mz_logo

Region Amberg
Samstag, 21. Juli 2018 29° 3

Festakt

Kirwa zu Ehren des heiligen Täufers

Die Hirschwalder Jagdkapelle blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit mehr als 860 Jahren wird an diesem Ort gebetet.

Der Altarraum der schmucken Jagdkapelle Foto: Babl
Der Altarraum der schmucken Jagdkapelle Foto: Babl

Hirschwald.Am Samstag um 18 Uhr wird in Hirschwald wieder die „Johanni-Kirchweih“ zu Ehren des hl. Johannes des Täufers gefeiert. Ihm wurde die kurfürstliche Jagdkapelle geweiht. Wo heute der Ort Hirschwald steht, war früher der Ort Gumpenhof beziehungsweise Gumpendorf. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1143 zurück.

Zwölf Anwesen zählte damals das Dorf. Seit 1149 ist eine Kirche erwähnt. Bereits 1456 ist überliefert, dass in der Ansiedlung jeden vierten Sonntag des Monats und bei großen Jagden ein Gottesdienst stattfand, den ein Pater aus Ensdorf hielt, „damit nichts geschieht“. „Die Kirche sei aber auf ein höheres Alter zurückzuführen“, erklärte der Ensdorfer Chronist Pater Dr. Hans Zitzelsberger.

Grabmäler der Förster erhalten

Im 16. Jahrhundert wandelte Pfalzgraf Friedrich, der spätere Kurfürst Friedrich II. (1544 bis 1556) Gumpenhof zum kurfürstlichen Jagdschloss „Hirschwald“ um. In der Kirche sind noch die Grabmäler der kurfürstlichen Forstmeister Raymund Thanhauser (gestorben 1669) und Johann Adam Thanhauser (gestorben 1687) sowie Carl Huber (gestorben 1755) erhalten.

1738 erwarb Forstmeister Carl Huber das Schlösschen. Auch die übrigen Bauten gingen in Privatbesitz über. 1736 bis 1738 erfolgte, so die Chronik, eine gründliche Renovierung und ein Umbau der Kirche, die 1740 neu eingeweiht wurde. Für die Bildhauerarbeiten am Altar wurden 1740 Johann Baptist Hirsch aus Amberg 30 Gulden bezahlt, für die Schreinerarbeiten, 50 Gulden.

Forstmeister Carl Huber stiftete 1786 einen Kreuzweg für die kurfürstliche Jagdkapelle. Huber wurde in der Kirche begraben, andere Forstangestellte fanden im umgebenden Friedhof ihr Grab. Bei der teilweisen Auflassung des Friedhofes und beim Bau der neuen Straße wurden zahlreiche Gräber mit Gebeinen gefunden. Im verkleinerten Friedhof stehen noch zwei Grabdenkmäler. Weitere Renovierungen der Kirche wurden 1881 und 1908 vorgenommen. Bei einer gründlichen „Überholung“ des Kirchleins von 1968 bis 1972 wurde unter den Bodenplatten im Altarraum ein bis dahin unbekanntes Ziegelgewölbe entdeckt, in dem ein unversehrter Sarg aus Kiefernholz lag. Darin wurden die unversehrten Überreste eines Mädchens mit einer Körperlänge von 145 Zentimeter entdeckt. Über die Herkunft des Mädchens bestehen bisher nur Vermutungen.

Seltene Darstellung

Der schlichte, gefällige Altar zeigt im Bild den Kirchenpatron Johannes den Täufer, flankiert von den Statuen der Jagdpatrone St. Hubertus und St. Eustachius. Kostbar ist die in dieser Art seltene Darstellung „Anna Selbdritt“, beachtlich das ikonographisch ungewöhnliche Bild „Der gute Hirte“. (abl)

Der Ablauf

  • Gottesdienst:

    Am Samstag findet um 18 Uhr ein feierlicher Kirchweihgottesdienst statt, den Pfarrer Pater Hermann Sturm zelebriert und die Bläsergruppe Bayerl musikalisch umrahmt.

  • Leibliches Wohl:

    Nachdem Gottesdienst braten die DJK-ler aus Ensdorf zur Kirchweih Bratwürstl am Rost und es ist Gelegenheit zu Gesprächen und geselligem Beisammensein. (abl)

Weitere Nachrichten aus der Region Amberg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht