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Infrastruktur

Kontrollsäule für die Maut aufgebaut

Keine „Blitzer“-Schikane, sondern moderne Maut-Erfassung: Bei Sulzbach-Rosenberg steht jetzt eine blaue Säule.

Bereits Anfang des Jahres wurde eine vier Meter hohe Kontrollsäule an der Bundesstraße B 85 zwischen Schäflohe und Karmensölden (Stadt Amberg) zur Überprüfung der Lkw-Maut errichtet. Foto: Archiv/ahk
Bereits Anfang des Jahres wurde eine vier Meter hohe Kontrollsäule an der Bundesstraße B 85 zwischen Schäflohe und Karmensölden (Stadt Amberg) zur Überprüfung der Lkw-Maut errichtet. Foto: Archiv/ahk

Amberg.An der Bundesstraße B 14 im Sulzbach-Rosenberger Ortsteil Grottenhof, zwischen der Kreisstraße AS 21 und der Straße „Am Feuerhof“ wurde jetzt in Fahrtrichtung Sulzbach-Rosenberg eine Kontrollsäule für die Lkw-Maut aufgebaut. Die vier Meter hohen blauen Säulen sind nach einer Mitteilung von Toll Collect Teil der technischen Vorbereitung auf die geplante Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen zum 1. Juli. Rund 600 Kontrollsäulen werden auf den Bundesstraßen überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichten.

Die neuen stationären Kontrolleinrichtungen ergänzen nach Angaben des Betreiberunternehmens die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr auf den Bundesstraßen. Im Gegensatz zu den Autobahnen werden auf Bundesstraßen keine Kontrollbrücken aufgebaut. Die Kontrollsäulen basieren allerdings auf einem ähnlichen Funktionsprinzip wie die Kontrollbrücken auf den Autobahnen. Im Gegensatz zu den Brücken überspannen die Kontrollsäulen nicht alle Fahrstreifen und fügen sich dadurch „besser in das Bild der ländlicheren Bundesstraßen ein“. Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild blieben so auf ein Minimum beschränkt.

Kaum Straßensperrungen nötig


Mit dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) stimmte Toll Collect die Standorte ab. Anschließend wurde geprüft, ob Strom- und Telekommunikationsanbindungen verfügbar sind und die bautechnischen Begehungen durchgeführt. Für jede einzelne Kontrollsäule werden die Standortplanungen zur Zustimmung bei den zuständigen Verwaltungsstellen eingereicht. Liegt die Zustimmung vor, können die Tiefbauarbeiten ausgeführt werden, die mit dem Setzen des Fundaments die Voraussetzung für den Aufbau der Kontrollsäulen schaffen. Durch die Anwendung moderner Bauverfahren reduzieren sich Straßensperrungen auf ein Minimum. Anschließend werden die Kontrollsäulen aufgebaut sowie die notwendige Hardware installiert und an die zentralen Rechensysteme angeschlossen.

Die Kontrollsäulen werden nach Angaben von Toll Collect seitlich neben der Fahrbahn aufgestellt. Beim Vorbeifahren eines Fahrzeugs kontrollieren die Säulen, ob dieses mautpflichtig ist. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Passiert ein Fahrzeug eine Kontrollstelle, werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild erstellt. Das Fahrzeuggerät sendet die durch den Fahrer eingestellten sowie die auf der On-Board Unit gespeicherten Daten an die Kontrollsäule. Für die Richtigkeit der Daten sind das Unternehmen und der Fahrer verantwortlich. Hat der Fahrer die Achszahl richtig eingestellt und überprüft, ob die On-Board Unit funktionsbereit ist, werden die Bilddaten verworfen.

Wichtig: keine „Blitzersäulen“


Für die Erfassung von Fahrzeugen durch die Kontrollsäule hat der Gesetzgeber mit dem Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) die gleichen strengen Vorgaben erlassen wie für die Kontrollbrücken. Das Bundesfernstraßenmautgesetz (BFStrMG) nennt in Paragraf 7 Abs. 2 die Daten, die im Rahmen der Kontrolle erhoben werden dürfen. Wie bereits heute werden ausschließlich Daten von mautpflichtigen Kraftfahrzeugen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, bei denen der Verdacht auf einen Mautverstoß besteht, an ein Kontrollzentrum weitergeleitet und nach Abschluss des Verfahrens gelöscht. Hat der Kunde die Maut ordnungsgemäß bezahlt, werden die Daten sofort noch in der Kontrollsäule gelöscht.

Die Kontrollsäulen überprüfen ausschließlich, ob mautpflichtige Kraftfahrzeuge ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht die Maut korrekt bezahlen. Von „Blitzersäulen“ für die Geschwindigkeitsüberwachung unterscheiden sich die Kontrollsäulen durch ihre blaue Lackierung und Höhe von vier Metern.

Vorbereitung auf die Maut

  • Mautpflicht

    besteht in Deutschland bisher auf Autobahnen und ausgewählten Bundesstraßen für Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Zum 1. Juli wird die Maut auf alle Bundesstraßen ausgeweitet.

  • Zur Vorbereitung

    stellt das Betreiberkonsortium Toll Collect zurzeit an ausgewählten Standorten sogenannte Kontrollsäulen auf, die ein Übersichts-, Seiten- und Nummernschildbild erstellen. Auf den Datenschutz werde geachtet, heißt es.

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