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Aktion

Herbstreise ins Sperrgebiet

Die Feuerwehr Allersburg-Berghausen organisierte einen Ausflug nach Hohenfels. Die Teilnehmer erhielten interessante Einblicke.
Von Paul Böhm

Die Allersburger genossen die Sonne bei ihrer herbstlichen Truppenübungsplatzrundfahrt. Eine der Stationen war das Kirchdorf Enslwang, das einstmals pfarrlich nach Adertshausen gehört hatte.  Foto: Paul Böhm
Die Allersburger genossen die Sonne bei ihrer herbstlichen Truppenübungsplatzrundfahrt. Eine der Stationen war das Kirchdorf Enslwang, das einstmals pfarrlich nach Adertshausen gehört hatte. Foto: Paul Böhm

Hohenburg.Einen der letzten schönen Herbsttage nutzten die Allersburger zu einer Rundfahrt durch das Truppenübungsplatzgelände Hohenfels. Ein Fußmarsch nach Lutzmannstein war auch dabei. Von der Nachmittagssonne beleuchtet, dazu buntes Herbstlauf auf den Wegen, führte die Route mitten durch das Hohenfelser Sperrgebiet hinein in den lauen Herbstabend. Die Freiwillige Feuerwehr Allersburg-Berghausen hatte die Truppenübungsplatzrundfahrt organisiert. Beeindruckend war für viele der Gang hinauf in das ehemalige Juradorf Lutzmannstein am Fuße des Schlossberges samt einer Führung von Norbert Wittl vom Hohenfelser Büro für Öffentlichkeitsarbeit.

Vorangegangen war die Fahrt durch den Nainhof, vorbei am Hauptquartier des US-Kommandeurs, am Kindergarten, an Schule, Feuerwehr und Burger-King, ehe man das Feldlager Albertshof durchstreifte. Norbert Wittl erzählte dazu Wissenswertes zur großen Fahrzeugwaschanlage, zu den doch recht rustikalen Unterbringungsmöglichkeiten für die übenden Soldaten und anderen allgemeinen Dingen zu einem Übungsablauf.

Dass Hohenfels eine sehr wichtige Ausbildungseinrichtung der US Army ist, zeigt sich auch daran, dass nicht nur in Europa stationierte US-Soldaten zum Training nach Hohenfels kommen. „Es kommt mehrmals im Jahr vor, dass auch Truppenverbände und Einheiten der Nato und ihrer Verbündeten nach Hohenfels zum Trainieren kommen. In Hohenfels ist es nicht der scharfe Schuss, sondern die realitätsnahe Gefechtsfeldausbildung, für die das über 16 000 Hektar große Terrain genutzt wird“, erzählte Wittl.

Guter Überblick

Nach der Überquerung des Schwender Dammes hatte man einen schönen Blick über große Teile des Lager-Innenbereiches und seiner Infrastruktur. Unauffällig war auch der Übergang von der Teerstraße auf die nicht geteerten Wege, die kreuz und quer das Truppenübungsplatzgelände durchziehen. „Mehr als 200 Kilometer dieser Panzerstraßen werden von unserem Bauhof am Standort mit gepflegt“, so Wittl.

Ein Stück Autobahn für die Darstellung besonderer Ausbildungsszenarien weckte ebenso das Interesse der Exkursionsteilnehmer wie die Fahrt durch mehrere Ortschaften mit orientalischem Einschlag. Man konnte sich die einen knappen Kilometer lange Feldlandebahn anschauen und im großen Übungsdorf bei Cafe Aladin ein wenig flanieren, auch wenn man vor verschlossenen Türen stand.

Über Enslwang und Schwend führte der Weg auch nach Raversdorf in die Hohenburger Ecke. Von der ehemaligen Ortschaft Kittensee sieht man so gut wie gar nichts mehr, weil das schul- und pfarrmäßig nach Pielenhofen zugegliederte Dorf inmitten einer Panzerschießbahn lag. Heute prägen neue Häuser und Gehöfte das Dorf mit seinem Minarett. Bestaunen konnte man aber auch die Unbekümmertheit mancher Rotwildherden, die in der Dämmerung zum Äsen auf die Freiflächen kommen.

Kirchweih hat Tradition

Auf dem Weg nach Schmidheim erzählte Wittl aus dem Leben der früher hier wohnenden Menschen. Interessant war für die Tour-Teilnehmer ein Blick in das ehemalige Dorfkirchlein St. Bartholomäus. Dort haben die ehemaligen Schmidheimer eine Ahnengalerie an Sterbebildern zusammenbetragen. Mit der Kirchweih im Dorf erinnern die Schmidheimer im Juli jeden Jahres an ihr großes Fest. „Da kommen alle zusammen“, erzählte Wittl. Diese Kirchweih sei ein Stück Lebensqualität, dass von den Amerikanern jedes Jahr genehmigt wird. Gleich neben dem Kirchlein findet man die Ruinen der ehemaligen Brauerei der Familie Rödl, die das Schicksal im Herbst 1951 ins Niederbayerische verschlagen hat.

Für die schönen Eindrücke bedankte sich am Ende 2. Bürgermeister Manfred Braun bei Norbert Wittl, dem „besten Fremdenführer der US Army in Hohenfels“, ehe man sich wieder auf den Heimweg machte.

Truppenübungsplatz

  • Nutzung

    : Der Truppenübungsplatz liegt als gemeindefreies Gebiet auf der Oberpfälzer Alb. Neben den US-Soldaten wird das Gelände auch von der Nato genutzt.

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