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Region Amberg
Mittwoch, 15. August 2018 24° 3

Geldinstitut

Immobiliengeschäft als treibende Kraft

Die Raiffeisenbank Unteres Vilstal sieht sich für die Zukunft gut gerüstet. Das Kreditvolumen wurde ausgeweitet.
Von Paul Böhm

  • Die Raiffeisenbank Unteres Vilstal investiert in der Region mit dem Neubau der Geschäftsstelle in Rieden. Foto: abp
  • Markus Dollacker und Karl Fochtner (Zweiter und Dritter von links) wurden erneut in den Aufsichtsrat gewählt. Dazu gratulierten Karl Schlagbauer (links) Dr. Michael Doblinger und Alfred Hantsch (von rechts). Foto: abp

Ensdorf. Nicht die Größe einer Bank alleine macht es aus, um die zu bewältigenden Probleme und Regularien im Bankensektor lösen zu können, davon ist Bankvorstand Karl Schlagbauer von der Raiffeisenbank Unteres Vilstal überzeugt. In den vergangenen Tagen hatte die Genossenschaftsbank in den Wittelsbacher Saal nach Ensdorf eingeladen. In diesem Jahr sind es 200 Jahre, dass die Genossenschaftsidee geboren wurde, im Jahr 2019 kann die Raiffeisenbank Unteres Vilstal eG, vormals Raiffeisenbank Schmidmühlen auf ihr 120-jähriges Bestehen zurückblicken.

„Wir haben unsere Hausaufgaben im Berichtsjahr 2017 gemacht, und können gestärkt die künftigen Aufgaben meistern“, versicherte Schlagbauer. Es sei nicht immer eine Frage der Größe einer Bank, sondern der Vorausschau, des Mutes und der Überzeugung, Entscheidungen zu treffen, um die notwendigen Veränderungen im mittlerweile schnelllebigen Bankensektor meistern zu können.

„Nicht restriktiv ausgerichtet“

„Wir sind nicht restriktiv ausgerichtet, wir investieren in einen Neubau einer neuen Geschäftsstelle in Rieden, die in wenigen Wochen in Betrieb gehen wird“, sagte der Vorstand. Die Grundlagen dafür, ihre Marktposition zu behaupten, habe die Genossenschaftsbank in den vergangenen Jahren durch viele Veränderungen gelegt, erklärten die beiden Vorstände Karl Schlagbauer und Michael Doblinger.

Das Jahr 2017 sei gut verlaufen, die kommenden Jahre werden sicherlich nicht einfacher werden. Zum weiterhin niedrigen Zinsniveau komme das nicht nachlassende Tempo der Veränderungen und die übertriebene Regulatorik. „Das sind Realitäten, die von der EU vorgegeben sind“, erläuterte Schlagbauer.

Als einen Rückhalt in der Region bezeichnete Bürgermeister Markus Dollacker in seinem zusammengefassten Grußwort der Bürgermeisterkollegen aus dem Genossenschaftsgebiet die eng mit der Region verwurzelte Bank. „Die verantwortungsvolle Teilnahme am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zahlt sich letztendlich für uns alle aus“.

Die Bilanzsumme hat zum Jahresende 2017 mit knapp 233 Millionen Euro abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Steigerung um 13 Millionen Euro. Es sei nicht die weitere Hereinnahme von Kundengeldern gewesen, sondern einzig und allein der Neuvergabe von Kundenkrediten geschuldet. „Bilanzsummenwachstum ist in Zeiten von rückläufigen Ergebnissen kein erklärtes Ziel“, lautete dazu seine Ansage. Ausgewiesene Eventualverbindlichkeiten habe die Bank mit 19 Millionen Euro in der Bilanz stehen. Die Forderungen an Kreditinstitute sind auf 13 Millionen Euro zurückgefahren worden. Dies sei einzig und allein das Ergebnis der hohen Kreditnachfrage gewesen, so Schlagbauer.

Das Kreditvolumen wurde im Berichtsjahr um über 23 Millionen Euro auf 171 Millionen Euro ausgeweitet. „Schwerpunkt der Investitionen lag wie auch in den Vorjahren im Bereich des Immobilienwesens“. Mit 16 Prozent liegt die Bank weit über dem Schnitt bayerischer Genossenschaftsbanken. Für das laufende Geschäftsjahr sieht die Bank allerdings nicht mehr diese hohen Zuwächse, sondern hier erwartet man ein moderateres Wachstum. Auch das Einlagengeschäft dürfte überschaubar wachsen. 37 Millionen Euro hatte die Bank an Wertpapieren im Eigenportfolio stehen, rund 6,8 Millionen Euro weniger als in 2016. Die Beteiligungen wurden in der Bilanz mit 2,5 Millionen Euro ausgewiesen, sonstige Vermögensgegenstände bilanzierte die Bank mit zwei Millionen Euro.

Auf die Passivseite geschaut: An Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten standen Ende 2017 gut 42 Millionen Euro in der Bilanz. „Weitere Darlehen der KfW und der LfA sowie der Zentralbank sind der Grund für diesen Anstieg um zwölf Millionen Euro gewesen.“ An Kundengeldern verwaltete die Bank 165 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder liegt derzeit bei 4876.

„Das Eigenkapital stärken“

„Die gute Ertragslage in 2017 versetzt uns somit in die Lage, unser Eigenkapital wieder ordentlich zu stärken“, trug Schlagbauer den Vertretern der Bank vor. Die Gesamteigenkapitalausstattung ist zum Jahresende 2017 auf knapp 25 Millionen Euro angewachsen. Das Gesamtkundenbetreuungsvolumen stieg auf 490 Millionen Euro und die Finanz- und Vermögenslage sei weiterhin gut, so die Aussage aus dem Vorstandsbericht. Die Geschäftsanteile werden für das vergangene Jahr mit drei Prozent dotiert.

Wie Vorstand Dr. Michael Doblinger vortrug, kann die eingerichtete Telefonfiliale die eingehenden Serviceaufträge mit mehr als 70 Prozent fallentscheidend erledigen. „Mit dieser Bankdienstleistung stehen wir unseren Kunden für den Geld- und Kontoservice mit 50 Stunden pro Woche zusätzlich von 8 bis 18 Uhr am Telefon zur Verfügung.“

Der Aufsichtsrat

  • Einen umfassenden Bericht

    gab Aufsichtsratsvorsitzender Alfred Hantsch seinem Gremium. Er sei stolz darauf, dass die Bank wieder die Erwartungshaltung als regionaler Wirtschaftspartner gehalten hat.

  • Die ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder

    Karl Fochtner aus Schmidmühlen und Markus Dollacker aus Ensdorf wurden einstimmig wieder in den Aufsichtsrat der Raiffeisenbank gewählt. (abp)

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