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Historie

König Ruprecht – fast ein Kaiser

Der Amberger Freundeskreis wünscht sich eine Ruprecht-Straße oder einen Ruprecht-Platz. Der Verein hat jetzt zwei Jubiläen gefeiert.

Die Mitglieder, die seit 15 und zehn Jahren dem Freundeskreis König Ruprecht angehören, wurden mit Urkunden geehrt.  Foto: Koller
Die Mitglieder, die seit 15 und zehn Jahren dem Freundeskreis König Ruprecht angehören, wurden mit Urkunden geehrt. Foto: Koller

Amberg.Der Freundeskreis König Ruprecht hat ein Doppeljubiläum gefeiert: Der Auftritt des Königs jährte sich zum 25. Mal, und der Verein wurde vor 15 Jahren gegründet. Mit den Worten „Seid gegrüßt, Ihr edlen Gäste“, empfing König Ruprecht, alias Michael Koller, zu Hirschau im Schloss-Hotel die Gäste.

Kanzler Gerhard Büttner eröffnete die Tafel und begrüßte besonders Landrat Richard Reisinger, den Hirschauer Bürgermeister Hermann Falk, Vilsecks Bürgermeister Hans-Martin Schertl, Landrat a.D. Armin Nentwig, Vorstände und Vertreter befreundeter historischer Vereine und die Eheleute Heidemarie und Wolfgang Sander.

Es sei nicht selbstverständlich in unserer schnelllebigen Zeit Menschen für die Geschichte zu begeistern, so Büttner. „Wir müssen uns mit der Geschichte identifizieren und mit ihr leben.“ So verstehe sich der Verein als Freundeskreis, Freunde untereinander und Freude am Miteinander. Landrat Richard Reisinger lobte als Hausherr im Kurfürstlichen Schloss zu Amberg das Wirken und dankte dem Freundeskreis. Bürgermeister Hermann Falk und Bürgermeister Hans-Martin Schertl sowie Landrat a. D. Armin Nentwig schlossen sich in ihren Grußworten wohlwollend an. Martin Stubenvoll für die Ritter von der Zarg und Tanja Weiß für die Stiberfähnlein gratulierten ebenso.

Amberg ist „Zwei-Königsstadt“

In Amberg erinnern heute eine Statue im Zeughaus des Kurfürstlichen Schlosses, der König-Ruprecht-Saal, die Bildtafel an der Alten Veste, Sitz der Stadtbau GmbH und seit 2010 eine Geschichtstafel als Geschenk an die Stadt zum 975-jährigen Jubiläum im Geschichtsweg im Stadtgraben an Ruprecht. Was laut Förderverein noch fehlt, wäre die Benennung eines Platzes oder einer Straße mit dem Namen des Königs. Ruprecht solle nicht vergessen sein. „Und Amberg ist und bleibt auch die Zwei-Königsstadt mit Ruprecht I. und dem Winterkönig Friedrich V.“, so Koller.

Nach dem Festmahl erinnerte Vize-Kanzler Michael Koller an die historische Figur König Ruprecht, einst Pfalzgraf, Kurfürst und König. Am 5. Mai 1352 in Amberg geboren und in Amberg und Heidelberg aufgewachsen. Am 27. Juni 1374 vermählte er sich mit Elisabeth, einer Tochter des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, die Hochzeit feierten sie in Amberg. 36 Jahre war das Paar glücklich verheiratet, und neun Kinder erblickten das Licht der Welt. 1398 war Ruprecht III. Pfalzgraf und Kurfürst. Am 21. August 1400 folgte die Wahl zum König des Heiligen Römischen Reiches. Am 18. Mai 1410 starb Ruprecht auf Schloss Landskron bei Oppenheim. Seine Gemahlin starb ein Jahr später in Amberg. Begraben sind beide in der Heiliggeist-Kirche zu Heidelberg.

Ruprecht hat in seiner Regentschaft viel in der rechtlichen Konstitution des Reiches umgesetzt. Der Gerechtigkeitssinn war ihm wichtig. Noch am Sterbebett habe er veranlasst, dass Krone und Kleinodien versetzt werden, um Schulden zu bezahlen. Ein Feldzug nach Italien 1401 ging schief. Auch ist er nicht nach Rom gekommen. Somit gab es keine Krönung zum Kaiser, dessen Titel ihm zugestanden hätte. Grund war zu dieser Zeit die Phase des Schismas mit Papst und Gegenpapst in Rom und Avignon.

In Amberg Spuren hinterlassen

In seiner Geburtsstadt Amberg hat Ruprecht zahlreiche Spuren hinterlassen. 1398 errichtet er die Frauenkirche mit als Hofkirche, zwei Jahre später die Kapelle im Klösterl. 1409 erhob er Amberg zur Bischofsstadt.

„1994 fing alles an“, so Michael Koller. Am 21. Juli wurde im Foyer des Zeughauses im Kurfürstlichen Schloss in Amberg auf Initiative von Landrat Dr. Hans Wagner eine Steinfigur von König Ruprecht aufgestellt, quasi die „Heimholung des Königs“ in seine Geburtsstadt nach Amberg. Die Figur ist ein Replikat der Ruprecht-Figur an der St. Michaelskirche in München.

Am 3. Oktober 1994 folgten Einweihung und Namenswidmung des König-Ruprecht-Saals im Zeughaus. Umrahmt wurden diese Veranstaltungen durch den ersten Auftritt des Königs mit Pagen und Edelleuten in historischer Gewandung. Am 15. November 2003 war die Gründungsversammlung des Vereins, um der Ruprecht-Gruppe einen festen Rahmen zu geben.

Mitgliederehrungen

  • 10 Jahre:

    Christine und Robert Lehner, Jenny Meier-Bardales, Georg Pohla.

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