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Wettbewerb

Jungimker schwirrten durch Amberg

Die fähigsten Nachwuchsimker kommen aus Württemberg. Sieben Teams aus ganz Deutschland trafen sich zum Wissenstest in Amberg.
Von Rolf-Dieter Reichert

  • Imkern interessiert zunehmend auch junge Leute. Archivfoto: dpa
  • Die Jungimker tragen sich ins Goldene Buch der Stadt Amberg ein. Foto: arr

Amberg. Zum nationalen Jungimkerwettbewerb haben sich sieben Teams jugendlicher Imker zwischen zwölf und 16 Jahren in Amberg getroffen. Amberg und der Landesverband Bayerischer Imker (LVBI) unter dem Präsidenten Eckard Radke zusammen mit dem Bienenfachwart und Obmann Alexander Titz haben dieses Treffen mit dem Deutschen Imkerbund als bundesweiten Wettbewerb ausgerichtet. Ziel war es, ein Team zu finden, das den Deutschen Imkerbund in Prag vertritt. Mit von der Partie war natürlich die „Bienenhonig-Königin“ Sabrina I. Moriggl aus Oberbayern, die alle Fragen zum Honig und den Lieferanten, den Bienen, sachkundig beantwortete.

Die Honigkönigin Sabrina Moriggl Foto: arr
Die Honigkönigin Sabrina Moriggl Foto: arr

Auftakt war am Freitagabend ein kleiner Empfang im Amberger Rathaus. Bürgermeisterin Brigitte Netta hatte es übernommen, die Jugendlichen, deren Betreuer und die offiziellen des LVBI zu begrüßen. Netta hob besonders hervor, dass Amberg und Amberger Schulen sowie der Landkreis Amberg-Sulzbach eng mit der Imkerei verbunden seien.

Die Aktion „Imker auf Probe“, an der auch sehr viele Schulen aus Stadt und Land teilnehmen, habe sich als großer Erfolg erwiesen. Daher freut es sie ganz besonders, dass die Wahl des LVBI auf Amberg und auf den Bienenhof in Aschach (Freudenberg) als Austragungsort des Wettbewerbes gefallen ist. LVBI-Präsident Eckard Radke überreichte Netta ein Glas Honig, „ein Glas eingefangener Sonnenschein“, wie er betonte.

Da die Gruppen eine teils sehr weite Anreise hinter sich hatten – die Bienen AG des Hildegard von Bingen Gymnasiums war aus Hannover angereist und hatte rund zehn Stunden Fahrt hinter sich –, fasste man sich bei den Reden kurz. Wartete doch im Bienenhof Aschach das Abendessen und Kennenlernen am Lagerfeuer auf die Jungimker. Vorher jedoch ließ es sich die Bürgermeisterin nicht nehmen, eine Führung durch die historischen Rathaussäle zu arrangieren. Ein Gruppenfoto auf dem Rathausbalkon war dann wohl der erste Höhepunkt für die Wettbewerbsteilnehmer.

Am Samstag war dann die ganze Konzentration der Jugendlichen gefragt: Der Bezirksvorsitzende der Oberpfalz im LVBI, Richard Schecklmann, gab mit seiner Begrüßung der Teilnehmer den Startschuss für den Wettbewerb. Intensiv wurden die jungen Imker zunächst in der Theorie geprüft. Nach der Mittagspause schloss sich der praktische Teil der Prüfung an.

Die Prüfungsfragen

  • Honigbienen-Beurteilung:

    Verhalten am offenen Bienenvolk, Entnahme der Wabe aus der Mitte, Benennung der wichtigsten Kriterien.

  • Zeichnen einer Drohne:

    Entnahme , Zeichnung, Einsetzen in den Königinnenkäfig.

  • Umlarven:

    Gerätschaften benennen, optimales Alter der Made benennen, drei Maden umsetzen in ein Larvennäpfchen.

  • Trachtpflanzen:

    Zehn Trachtpflanzen beschreiben , Faulbaum suchen, drei weitere Bienenpflanzen finden.

  • Honigkunde:

    Falsche Etikettierung der Honiggläser, Zuordnung von Honigproben zu den einzelnen Trachtpflanzen. Zuordnung verschiedener Körperteile, Zuordnen von neun Detailaufnahmen zu einem Bienenbild.

  • Gerätschaften:

    Beschreibung und Zuordnung zur Anwendung.

Die Prüfungsaufgaben der Teilnehmer waren nicht einfach, vielmehr stellte dieser Fragenkatalog, bei dem die höchstmögliche Punktezahl erreicht werden sollte, auch gestandene Imker vor schwierige Fragen. Umso erstaunlicher war nach Aussage der Prüfungskommission, dass die Teilnehmer fast alles fehlerfrei beantworten konnten. Es war ein schwieriges Unterfangen, aus den sieben Teams die drei erfolgreichsten herauszufinden und dann auch noch ein Team für die Fahrt nach Prag zum IMYB, dem „International Meeting of Young Beekeepers“, zu benennen.

Die drei Siegerteams mit Betreuern, Bienenkönigin und Ehrengästen
Die drei Siegerteams mit Betreuern, Bienenkönigin und Ehrengästen Foto: arr

Die Teilnahme hat sich das Team vom Landesverband Württemberg, Bienen-AG des Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach, Lara Lengning, Selina Foltas und Jana Kienzle, gesichert. Die zweiten Sieger kommen vom Landesverband Bayern, Bienen AG Robert-Schumann-Gymnasium in Cham, Florian Gebhard, Maria Kienberger und Andreas Plattner. Den dritten Sieg erreichten die Jungimker des Landesverbandes Rheinland, Luis Ternes, Juliane Schreiber und Florian Busch. Alle Teilnehmer der sieben Teams erhielten Urkunden durch den Präsidenten des LVBI und Vorsitzenden des Landesverbandes Bayern, Eckard Radke. Anschließend richteten in gelöster Atmosphäre die zahlreich erschienen prominente Gäste Grußworte an Jungimker und die Betreuer. Besonders hoben alle Redner hervor, dass der Imker-Nachwuchs wirklich Besonderes mit diesem Wettbewerb geleistet habe.

Der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny, die stellvertretende Amberg-Sulzbacher Landrätin Brigitte Bachmann, der 3. Bürgermeister der Gemeinde Freudenberg, Benno Schißlbauer, und von der Freiwilligenagentur Amberg Catharine Dill bekamen dann je ein Glas Bienenhonig als Dank für die gelungene Organisation. Besonders der OB bedankte sich, hatte doch seine Frau ihm aufgetragen, ja nicht ohne Honig nach Hause zu kommen, wie er sagte.

Alle Teilnehmer konnten zum Ende des Wettbewerbs feststellen, dass alles sehr gut und erfolgreich abgelaufen ist. Auch das Wetter hatte mit strahlendem Sonnenschein und endlich Temperaturen über 20°C mitgespielt; die Vergabe der Urkunden und die Grußworte konnten im Freien erledigt werden.

Einig war man sich, dass das geflügelte Wort „Die Bienen und die Schaaf ernähren ihren Besitzer im Schlaf“ nicht den Tatsachen entspricht. Müssen die Imker doch täglich nach ihren Völkern sehen und sie pflegen, damit die Bienen zum Wohl aller ihre Arbeit erledigen können.

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