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Gesundheitswesen

Klinik Amberg: Defizit steigt an

Das Flaggschiff Klinikum St. Marien in Amberg ist noch auf Kurs. Im Jahr 2017 lag das Minus bei 1,3 Millionen Euro.
Von Gerd Spies

Das Amberger Klinikum schrieb auch im Jahr 2017 rote Zahlen. Foto: Gerd Spies
Das Amberger Klinikum schrieb auch im Jahr 2017 rote Zahlen. Foto: Gerd Spies

Amberg.Klinikum-Chef Manfred Wendl nahm vor dem Stadtrat kein Blatt vor den Mund: Die See für das Amberger Flaggschiff Klinikum wird immer rauer. Trotz erneut gestiegener Belegzahlen stieg im Jahr 2017 das Defizit weiter an, wenn auch nur gering und weniger als befürchtet.

Mit 1,3 Millionen Euro – das entspricht fast genau dem Wert des Vorjahres (1,29) – lag man 2017 im Minus, und das trotz des Anstiegs der behandelten Patienten auf einen neuen Höchstwert von fast 28 000. Auffallend dabei, dass mit 41 Prozent der Anteil der Patienten aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach deutlich am höchsten ist, gefolgt von der Stadt Amberg (29 Prozent) und dem Landkreis Schwandorf (16 Prozent). Erfreulich ist die Zahl der Geburten, die mit 1555 wieder einen neuen Höchstwert erreicht hat.

Die Verweildauer ist im vergangenen Jahr erstmals nicht weiter gesunken, liegt jetzt bei 5,79 Tagen (2016: 5,76 Tage). Auch das Personal hat sich im vergangenen Jahr zahlenmäßig erhöht. Fast 1200 Beschäftigte zählt das Klinikum St. Marien inzwischen, davon rund 200 Ärzte. So hat im Juli vergangenen Jahres Dr. Hischam Bassiouni seine Tätigkeit als weiterer leitender Arzt für Neurochirurgie aufgenommen, wurde Dr. Wolfram Schief neuer Leiter der Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

Mangel an Fachkräften

Die Verursacher, die dafür verantwortlich sind, dass das Klinikum immer größere Schwierigkeiten hat, in finanzieller Hinsicht Kurs zu halten, sieht Vorstand Manfred Wendl in den gesundheitspolitischen Vorgaben. Auch wenn viele Regelungen im neuen Koalitionsvertrag aus seiner Sicht viel Raum für Interpretationen lassen. „Es bleibt bei der allgemeinen Zentralisierungs- und Krankenhausschließungs-Strategie im Gesundheitssektor“, lautet sein Fazit. Deshalb könne die Kursrichtung nur lauten: „Kooperieren und investieren!“

Ein weiteres Problem sieht Wendl im dramatisch zunehmenden Fachkräftemangel. Sowohl im Gesundheits- als auch im Pflegebereich werde ein steigender Bedarf an Fachkräften prognostiziert. „Wir können den Bedarf an Ärzten nicht decken, weil wir zu wenige Studienplätze im Fach Medizin haben“, kritisiert der Klinikum-Chef.

Beim Thema Kooperation habe das Klinikum im vergangenen Jahr vieles auf den Weg gebracht, vor allem mit den Kliniken Nordoberpfalz, berichtete Wendl weiter. So kooperiere unter anderem die Neurochirurgie mit Weiden, arbeite man bei der Behandlung von Krebspatienten eng mit Erlangen zusammen. Eine Zusammenarbeit mit den beiden Krankenhäusern des Landkreises Amberg-Sulzbach sei ja weiterhin nicht in Sicht.

Qualitätsniveau ist hoch

Neben den Kooperationen ist aus Sicht des Klinikum-Chefs das hohe Qualitätsniveau das zweite große Segel, das das Flaggschiff Klinikum auf Kurs hält. Zahlreiche Auszeichnungen im vergangenen Jahr würden dies bestätigen. So lagen mit Prof. Dr. Anton Scharl und Prof. Dr. Volker Groß wieder zwei Chefärzte des Klinikums auf vorderen Plätzen im Mediziner-Ranking. Bei der Versorgung Schwerverletzter ist das Klinikum schneller als viele andere Häuser, das belegt zumindest eine Statistik der Dt. Gesellschaft für Unfallchirurgie, so Wendl.

Die Vertreter aller Fraktionen im Amberger Stadtrat bescheinigten dem Klinikum-Vorstand auch hoch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teilweise aus eigener Erfahrung im vergangenen Jahr. „So ein Ergebnis ist nur durch ein engagiertes Personal möglich“, fasste Verwaltungsrat Konrad Wilfurth die Meinung seiner Kollegen zusammen.

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