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Kriminalität

In Amberg kann man sich sicher fühlen

Die Stadt ist wieder ein Stück sicherer geworden, folgert Oberbürgermeister Cerny aus dem Sicherheitsbericht der Polizei.
Von Gerd Spies

Ein als Einbrecher verkleideter Mann hebelt eine Tür auf (gestellte Szene). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
Ein als Einbrecher verkleideter Mann hebelt eine Tür auf (gestellte Szene). Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Amberg.Die Zahlen im Sicherheitsbericht 2016, die der Polizeipräsident der Oberpfalz, Gerold Mahlmeister, Ambergs Oberbürgermeister vorlegte, lesen sich beinahe durchweg positiv. Die Straftaten sind insgesamt weniger geworden, die Aufklärungsquote ist weiter angestiegen – wären da nicht die Zahlen zur Gewalt- und Rauschgiftkriminalität: Die nahmen gegenüber dem Vorjahr teilweise sogar drastisch zu.

„Die Sicherheitslage in Amberg befindet sich auf einem erfreulich guten Niveau.“ Dieses Fazit zog OB Michael Cerny aus dem Sicherheitsbericht. Die Gesamtzahl der Straftaten weist mit 2900 den niedrigsten Wert im zehnjährigen Vergleich auf, die Aufklärungsquote beträgt fast 70 Prozent. Darüber freuten sich Kriminaloberrat Gerhard Huf (Kriminalpolizeiinspektion Amberg/KPI), Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm (Verkehrspolizeiinspektion Amberg/VPI), Polizeidirektor Robert Hausmann (Polizeiinspektion/PI), Oberbürgermeister Cerny, Dr. Bernhard Mitko als Leiter der Rechtsabteilung der Stadt Amberg, Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (Polizeipräsidium Oberpfalz), Polizeivizepräsident Michael Liegl (PP) und Polizeirat Christian Kiener (PP Oberpfalz).

Aufklärungsquote bei 70 Prozent

Bei der „Sicherheitskonferenz“, von links: Kriminaloberrat Gerhard Huf (KPI Amberg), Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm (VPI Amberg), Polizeidirektor Robert Hausmann (PI Amberg), OB Michael Cerny, Dr. Bernhard Mitko (Leiter der Rechtsabteilung der Stadt), Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (PP Oberpfalz), Polizeivizepräsident Michael Liegl (PP Oberpfalz) und Polizeirat Christian Kiener (PP Oberpfalz) Foto: Gerd Spies
Bei der „Sicherheitskonferenz“, von links: Kriminaloberrat Gerhard Huf (KPI Amberg), Erster Polizeihauptkommissar Friedrich Böhm (VPI Amberg), Polizeidirektor Robert Hausmann (PI Amberg), OB Michael Cerny, Dr. Bernhard Mitko (Leiter der Rechtsabteilung der Stadt), Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (PP Oberpfalz), Polizeivizepräsident Michael Liegl (PP Oberpfalz) und Polizeirat Christian Kiener (PP Oberpfalz) Foto: Gerd Spies

Und – auch die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Gebiet der kreisfreien Stadt weiter gesunken. Im vergangenen Jahr waren es 25, zwei Jahre zuvor wurden sogar 46 dieser Taten verzeichnet. Dass es bei 14 der 25 Einbrüche im Jahr 2016 beim Versuch blieb, ist laut Polizeipräsident Mahlmeister ein Beleg dafür, dass die Wohnungen sicherer und die Bürger wachsamer geworden sind. Er ruft weiter die Bürger auf, wachsam zu sein, lieber einmal mehr in Verdachtsfällen bei der Polizei anzurufen, auch etwa durch nachbarschaftliche Kontakte mehr Kontrolle zu ermöglichen. Dass in Bayern insgesamt die Einbruchsrate weit geringer ausfalle als in anderen Bundesländern, sieht Gerold Mahlmeister auch als Ergebnis der Politik, so etwa mit der Forderung, die Mindeststrafe bei Einbruchsdiebstahl auf ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung zu erhöhen. (Anm. d. Red.: Die Spitzen von CDU, CSU und SPD haben sich Ende März 2017 im Koalitionsausschuss der Bundesregierung darauf geeinigt, beim Einbruchdiebstahl diese Mindeststrafe gelten zu lassen.) Kriminaloberrat Gerhard Huf von der KPI betonte in diesem Zusammenhang die „sehr gute Zusammenarbeit“ mit der Amberger Staatsanwaltschaft.

Mehr Kontrollen – mehr Verfahren

Sorgen bereiten der Polizei freilich „urbane“ Effekte, wie OB Cerny sie bezeichnete – gemeint sind damit die nächtlichen Auseinandersetzungen an beinahe jedem Wochenende, etwa vor den Diskotheken, die sich in der Statistik der Gewaltkriminalität sowie der gefährlichen und schweren Körperverletzungen niederschlagen. Diese Schlägereien, fast immer im alkoholisierten Zustand, nehmen demnach seit Jahren zu, bei schweren Körperverletzungen gegenüber 2015 um knapp 25 Prozent. Die lokalen Schwerpunkte sind da in Amberg der Schrannenplatz und die Regensburger Straße, berichtete Robert Hausmann, der Amberger Polizeidirektor. Mit den dortigen Lokalbetreibern sei man im guten Einvernehmen, wurde in dem Gespräch auch betont.

Aus dem Sicherheitsbericht 2016

  • Summen

    Die Gesamtzahl der Straftaten in der Stadt Amberg betrug im Berichtsjahr 2016 an Taten 2899 (2961), die Aufklärungsquote lag bei 68,5 Prozent (67,2 Prozent); in Klammern Vergleichszahlen 2015.

  • Gruppen

    Gewaltkriminalität 118 (97), Gefährliche/Schwere Körperverletzung 100 (76), Diebstahlskriminalität 739 (871), Wohnungseinbruchdiebstahl 25 (28), Rauschgiftdelikte 340 (305) (age)

Konflikte unter Zuwanderern nehmen zu, dies sei bei der Polizei in den Fokus gerückt. Ebenso zeige die Kurve bei Rauschgiftdelikten seit Jahren nach oben, gegenüber 2015 stieg in Amberg die Zahl um 11 Prozent auf 340 an. Der Polizeipräsident führt aber diese Daten weniger auf erhöhten Konsum als vielmehr auf die verstärkten Kontrollen und erfolgreichen Aufgriffe besonders in Richtung Tschechien zurück.

Cerny sieht im Bericht einen Beleg für die gute Sicherheitslage in Amberg. Die positive Entwicklung schon seit Jahren resultiere auch aus einer guten Zusammenarbeit zwischen der Stadt und den Ordnungshütern. Am subjektiven Sicherheitsgefühl müsse aber immer wieder gearbeitet werden, sagte Cerny – notfalls auch mit mehr Polizei-Präsenz in der Innenstadt.

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