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Geschichte

Heimatgeschichte in Bildern

Am Montag erscheint die neunte Auflage des Heimatkalenders. Er gibt einen Einblick in das Leben von damals.
Josef Popp

  • Die Freiwillige Feuerwehr Schmidmühlen kann im Juli kommenden Jahres auf 150 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken. Das wird natürlich gebührend vier Tage lang gefeiert. In den letzten Jahrzehnten hat die Wehr eine positive Entwicklung genommen. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis
  • Die beiden Heimatpfleger Josef Popp, Michael Koller sowie Bürgermeister Peter Braun (von links) freuen sich auf die neunte, gelungene Auflage des historischen Heimatkalenders. Viele sehr alte Aufnahmen, teilweise mehr als 100 Jahre alt, zeugen von einer lebendigen Ortsgeschichte. Foto: ajp
  • Die Heimkehrerkapelle steht für das Kriegsende 1945. Foto: Archiv Heimatkundlicher Arbeitskreis

Schmidmühlen.Es ist heute wohl etwa 25 Jahre her, dass der Gartenbau- und Ortsverschönerungsverein Schmidmühlen mit seinem damaligen, mittlerweile verstorbenen Vorsitzenden Hans Rubenbauer, beim Marktfest eine Bildersammlung historischer Aufnahmen ausstellte. Das Interesse seitens der Bevölkerung war überwältigend. Bald darauf folgte im Oberen Schloss eine erweiterte Dokumentation der Geschichte Schmidmühlens mit weiteren Aufnahmen und schließlich ein historischer Bildband.

Und seither gilt: Das Interesse in Schmidmühlen an der eigenen Heimatgeschichte ist groß – vor allem an historischen Bildern. Nun steht die neunte Auflage an, mit zwölf alten Fotos, allesamt aus der Zeit um 1900 bis Ende der 1960er Jahre.

Bürger helfen mit

Die Aufnahmen stammen aus dem Archiv des Marktes Schmidmühlen, aus dem Archiv des Heimatkundlichen Arbeitskreises oder wurden von Bürgern freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Nun wurde der Heimatkalender 2020 offiziell im Rathaus von Bürgermeister Peter Braun sowie den beiden Heimatpflegern des Marktes, Michael Koller und Josef Popp vorgestellt.

Der Kalender kann sich sehen lassen: Raritäten, die das Prädikat „historisch besonders wertvoll“ verdienen. Sie geben einen Einblick in das Leben des Ortes und seiner Leute in längst vergangenen Zeiten.

So wird beispielsweise auch die Schulgeschichte beleuchtet. Das Kalenderbild zeigt die jetzige Erasmus-Grasser-Grundschule im Jahr ihrer Erbauung.

Als das Ende des Zweiten Weltkriegs und das Wirtschaftswunder, das großen Wohlstand und einen starken Anstieg der Kinderzahlen nach sich zog, setzte sich der Marktrat mit dem Thema Neubau einer Schule auseinander. Letztlich konnte das Schulhaus nicht mehr gehalten werden. Am 17. September 1960 wurde ein neues Kapitel der Schulgeschichte in Schmidmühlen begonnen. Das Schulhaus an der Dr.-Pfab-Straße wurde offiziell mit Domkapitular Rosner eingeweiht. 1973, 1980 und 1987/88 erfolgten Erweiterungen. Eine sehr alte Aufnahme zeigt die Kreuzbergkirche zur Hl. Dreifaltigkeit. Sie dürfte noch vor der Zeit stammen, bevor sie zum ersten Mal im letzten Jahrhundert renoviert wurde.

Wenn Kirchenmauern erzählen könnten, könnte das kleine Kirchlein viel erzählen. Von großen Jubiläumsfesten, von Gebetserhörungen, Menschen, die in der Kirche beerdigt wurden, aber auch von so manchen Diebstählen. Sie wurde 1697 fertiggestellt und geht auf ein Gelübde der Marktbürger und Bauern zurück.

Auch dem Handwerk widmet der Kalender ein Bild. Ein besonders wichtiges Handwerk in einem Ort war der Wagner. Mit dem Schmied und dem Sattler stellte er früher alle Geräte für die Bauern her. Allein der Berufsname verrät, womit sich der Wagner hauptsächlich beschäftigte: dem Wagen, seien es größere Wagen oder Karren, aber auch andere Arbeitsgeräte wie Pflüge oder Eggen.

Wagner, ein einst wichtiger Beruf

Deren Herstellung erforderte nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch die Fähigkeit, detailgetreu zu zeichnen. So musste beispielsweise bei Rädern der Abstand der Speichen (Querschnitt) exakt stimmen. Für die Bearbeitung benötigte der Wagner spezielles Werkzeug. Die Fortschritte im Wagen oder Gerätschaftsbau im frühen 20. Jahrhundert – vermehrt wurden Eisen und Stahl verwendet – ließen die Wagner gegenüber den Schmieden immer mehr ins Hintertreffen geraten.

Den endgültigen Niedergang des Wagnerhandwerks läutete die Patentierung des gummibereiften Ackerwagens ein.

Diese und viele weitere Bilder repräsentieren Schmidmühlens Geschichte in schwarz-weiß. Bilder, zu denen die Mittelbayerische Zeitung auch im kommenden Jahr mit den Kalendergeschichten Einblicke in längst vergangene Zeiten geben wird. (ajp)

Verkaufsstellen

  • Erscheinen:

    Der Kalender kann ab Montag in Schmidmühlen bei der Gemeindeverwaltung, bei Ortsheimatpfleger Josef Popp, bei Wohnambiente Philberth und in der Apotheke Alte Post erworben werden. Die Auflage ist limitiert.

  • Preis:

    Der Verkaufspreis des Heimatkalenders beträgt wieder sieben Euro. (ajp)

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