monsignore Georg Schwager, Leiter der Abteilung für Selig- und Heiligsprechungsprozesse im Bistum Regensburg, setzte die Reihe „Abendvorträge im Gerhardinger-Saal“ an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen (DJD) fort. Passend zum 180-jährigen Gründungsjubiläum der Decker-Schulen in diesen Tagen sprach er über den Geistlichen, der maßgeblicher Ratgeber und Förderer der Schulgründerin M. Theresia von Jesu Gerhardinger war: Bischof Georg Michael Wittmann, teilen die DJD-Schulen mit.

Wittmann, 1760 in Finkenhammer bei Pleystein geboren, hat auch einen biografischen Bezug zu Amberg: Er besuchte von 1769 bis 1778 das Erasmus-Gymnasium und wanderte gern mit einem Schulfreund zur Mariahilfberg-Kirche Einen tiefen Bezug zum christlichen Glauben hatte er schon als Kind erhalten, denn die Mutter ließ ihn bereits im Alter von zwei Jahren in den Dritten Orden des Heiligen Franziskus aufnehmen. Ab 1778 durfte er als einer von zwei Studenten aus dem Herzogtum Sulzbach zu philosophisch-theologischen Studien nach Heidelberg ziehen, finanziert durch ein Stipendium am Seminarium Carolinum.

Dort kam der katholische Student erstmals auch in Kontakt mit protestantischen Christen und zeigte menschliche Hochachtung für die andere Konfession, so dass Wittmann auch als Vorbild für die Ökumene gelten könne, so Domvikar Schwager. Nach vier Jahren Studium wurde Wittmann schließlich 1782 in Regensburg zum Priester geweiht und erfüllte schon bald mehrere Aufgaben nebeneinander, so gefragt waren seine Tatkraft und seine unerschütterliche, lautere Einstellung. Ab 1802 leitete er bis zu seinem Tod das Regensburger Priesterseminar und formte so eine ganze Generation von Geistlichen durch sein Vorbild. Von 1804 an war er gleichzeitig als Dompfarrer für die damals größte Kirchengemeinde des Bistums Regensburg zuständig. 1829 wurde er zum Weihbischof ernannt und geweiht. Sein ganzes Leben hindurch habe Wittmann die Menschen beeindruckt durch seine Frömmigkeit und seine Uneigennützigkeit, seine unbedingte Bereitschaft, in Notlagen sofort zu helfen.

Besonders wichtig war Georg Michael Wittmann für die junge Karolina Gerhardinger (1797-1879). Er bat sie, als Lehrerin für die armen Kinder in Stadtamhof zu bleiben, und entwarf eine geistliche Ordnung für die Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, die sie später gründete. Bereits 1956 wurde ein Seligsprechungsprozess eingeleitet, berichtete Domvikar Schwager, was zur Folge habe, dass Bischof Georg Michael Wittmann als „Diener Gottes“ bezeichnet werden dürfe.

Der Fachleiter für Religionslehre, Dipl.-Theol. Michael Liebl, dankte dem Referenten für seine interessante Darstellung des Geistlichen, der auch für die Decker-Schulen von Bedeutung ist.

Ein heiliger Mann

  • Karriere:

    Als Bischof Sailer 1832 starb, wurde Wittmann von König Ludwig I. von Bayern zu dessen Nachfolger ernannt. Allerdings starb Wittmann vor dem Eintreffen der Bestätigung aus Rom 1833.

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