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Region Amberg
Mittwoch, 15. August 2018 24° 2

Bürgerversammlung

Idee für die Zukunft gefragt

Der Auftakt für das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept der Gemeinde Kümmersbruck ist gemacht.
Klaus Högl

Natürlich im Brennpunkt der Diskussion war die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt von Haselmühl. Archivfoto: kn
Natürlich im Brennpunkt der Diskussion war die Verkehrssituation in der Ortsdurchfahrt von Haselmühl. Archivfoto: kn

Kümmersbruck.Wie könnte es in Kümmersbruck 20 oder 30 Jahren aussehen? Wo sind die Potenziale, die Chancen und Risiken, die Stärken und Schwächen? Was könnte das städtebauliche Kalkül sein? Wo sind die Alleinstellungsmerkmale von Kümmersbruck mit seinen jetzt knapp 10000 Einwohnern? Die Bürgerversammlung im Rathaus ging ausschließlich um das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept – sozusagen die ISEK-Auftaktveranstaltung. Ziel ist es, Entwicklungsleitlinien für die Zukunft von Kommunen zu formulieren. Im Ergebnis könnte eine Strategie sein, die wichtige Ziele für alle Bereiche einer Stadtentwicklung – vom Verkehr, der sozialen Infrastruktur über das Wohnen bis hin zum Landschaftsraum – festsetzt.

Entwickelt hat sich die Einschaltung von ISEK aus der Sanierung des Dorfplatzes Kümmersbruck: „ISEK soll im größeren Kontext eingebunden werden im Entwicklungskonzept“, sagte Bürgermeister Roland Strehl, was wohl auch helfen könnte, Fördergelder zu generieren. Zwei Stunden lang wurde von den Zuhörern, darunter viele örtliche Mandatsträger – zusammengetragen, was für Kümmersbrucks nächste Generation dringend, wünschenswert oder weniger wichtig.

Experten zu Rate gezogen

1. Bürgermeister Roland Strehl hat zur Bestandsaufnahme https://www.mittelbayerische.de/region/amberg/gemeinden/kuemmersbruck/und zur langen Diskussion über Stärken und Schwächen von Kümmersbruck Christine Meyer vom Büro W. Röth GmbH., Landschaftsarchitekten und Stadtplaner (Amberg), Markus Rösch (Architekturbüro Rösch) und Tanja Korzer vom Büro (U/M/S Stadtstrategien) aus Leipzig ins Boot geholt, die ihre ersten umfangreichen Arbeitsergebnisse in mehreren Handlungsfeldern vorstellten: Städtebau, räumliche Entwicklung, Wohnen, Verkehr und Mobilität, Wirtschaft, Tourismus, Einzelhandel, soziale Infrastruktur, Bildung, Kultur, Freizeit sowie Freiraum, Landschaft, Naherholung. Freilich war auch vieles darunter, was in den letzten Jahren in irgendeiner Form bereits thematisiert worden war.

Das ISEK-Team mit Markus Rösch, Christine Meyer und Tanja Korzer (von links) Foto: aeu
Das ISEK-Team mit Markus Rösch, Christine Meyer und Tanja Korzer (von links) Foto: aeu

Die Experten nutzten für den ersten Austausch drei Plakatständer, jeder war einem oder zwei Handlungsfeldern gewidmet. Bürger, Gemeinderäte, Bürgermeister, Seniorenvertreter und Moderatoren diskutierten die Stärken, Defizite, Chancen und Wagnisse der Gemeinde. Den intensiven Gruppengesprächen folgte das Zusammentragen der Ideen und Anregungen aus den Plakatgesprächen. Dabei kamen zentrale Themen wie der weitere Bedarf nach seniorengerechten Wohnen, die Unterstützung der Vereine und Freizeitangebote, die bessere Vermarktung der Gemeinde nach außen und das bisher wenige genutzte Potenzial der Vils zum Ausdruck – Wünsche, Vorschläge und Anregungen gab es reichlich.

Natürlich im Brennpunkt: Die Ortsdurchfahrt, die Gestaltung und Ordnung des Verkehrs sowie des öffentlichen Raums für Autos, Radfahrer und Fußgänger. Ein Parkdeck in Haselmühl, der Kauf des Haidweihers, eine Badestelle an der Vils, der Grundstücksmarkt, das Fehlen öffentlicher Räume und von (Kinder-)Ärzten, mehr Aufwertung von Kunst und Kultur, Seniorenwohnen – eine Vielzahl von Wünschen wurde an die Pinnwand geklebt.

Mit dieser ersten Veranstaltung ist lediglich der Startschuss gefallen. Die erarbeiteten Ergebnisse sind Grundlage für die weitere Arbeit mit dem Ziel, konkrete Vorstellungen und Maßnahmen für Kümmersbrucks Entwicklung zu definieren. Die Gemeinde soll auch künftig attraktiv für seine Bewohner und ihre Besucher sein. Freilich ist die Gemeinde ohnehin in den meisten Bereichen mit Vereinen, Verbänden, Hallenbad, Schulen und Turnhallen gut aufgestellt.

Zeitschiene steht

Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept hatte mit der Bürgerversammlung seine Premiere. Noch im Juli soll sich – immer federführend mit dem ISEK-Arbeitsteam – eine Lenkungsgruppe bilden, die sich im Oktober treffen wird. Die „Kümmersbrucker Planungswoche“ wird bei einer Zusammenkunft der Lenkungsgruppe im Januar oder Februar 2019 sein. Den Abschluss gibt es im Gemeinderat im September 2019. So ist die Zeitschiene geplant: „Wir bekommen einen guten Ratgeber an die Hand. Es wird sich zeigen, was wir in Kümmersbruck umsetzen können“, sagte 1. Bürgermeister Roland Strehl über eine „gute Auftaktveranstaltung“. Im Moment ist alles noch Theorie.

Einführend zur Bürgerversammlung ging 1. Bürgermeister Roland Strehl auf die Entwicklung der Gemeinde ein. „Um aufzuzeigen, für wen wir das alles überhaupt in die Wege leiten und machen“, unterstrich er im Bemühen, Kümmersbruck noch attraktiver zu machen. So nannte er auch Projekte, die aktuell in Angriff genommen werden: der Parkplatz für den Friedhof am Bachweg, der Wendehammer Penkhof, der Hochwasserschutz für Theuern. „Die Gemeinde tut viel“, rief Strehl in Erinnerung.

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