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Bildung

Klassische Musik zum Anfassen

Bei einem Workshop im Amberger Stadttheater brachte Pianist Martin Stadtfeld den Schülern klassische Musik näher.

Begeistert lauschten die Schüler dem Spiel und den Erklärungen des Pianisten.

Amberg. Am Sonntagabend demonstrierte der preisgekrönte Pianist Martin Stadtfeld vor mehr als 500 Konzertbesuchern sein Können, tags darauf hatte er am Vormittag rund 50 mindestens so aufmerksame Zuhörer. Wie das? „Wir haben sein Gastspiel in Amberg genutzt, um einigen Schülern einen Einblick in die Arbeit eines Künstlers zu ermöglichen und ihnen auf diese Weise den Zugang zur klassischen Musik zu erleichtern“, erklärte Kulturreferent Wolfgang Dersch.

Er lud daher in Absprache mit der Koordinatorin des Hauptschulverbundes, Karin Jacob-Witteler, musikinteressierte Jugendliche der Luitpoldschule und der Schule Ammersricht zu einem einstündigen Workshop mit Stadtfeld ins Stadttheater ein. Im Rahmen dessen präsentierte sich der erst 30-jährige Pianist als unprätentiöser und sehr publikumsnaher Künstler, dem es sichtlich Freude machte, seinen Spaß an der Musik an die Schülerinnen und Schüler weiterzugeben.

Gerne berichtete er, dass er bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierunterricht begonnen hat und beim Spielen mit Freunden manchmal die Lust verspürte, sich stattdessen einem neuen Beethoven-Stück zu widmen. Doch nur in diesem Beispiel und beim Intonieren von „Für Elise“, das sich ein Mädchen aus der Schülerschar gewünscht hatte, stand Beethoven im Zentrum der Ausführungen.

Vor allem Bach, sein Werk und sein Leben waren es, die der erklärte Liebhaber des Komponisten und Preisträger des renommierten Internationalen Bach-Wettbewerbs in den Mittelpunkt stellte, um in seinen jugendlichen Zuhörern jenes Feuer zu entfachen, das in ihm unverkennbar lodert. Indem er Parallelen zwischen dem realen Leben und echten Gefühlen sowie deren musikalischem Ausdruck zog, verstand es Martin Stadtfeld nahezu perfekt, die Jugendlichen mit einfachen Mitteln an die Besonderheiten der Bach’schen Kompositionen heranzuführen.

So erklärte er ihnen das musikalische Kompositionsprinzip der Fuge, indem er sie an einem konkreten Beispiel mit einem Gespräch innerhalb der Familie verglich. Streitpunkt dabei das Lernen und die konträren Ansichten eines Schülers und der Eltern. Berührungsängste kamen gar nicht erst auf und die Schüler lauschten gespannt der Musik und den Worten.

Wie gut der Pianist diese Brücke schlagen konnte, zeigte auch der Abschluss des Workshops. Einem Popstar gleich musste Martin Stadtfeld nicht nur Autogrammwünsche erfüllen – sondern sich auch mit einigen jungen Damen zum Foto aufstellen, damit sie eine bleibende Erinnerung an den Künstler zurückbehalten.

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