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Jubiläum

Horst Seehofer besucht Thanheim

Der Bayerische Ministerpräsident hielt die Festrede bei Auftaktveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Thanheim.

  • Kinder standen mit Rautenfähnchen Spalier. Foto: Röttenbacher
  • Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Ensdorf Foto: Röttenbacher
  • Der Ministerpräsident im Gespräch mit Rettungskräften Foto: Röttenbacher
  • Vorstand Joachim Hantke und Kommandant Johann Westiner begleiteten Horst Seehofer beim Einmarsch ins Festzelt. Foto: Röttenbacher

THANHEIM.„Wenn ein Politiker zu groß ist für kleine Orte, ist er bald zu klein für große Aufgaben,“ begründete der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer seinen Besuch bei der Auftaktveranstaltung zum 125-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Thanheim. Um diesen Satz könnte sich die erste Legende für die Thanheimer Feuerwehr ranken, denn die Einladung durch den CSU-Kreisverband und den Vorsitzenden der FFW Thanheim, Joachim Hantke, verlief nicht problemlos.

Nach einem Wirrwarr aus Zu- und Absagen schickte Hantke kurzerhand die Einladung an Seehofers Privatadresse. „Ich habe gleich gemerkt – aus dem Kuvert fließt Blut“, schilderte Seehofer den Zuhörern im bis auf den letzten Platz besetzten Festzelt die Situation. Zwischen höflicher Anrede und netten Grüßen habe Hantke unmissverständlich deutlich gemacht, dass man ihn, Seehofer, in Thanheim erwarte. So konnte der Vorsitzende der FFW Thanheim den Festauftakt mit Horst Seehofer als „besondere Ehre und wahr gewordenen Traum“ bezeichnen.

Das Goldene Buch wartete

Der ganze Ort war für den Empfang geschmückt, Grenzsteine und Kanaldeckel blau-weiß bemalt, Kinder standen mit Rautenfähnchen Spalier und die Festdamen der Feuerwehr gaben dem Ministerpräsidenten einen attraktiven Rahmen. Lange mussten die Gäste im Festzelt ausharren, denn nach seiner Ankunft und dem Empfang durch die politische Prominenz nahm sich Seehofer viel Zeit, mit den Kindern, den Eltern, den Fahnenabordnungen und den Einsatzkräften vor Ort, wie dem BRK, ins Gespräch zu kommen. Dann folgte der obligatorische Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Ensdorf.

Erst dann betrat der Ministerpräsident unter den Klängen der Blaskapelle Ensdorf mit seinem Gefolge und den Feuerwehrabordnungen das Zelt. Hier hieß der CSU-Kreisvorsitzende Dr. Harald Schwartz den hohen Gast, der von Berlin direkt nach Thanheim gereist war, willkommen und begrüßte eine große Schar politischer Prominenz, vom Europaabgeordneten bis zum Bürgermeister und Gemeinderat. Nicht allein Seehofers Anwesenheit in Thanheim war eine besondere Ehre, auch seine Ansprache, die er trotz „Superwahljahr“ ganz dem ehrenamtlichen Einsatz der Feuerwehren widmete. Die Festdamen in ihren eleganten Dirndln schienen es Seehofer angetan zu haben. „Sind sie alle aus Thanheim?“ „Ja.“ „Seit Rainer Brüderle darf ein Politiker ja nichts mehr über die Qualität der Dirndln sagen. Ich empfehle Ihnen, ein Bürgerbegehren anzustrengen, damit man wieder Komplimente machen darf“, rief Seehofer den Damen zu.

Eine Männerfreundschaft

Zwischen Seehofer und Landrat Richard Reisinger scheint sich eine echte Männerfreundschaft entwickelt zu haben. Immer wieder bezog Seehofer ihn in launigen Abstechern in seine Rede ein, sehr zur Begeisterung der Zuhörer. 125 Jahre Einsatz für den Nächsten sei ein stolzes Jubiläum und eine Freiwillige Feuerwehr nicht mehr aus dem Gemeinwesen wegzudenken, widmete sich der Ministerpräsident dem Anlass der Feier. Er habe die vom Hochwasser betroffenen Regionen besucht und festgestellt, wie professionell und besonnen die Einsatzkräfte agiert hatten. 78000 Feuerwehrleute aus ganz Bayern hätten über 900000 Hilfestunden geleistet. „In Bayern rücken alle zusammen“, lobte Seehofer die Welle der Solidarität mit den Flutopfern.

Dann kam der Ministerpräsident doch nicht umhin, auf die Lage Bayerns in Deutschland und Europa einzugehen. „Es steht mir nicht zu, Bayern zum Paradies darzustellen zu erklären“, so Seehofer. Bayern habe geschichtlich schon immer auf der Seite der Sieger gestanden, „und wenn nicht, haben wir die Seiten gewechselt.“ Im Vergleich mit Europa sei Bayern das Land mit der besten Wirtschaftslage, stetem Schuldenabbau und starkem Mittelstand, „sie sind das große Flaggschiff Bayerns“. Seinen Vorstoß, den „ungerechten“ Länderfinanzausgleich zu kippen, oder zumindest zu deckeln, begründete Seehofer damit, dass Bayern die Hälfte des gesamten Länderfinanzausgleiches stemme. Auch im Bildungsvergleich stehe Bayern an der Spitze, so Seehofer, der weitere Bildungsreformen unter seiner Ägide ablehnte.

So wird Seehofer König

Eine Lanze brach der CSU-Parteivorsitzende für Kanzlerin Angela Merkel. Sie sei „eine erstklassige Vertreterin Deutschlands nach Innen und Außen - und eine echte Freundin Bayerns.“ Er hatte aber auch den Ausbau der Infrastruktur des Landkreises im Blick und gestand ein, dass „riesige Investitionssummen für den Straßen- und Schienenausbau nötig sind.“ Er sei nicht bereit, weitere 20 Jahre auf Zuteilung der Mittel zu warten. Darum sei er Verfechter der Transitmaut. Unter dem Jubel der Festgäste beendete Seehofer eine launige, aber auch dem Ehrenamt ernsthaft gewidmete Rede, die mit den Schlussworten von Landrat Richard Reisinger, kurz und knapp wie immer und MdB Alois Karl abgerundet wurde. Joachim Hantke rief für Bayern die Monarchie aus und erhob Seehofer mit Urkunde zum „Bayerischen König Horst I.“ in den Adelsstand. (hcr)

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