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Region Amberg
Donnerstag, 20. September 2018 25° 2

Bildung

Kinder für Natur begeistern

Lehrer Hermann Dotzler schwärmt von der Umweltstation Kloster Ensdorf. Seit 20 Jahren nutzt er das Angebot mit Schülern.
Von Hans Babl

Aus Pollen und Blüten bastelten die Schülerinnen und Schüler von Hermann Dotzler bunte Grußkarten. Foto: Babl
Aus Pollen und Blüten bastelten die Schülerinnen und Schüler von Hermann Dotzler bunte Grußkarten. Foto: Babl

Ensdorf.Hermann Dotzler ist im letzten Dienstjahr Lehrer einer 6. Klasse an der Krötenseeschule in Sulzbach Rosenberg. Zugleich ist er Fachberater für Umweltbildung im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg.

Seit 20 Jahren schon ist er jedes zweite Jahr mit seinen Schülerinnen und Schülern für eine Woche in der Umweltstation Kloster Ensdorf. „Mit rund 350 Kindern aus der 4., 5. oder 6. Klasse war ich so schon zur Umweltbildung in Ensdorf“, erzählte er. „Heuer nun also zum letzten Mal.“

An der Umweltstation Kloster Ensdorf schätzt er besonders das Umfeld und die Natur und die vielfältigen Umweltangebote des Klosters. „Nicht nur in den Feuchtbiotopen, Streuobstwiesen und beim Bienenlehrstand lässt sich Natur und Schöpfung entdecken, auch durch Fußfühlpfad und Natur-Kneippbecken“, schwärmt Dotzler. Die Vils sei in unmittelbarer Nähe, ebenso der artenreiche Hirschwald, Felder und Äcker.

Viel wird den Klassen geboten

Den Kräutergarten nutze nicht nur die exzellente Klosterküche für ihre schmackhaften regionalen Speisen. Die Leiterin der Umweltstation, Kräuterpädagogin Melanie Hahn, bietet auch Kräuterkurse an, in denen man die verschiedenen Kräuter, deren Nutzung und Wirkungen praktisch kennenlernen kann. Und: Kreativ kann man mit Naturmaterialien basteln.

Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein und Umweltstationsleiterin Melanie Hahn dankten Lehrer Hermann Dotzler (von links). Foto: Babl
Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein und Umweltstationsleiterin Melanie Hahn dankten Lehrer Hermann Dotzler (von links). Foto: Babl

Bei der Woche in Bildungshaus, Umweltstation und Umwelt-Musik-Werkstatt des Klosters der Salesianer Don Boscos ist das Angebot sehr groß, das betonen auch Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein und Melanie Hahn. Lagerfeuer und Nachtwanderung können die Gäste erleben, selbst belegte Pizzen aus dem Pizzaofen genießen, Musikinstrumente aus Naturmaterialien basteln, im Klanghaus spielen und überhaupt gebe es viele Möglichkeit für gemeinsame Spiele. „Das macht Schülerinnen und Schülern Spaß und bietet einmalige Erlebnisse“, weiß Dotzler. In dieser Woche bastelten die 24 Kinder von Dotzlers sechster Klasse unter anderem bunte Karten aus Pollen und Blüten. Sie spielten Volleyball auf dem Hackschnitzelfeld und unternahmen eine interessante Kanufahrt auf der Vils.

„Das macht Schülerinnen und Schülern Spaß und bietet einmalige Erlebnisse.“

Hermann Dotzler, Fachberater für Umweltbildung

Der einwöchige Aufenthalt in Ensdorf diente neben der Umweltbildung und dem Naturerlebnis auch dazu, die Gemeinschaft und ebenso die Musik zu erfahren, die Kinder können selbstständiger werden – und es sei eine Möglichkeit der Meditation, hob Hermann Dotzler hervor. „Ein ganz wichtiges Ziel ist, Begeisterung in und für die Natur zu wecken, das Zusammenspiel in der Natur zu entdecken sowie Ehrfurcht und Achtung vor Natur und Schöpfung zu entwickeln“, betonte er im Gespräch mit der MZ. „Und das sollen die Schülerinnen und Schüler auch weitergeben an Eltern, Geschwister, Freunde und Bekannte.“

Die Umweltstation Kloster Ensdorf

  • Schwerpunkt:

    Das Jahresthema 2018 lautet: „Zurück zu den Wurzeln – wieder in der Natur heimisch werden“.

  • Auszeichnung:

    Das Kloster Ensdorf mit Umweltstation wurde von der OTH Amberg-Weiden als „Innovativer LernOrt“ aus dem Bündnis für Ethik und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

  • Impuls:

    Aus der Arbeit der seit nun 22 Jahren bestehenden Umweltstation ging das Zentrum für erneuerbare Energien (ZEN) in Ensdorf hervor. Es gibt Familien, Bauherren, Handwerkern und kommunalen Entscheidungsträgern Möglichkeiten an die Hand, ihrer Verantwortung gegenüber der Schöpfung gerecht zu werden.

Und für den Lehrer persönlich? „Interessant war für mich in den 20 Jahren, in denen ich alle zwei Jahre für eine Woche in der Umweltstation Kloster Ensdorf war, deren eindrucksvolle Umgestaltung, Fort- und Weiterentwicklung“, erzählte Dotzler.

Als Dank für seine Treue zur Umweltstation Kloster Ensdorf und zum Abschied überreichten Klosterdirektor Pater Christian Liebenstein und Melanie Hahn, Leiterin der Umweltstation, Hermann Dotzler eine Tüte mit ausgezeichnet leckeren Produkten des Klosters Ensdorf: Marmeladen und Honig, Kräuterschnaps und Klosterlikör – alles selbst gemacht!

Nachhaltiger Umweltschutz

„Umweltbildung ist etwas ganz Wichtiges“, erklärt Klosterdirektor Pater Liebenstein. „Kinder und Jugendliche müssen Natur und Umwelt mit allen Sinnen entdecken und erleben, damit sie ihre Wichtigkeit einsehen. Erst dann kann man nachhaltigen Umweltschutz als wichtig erachten und Natur als etwas ganz Besonderes erkennen.“ Zum Abschluss gab es ein großes Kompliment für die Leiterin der Umweltstation durch Lehrer und Fachberater Umweltbildung Hermann Dotzler: „Das Kloster Ensdorf hat einen Glücksgriff mit Melanie Hahn gemacht. Sie versteht herrlich, Kindern und Jugendlichen Natur näherzubringen mit allen Sinnen!“

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