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Kreis ist auf einem guten Weg

Der Tourismus im Amberg-Sulzbacher Land boomt. Und auch bei der Energiewende geht es schon gut voran.
Von Gerd Spies

  • Die Solarenergie macht bereits ein Drittel der Stromproduktion in der Region aus. Foto: Gerd Spies
  • Viele Gäste genießen das Amberg-Sulzbacher Land, beispielsweise auf dem Fünf-Flüsse-Radweg wie hier bei Ensdorf. Foto: Florian Trykowski/Florian Trykowski

Amberg-Sulzbach.Der Tourismus stellt im Amberg-Sulzbacher Land einen wesentlichen Wirtschaftsfaktor dar. Hubert Zaremba, der Tourismus-Beauftrage, zeichnete in seinem Vortrag vor dem Kreistag Anfang dieser Woche ein positives Bild. Rund 300 000 Übernachtungen (2019) allein in den gewerblichen Betrieben, mehr als 140 Millionen Brutto-Jahresumsatz, 4,2 Millionen Tagesreisen – diese Zahlen zeigen: Die Region zählt zu den beliebten Urlaubsgebieten Deutschlands. Tendenz aufsteigend.

Allerdings hängt, so Zaremba, der Erfolg eines Tourismus-Unternehmens ganz entscheidend von der Präsenz in den digitalen Medien ab. Dies zeige ganz deutlich eine Gastgeber-Befragung des Landkreises Anfang dieses Jahres. Gut die Hälfte der Gastgeber, die an der Befragung teilgenommen haben, bieten keine Online-Buchung an, ein Viertel besitzen gar keine Homepage. Gerade diese Unternehmen klagen aber über eine mangelnde Auslastung, so Zaremba.

Viele Möglichkeiten für Gäste

Mit unterschiedlichen Themen versuche der Landkreis, ganz spezielle Zielgruppen zu erreichen. Für „Aktiv“-Urlauber werden die Möglichkeiten zum Wandern, Klettern, Radfahren oder Kanufahren vorgestellt. „Genuss“-Urlaubern versuche man, die besonderen kulinarischen Schmankerln oder Wellness-Angebote der Region schmackhaft zu machen. Für die „Event“-Besucher hebe man die hierzulande legendären Bergfeste oder Kirchweihen hervor. Schließlich werden die herausragenden touristischen „Produkte“ der Region – Beispiel: Fünf-Flüsse-Radweg – besonders vermarktet. „Ich bin überzeugt, dass auch das Kultur-Schloss Theuern nach seiner Sanierung ein richtiger Renner wird“, ergänzte Zaremba.

In seinen zahlreichen Publikationen und auf den Internetseiten werbe der Landkreis besonders mit diesen Themen. Im Internet sei der Landkreis inzwischen sehr gut vertreten. Fast 10 000 Fans habe man auf Facebook, 6500 Abonnenten verfolgten die Betreiber auf Instagram. „Wir haben 2019 39,3 Millionen Menschen über Social Media erreicht“, berichtete Hubert Zaremba.

Joachim Scheid, der Klimaschutz-Koordinator, informierte den Kreistag über die Klimaziele des Landkreises. „Der Landkreis hat die richtige Richtung eingeschlagen. Er darf aber nicht aufhören zu gehen!“ So beschrieb Scheid die bisherigen Maßnahmen zum Klimaschutz. Ziel sei, den gesamten Stromverbrauch im Vergleich zu 2011 um 34 Prozent zu senken. Während man 2011 noch über 550 GWh verbrauchte, will man bis 2035 auf unter 400 GWh kommen. Der Strombedarf solle dann ausschließlich von erneuerbaren Energien (Windkraft, Wasserenergie, Bioenergie, Solarenergie) gedeckt werden. 2011 betrug deren Anteil am gesamten Stromverbrauch noch 27 Prozent, 2017 bereits über 80 Prozent.

Rund ein Viertel der erneuerbaren Energien macht laut Scheid die Solarenergie aus. Sie soll bis 2035 aber den Großteil des Strombedarfs decken. „Die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach haben erst ein Zehntel ihres Potenzials ausgeschöpft“, rechnete der Klimaschutz-Koordinator vor. Seit Mai vergangenen Jahres gibt es das Solarpotenzial-Kataster. Mit dessen Hilfe könnten Eigentümer von Immobilien im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg schnell und kostenfrei feststellen, ob und wie ihr Dach für die Nutzung von Sonnenenergie geeignet sei. Durchschnittlich 15 Zugriffe pro Tag seit Einführung verzeichnet dieses Kataster.

CO2-Ausstoß deutlich senken

Ziel aller Maßnahmen zum Klimaschutz ist die Reduktion von CO2-Emissionen, so Scheid: Von bisher zehn Tonnen CO2 pro Person will man bis 2035 auf weniger als die Hälfte, auf unter fünf Tonnen pro Person, herunterkommen.

„Wir haben in der vergangenen Legislaturperiode das Thema Klimaschutz zum Thema Nachhaltigkeit ausgeweitet“, erklärte Landrat Richard Reisinger den Kreisräten. Diesen Begriff hatte sich der Landkreis im vergangenen Jahr zum Leitbild gemacht.

Als weiteres Projekt zum Thema nachhaltiger Lebensstil wurden unter der Regie des ZEN Repair-Cafés im Landkreis eingeführt. In acht Gemeinden des Landkreises, darunter auch Ensdorf, werden hier Elektrogeräte repariert sowie Klimaschutz, aber auch Themen zur Ernährung vermittelt. Nicht jedem sei zum Beispiel bewusst, dass ein Kilogramm Schweinefleisch 14 Kilogramm CO2 erzeuge, erfuhren die Kreisräte.

Klimaschutz-Projekte

  • ZEN:

    Das Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit mit Sitz im Ensdorfer Kloster ist die Schnittstelle von Landkreisverwaltung und den Bürgern. Ziel ist, den Klimaschutz zu fördern, Nachhaltigkeit zu implementieren, die Energieeffizienz und die Erneuerbaren Energien zu fördern und etablieren.

  • AG Schule:

    Er leistet Konzeption und Betreuung von Grund- und Mittelschulen zum Thema Klimaschutz und Energiesparen, Zertifizierung von sogenannten „Energieschulen“.

  • Klima- und Repair-Cafés:

    In acht Gemeinden des Landkreises gibt es bisher diese Einrichtung. Hier werden Elektrogeräte, Kleidung und Alltagsgegenstände repariert. Im Durchschnitt werden durch eine erfolgreiche Reparatur 24 Kilogramm an CO2-Emissionen eingespart.

  • Grüne Hausnummer:

    Mit der Verleihung der Grünen Hausnummer sollen ökologisch herausragende Privathäuser identifiziert und ausgezeichnet werden. Ziel ist, eine nachhaltige Bauweise zu fördern.

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