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Klassische Musik genießen und Gutes tun

Begeisternden Applaus erhielt das Siemens-Orchester für seine Darbietung. Und die Amberger Tafel freute sich über 6000 Euro.
Von Rolf-Dieter Reichert

Der musikalische Leiter des Siemens-Orchester, Markus Elsner, im Kreise seiner Musiker, die über den Applaus der Gäste strahlen Foto: Reichert
Der musikalische Leiter des Siemens-Orchester, Markus Elsner, im Kreise seiner Musiker, die über den Applaus der Gäste strahlen Foto: Reichert

Amberg.Schon ein Dauerbrenner – das Siemens-Wohltätigkeitskonzert im Amberger Stadttheater. Dieses Jahr wurden die Eintrittsgelder der Amberger Tafel gespendet. Und da war die Freude groß: Dr. Bernhard Mitko von der Stadtverwaltung in Vertretung von 3. Bürgermeisterin Brigitte Netta und Siemens-Werksleiter Günter Jakesch konnten an Bernhard Saurenbach einen Scheck über 6000 Euro übergeben.

In seiner kurzen Dankesrede stellte Saurenbach zu den derzeitigen Diskussionen um eine Beschränkung der Tafel-Kunden fest, dass es so etwas in Amberg nicht geben werde. Bei der Amberger Tafel würden alle Personen gleich behandelt. Zurzeit werden von der Tafel rund 700 Familien, darunter 230 Flüchtlingsfamilien, betreut. Insgesamt sind das 2100 Personen, so Saurenbach. Zum Vergleich: Das sind fast so viele Menschen, wie der Markt Rieden im Vilstal Einwohner hat. Saurenbach erläuterte, die Arbeit bei der Tafel erledigen ausschließlich Freiwillige; im Moment bewältigen 95 Ehrenamtliche diese große Aufgabe.

Den Scheck über 6000 Euro überreichten Dr. Bernhard Mitko (links) und der Siemens-Werksleiter Günter Jakesch (rechts) an Bernhard Saurenbach für die Tafel. Foto: Reichert
Den Scheck über 6000 Euro überreichten Dr. Bernhard Mitko (links) und der Siemens-Werksleiter Günter Jakesch (rechts) an Bernhard Saurenbach für die Tafel. Foto: Reichert

Keine leichte Kost hatten sich der musikalische Leiter des Siemens-Orchesters München, Markus Elsner, und seine Musiker für das Konzert vorgenommen, das schon seit längerem ausverkauft war. Zu hören war von Robert Schumann (1810 – 1856) das „Konzert für Klavier und Orchester“ a-Moll op. 54, das der Komponist bereits ab 1841 geschrieben hat. Bis 1845 fügte er noch Intermezzo und Rondo hinzu, da dieses Werk sich nicht verkaufen ließ.

Als Klavierkonzert wurde es am 4. Dezember 1845 mit seiner Frau, Clara Schumann als Solistin, in Dresden uraufgeführt – und es wurde mit Begeisterung aufgenommen. Das Werk beschreibt Sehnsucht und Glück zweier sich liebender Menschen – eben Robert und Clara. Schumann setzte mit diesem Werk seinen Kampf um Clara Wieck musikalisch um.

In Voller Konzentration: der Pianist Henri Bonamy Foto: Reichert
In Voller Konzentration: der Pianist Henri Bonamy Foto: Reichert

Das konnte auch das Publikum im Amberger Stadttheater direkt in der Musik des Siemens-Orchesters erspüren, vor allem auch mit dem Pianisten Henri Bonamy, der für den Part am Flügel gewonnen wurde. Vom „Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54“ wurden die Sätze „Allegro affettuoso“, „Intermezzo Andantino grazioso“ und „Allegro vivace“ gespielt. Allerdings schien in einigen Passagen Robert Schumann seiner Clara hinterherlaufen zu müssen, Dirigent und Orchester waren sich nicht immer einig. Aber das waren keine groben Fehler und ohne Weiteres zu verzeihen, wie auch der anhaltende Applaus des Publikums deutlich machte. Solist Henri Bonamy kam um eine Zugabe nicht herum: Erklingen ließ er am Flügel „Intermezzo A-Dur op 118 No. 2“ von Johannes Brahms, der 1853 die Bekanntschaft mit Robert Schumann gemacht hat. Stehender Applaus der Zuhörer war der Dank für Henri Bonamy.

Mehr Impressionen vom Benefizkonzert finden Sie in unserer Bilderstrecke!

Benefizkonzert des Siemens-Orchesters in Amberg

Johannes Brams erklang auch nach der Pause: Die Musikerinnen und Musiker des Siemens-Orchesters spielten die „Sinfonie Nr. 2, D-Dur op. 73“ in den Sätzen „Allegro non troppo“, „Adagio non troppo“, Allegretto grazioso (Quasi Andantino)“ und „Allegro con spirito“ – über 40 Minuten zur Freude des Publikums: Dirigent und Orchester glänzten mit Harmonie und feiner Interpretation des Werks.

Die zahlreichen Zuhörer dankten den Musikerinnen und Musikern für diese Leistung mit anhaltendem Applaus. Viele werden nach diesem Genuss dem 31. März 2019 entgegenfiebern, wenn das Siemens-Orchester wieder nach Amberg kommt!

Die Musiker

  • Siemens-Orchester München

    Das Siemens Orchester München (SOM), 1983 von Mitarbeitern der Siemens AG gegründet, setzt sich aus „Freizeitmusikern“ zusammen, also Musikern, die sich neben ihren eigentlichen Aufgaben und Arbeit der Musik verschrieben haben. Leiter und Dirigent ist seit 2007 Markus Elsner. Jährlich werden in der Freizeit zwei Programme einstudiert. Amberg gehört fest zu den Tournee-Orten: Die nächste Aufführung ist für den 31. März 2019 vorgesehen, ab 17 Uhr wieder im Stadttheater.

  • Dirigent

    Der Dirigent Markus Elsner wurde 1970 in München geboren. Er studierte Dirigieren bei Ulrich Weder und Edwin Scholz. Meisterkurse bei Joma Panula förderten ihn weiter. Als Gastdirigent trat er unter anderem am Teatr Wielki in Lodzs und der Ukrainischen Nationaloper in Lviv auf. Auch das „Freie Landestheater Bayern“ gehört zu seinen Wirkungsstätten.

  • Pianist

    Henri Bonamy, der die Klavierpartien spielte, wurde 1979 in Hannover geboren. Er ist sechsprachig aufgewachsen; seine Mutter war eine rumänische Geigerin, sein Vater französischer Kulturattaché. Seine Klavierausbildung begann in Paris; es folgte Madrid. Das Meisterklassendiplom erwarb er bei der russischen Pianistin Ellisso Wirssaladze. Bruno Weil unterrichtete ihn im Dirigieren. (arr)

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