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Gericht

Iraker kommt wegen Vergewaltigung in Haft

Eindeutige DNA-Spuren überführten den Angeklagten. Er wurde zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt.
Von Mariele Schön

Amberg. Bis zum Schluss beteuerte der heute 24-jährige Iraker gestern vor dem Landgericht, nichts gemacht zu haben. Die DNA-Spuren bewiesen in den Augen des Gerichts jedoch zweifelsfrei, dass er am 28. Mai 2011 nachts eine heute 22-jährige Frau beim Ziegeltor vergewaltigte und am 30. Juli 2011 nachts eine 23-Jährige in der Regensburger Straße vergewaltigen wollte und sie mit einem Messer bedrohte.

Als die Vorsitzende Richterin, Vizepräsidentin Roswitha Stöber, das Urteil verlas, stand dem Iraker Fassungslosigkeit im Gesicht. Dabei war das Urteil eher milde, Staatsanwältin Michaela Frauendorfer hatte immerhin zwölf Jahre Haft gefordert. Ob gegen das Urteil Revision eingelegt wird, war gestern noch offen. Vorerst kehrt der Verurteilte in die JVA Amberg zurück, wo er seit 30. Juli 2011 in Untersuchungshaft sitzt.

Aufgrund der Höhe der Strafe müsste er die Haft voraussichtlich in Straubing verbüßen – und zwar im Hochsicherheitsgefängnis, zusammen mit zur Sicherungsverwahrung untergebrachten Häftlingen. Eine Entschuldigung an die Opfer kam von dem Iraker nicht, dafür aber die Versicherung, wenn er ins Gefängnis müsse, gehe er lieber in den Irak zurück.

Gestern versuchte der Verteidiger des Irakers, Bernhard Malz, noch, die Glaubwürdigkeit der 22-Jährigen zu erschüttern, scheiterte damit aber. Die DNA-Spuren reichten dem Gericht zum Überführen des Täters.

Die Opfer leiden noch heute unter den Folgen der Tat. Die 23-Jährige wurde völlig aus einer viel versprechenden Lebensbahn geworfen, hat einen Suizidversuch hinter sich. Die 22-Jährige braucht psychiatrische Hilfe. „Sie hat um Hilfe geschrien, sie hat gestrampelt, sie hat sich gewehrt“, hielt Staatsanwältin Frauendorfer dem Iraker im Fall der 23-Jährigen vor. Zu der Aussage des Irakers, sie habe Sex haben wollen, kritisierte Frauendorfer, dass die Geschädigten als Lügnerinnen dastünden, wenn dem Gericht die DNA-Spuren nicht vorlägen. „Das ist eine doppelte Ungerechtigkeit. Was hier passiert sei, sei Albtraum jeder Frau.

Der Rechtsanwalt der 22-Jährigen, Stefan Luttenberger, schloss sich bei der Höhe des Strafmaßes den Forderungen der Staatsanwältin an. Der Rechtsanwalt der 23-Jährigen, Jörg Jendricke, forderte für die Tat an seiner Mandantin auch zwölf Jahre Haft. Der Verteidiger des Angeklagten, Malz, befand dagegen für die Tat in der Regensburger Straße eine Haft von drei Jahren als ausreichend. Für die seiner Meinung nach nicht bewiesene Vergewaltigung forderte er Freispruch.

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