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Wahl

Knapp 78 Prozent für Landrat Reisinger

Der Amtsinhaber erzielt bei der Wahl des Landrats ein Traumergebnis. Richard Reisinger gewinnt mit fast 78 Prozent im Landkreis Amberg-Sulzbach.
Von Christina Röttenbacher

Knapp 78 Prozent fuhr Landrat Richard Reisinger (Mitte) für die CSU ein, hier mit dem Fraktionsvorsitzenden der CSU im Kreistag, Stefan Braun (links), und Kreisvorsitzendem MdL Dr. Harald Schwartz. Foto: LRA

Amberg-Sulzbach.Schon das Auszählungsergebnis aus der ersten Gemeinde im Landkreis, Sulzbach-Rosenberg, zerstreute jeden möglichen Zweifel an einer Wiederwahl des amtierenden Landrats Richard Reisinger. Mehr als eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale meldete Sulzbach-Rosenberg sein Ergebnis. Hier, in seiner Heimatgemeinde, wurde Richard Reisinger mit 85,76 Prozent gewählt. Seine Mitbewerber, SPD-Landratskandidat Michael Rischke, kam auf 10,35 Prozent der Stimmen, und der Bewerber von Bündnis90/Die Grünen, Stefan Lindenberger, auf 3,99 Prozent.

Die Zahlen schwankten dann, je mehr Kommunen ausgezählt waren, der Trend war aber vorgegeben. Mit knapp 80 Prozent der Stimmen, die sich im Verlauf des Wahlabends herauskristallisierten, wird Richard Reisinger weiterhin Landrat im Landkreis Amberg-Sulzbach sein. Der laute Jubel bei der CSU im „Wahlstudio“ des Landratsamtes blieb trotz aller Freude über den eindeutigen Sieg aus.

„Nie zu siegessicher gewesen“

Ohne groß zu jubeln, stießen der CSU-Kreisvorsitzende, MdL Dr. Harald Schwartz, Bürgermeisterkandidaten, die ins Landratsamt gekommen waren und MdB Alois Karl als Stimmkreisabgeordneter der CSU auf den Wahlerfolg an. Wie Reisinger vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse im Gespräch mit der MZ sagte, habe er sich auf eine Stichwahl vorbereitet gehabt. „Ich bin nie zu siegessicher gewesen“. Umso größer war seine Erleichterung über den „glasklaren Sieg“, wie er mit einem Glas Sekt in der Hand das Ergebnis kommentierte.

MdB Alois Karl hatte noch vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse eine treffende Prognose für Reisinger abgegeben: Er tippte auf 70 Prozent für den CSU-Kandidaten. Es sei phänomenal, wie tief Reisinger bereits in den Herzen der Menschen verwurzelt sei.

Zur Wahlparty im Landratsamt gesellte sich der SPD-Mitbewerber um das Amt des Landrats, Michael Rischke. „Hallo, ich bin der Michael,“ stellte er sich Reisinger ganz entspannt vor. Beide waren sich in einem ersten Sondierungsgespräch sicher, gut im Kreistag zusammenzuarbeiten. Wie er erzählte, habe er einen „entspannten Sonntag“ verbracht. „Ich bin guter Dinge“, so Rischke vor den ersten Wahlergebnissen. Da ging er noch von mehr als 35 Prozent Zustimmung aus. „Ich habe im Wahlkampf viel Zuspruch und Respekt erfahren“, begründete er seine Hoffnungen.

Immer noch relativ unbekannt

Es sei aber gut, dass die anstrengende Zeit vorbei ist, so Rischke. Wenn er die Landratswahl nicht gewinnt? „Dann will ich mich aus der Politik zurückziehen – wenn ich sechs Jahre Landrat war“ meinte er verschmitzt. Die SPD mit Kreisvorsitzendem MdL Reinhold Strobl, habe ihm bereits mehrere Optionen eröffnet, um ihn in den kommenden Jahren politisch aufzubauen. „Vielleicht als SPD-Kreisvorsitzender oder Landtagskandidat“.

Den für ihn dann doch etwas enttäuschenden Trend um die zehn Prozent, der sich im Laufe des Wahlabends herauskristallisierte, führte Rischke darauf zurück, dass er im Landkreis noch relativ unbekannt gewesen sei, „aber der Wahlkampf war aufregender als Weihnachten,“ nehme er als wichtige Erfahrung mit.

Gegen 19 Uhr stand der Landratskandidat von Bündnis90/Die Grünen, Stefan Lindenberger noch auf 8,62 Prozent – „mit stark fallender Tendenz“, wie er bemerkte. „Ich bin trotzdem zufrieden“. Letztlich lag der Grünen-Kandidat nach Auszählung von 22 der 27 Landkreisgemeinden bei etwas über drei Prozent. „Von den drei Kandidaten sind wir die drittstärksten“, betrachtete er den Wahlausgang optimistisch. Er rechne trotzdem damit, dass die Grünen im Kreistag einen Sitz, von derzeit drei auf vier, hinzugewinnen könnten.

Geringe Wahlbeteiligung

Die Enttäuschung über die Bürgermeisterwahl in Kümmersbruck war Bürgermeister Richard Gaßner deutlich anzusehen. Er war ebenfalls ins Wahlstudio des Landratsamtes gekommen, um dem alten und neuen Landrat zu gratulieren. Sein „politischer Ziehsohn“, Josef Flierl, als potenzieller Nachfolger auf dem Rathaussessel in Kümmersbruck, musste sich dort seinem CSU-Mitbewerber Roland Strehl geschlagen geben. „Der Negativtrend für die SPD hat sich schon bei den Landtags- und Bundestagswahlen abgezeichnet. Und dieser Trend hat sich bis in die Kommunen durchgeschlagen,“ machte Gaßner im Gespräch mit der MZ deutlich. Als Gründe für die Wahlniederlage nannte er eine geringe Wahlbeteiligung von nur 61,2 Prozent in Kümmersbruck. „So eine geringe Wahlbeteiligung benachteiligt immer die SPD“.

Gaßner geht davon aus, dass Josef Flierl weiter in der Kommunalpolitik bleiben werde. „Josef Flierl hat viele Jahre enorm gearbeitet. Ich hätte es ihm vergönnt.“ Menschliche Gefühle, Freud’ und Leid lagen am Wahlabend im Landratsamt nahe beieinander. Doch einig waren sich die Landrats- und Bürgermeisterkandidaten darin, dass letztlich der Wähler die Entscheidungen getroffen hat.

Die Wahlbeteiligung in den einzelnen Kommunen im Landkreis klaffte weit auseinander, von 76 Prozent in der stärksten Gemeinde bis hinab zu nur 48 Prozent. Das ergab gegen 21-30 Uhr bei 19 von 27 Landkreisgemeinden eine durchschnittliche Wahlbeteiligung von 64,06 Prozent.

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