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Advent

Krippenkunst neu entdecken

Eine Krippenausstellung des Heimatvereins „Unteres Vilstal“ informiert umfassend über die weihnachtliche Tradition.
Von Hubert Söllner

  • Interessiert betrachteten die Besucher die rund 20 Krippen in verschiedenen Baustilen. Foto: Hubert Söllner
  • Heimatvereinsvorsitzender Hubert Haas und der Leiter der Kurse, Fridolin Groß, eröffneten mit Pfarrer Gottfried Schubach und 2. Bürgermeister Josef Weinfurtner (v. l.) die Krippenausstellung in Rieden. Foto: Söllner
  • Eine fantasievolle Grottenkrippe mit Stallruine, Wurzeln und Moos Foto: Hubert Söllner

Rieden.Zu ihrer ersten Krippenausstellung luden die Krippenfreunde im Heimatverein „Unteres Vilstal“ am vergangenen Wochenende ins Pfarrheim St. Josef ein. Seit vier Jahren treffen sich die Krippenfreunde im Heimatverein unter der Leitung von Fridolin Groß zu Krippenbaukursen. Das erzählte der Vorsitzende Hubert Haas. Dazu würden sie in den Werkraum der Grundschule zum Basteln von Krippen und des dazu notwendiges Zubehörs kommen, wobei „Jugendliche und Kinder ebenso wie g’standne Mannsbilder und Frauen eifrig bei der Sache sind“. Erstmals gingen sie nun mit einer Auswahl der erstellten Krippen an die Öffentlichkeit und wollen die Ausstellung bei Zuspruch zweijährlich wiederholen.

Sein Dank, so Heimatverein-Vorsitzender Hubert Haas, gelte Pfarrer Gottfried Schubach, der das Pfarrheim St. Josef zur Verfügung stelle, ebenso wie der Marktgemeinde, die den Werkraum der Schule zur Verfügung stelle.

20 Krippen sind ausgestellt

Seit vielen Jahrhunderten schon, fügte Pfarrer Gottfried Schubach an, werde die religiöse Volkskunst des Krippenbaus gepflegt und helfe, „das manchmal abstrakt wirkende Heilsgeschehen greifbar zu Herzen zu bringen“. Sein Dank, so betonte er, gelte dem Heimatverein und den Krippenfreunden für diese bemerkenswerte Beschäftigung, die in die Pfarrgemeinde hineinwirke.

Ins gleiche Horn stieß der zweite Bürgermeister Josef Weinfurtner, der im Namen der Marktgemeinde den Organisatoren der Ausstellung dankte, „dass sie Kindern und Erwachsenen die Möglichkeit bieten, in Rieden gebaute Krippen zu bewundern“.

Die Ausstellung könne auch zur Mitarbeit und zum Krippenbauen animieren und fördere so die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt in der Gemeinde. Die Ausstellungsbesucher bewunderten rund 20 ausgestellte Krippen sowie das zahlreiche Zubehör, und ließen sich detailliert die Krippen, deren Baustile und auch die angefertigten Kleinkunstwerke – von der Gartenbank über Brunnen, Holzstöße, Hackstöcke und Treppenaufgänge bis zum Häuserl mit dem Herzen in der Tür – erläutern.

Dabei war der Leiter der Krippenbaukurse, Fridolin Groß, in seinem Element. Schon als Kind habe er in der Familie Krippen mitgebaut, erinnert sich der gelernte Zimmermann, und sei vor etwa 15 Jahren „wieder vom Virus Krippenbau erwischt worden“.

Vor vier Jahren regte Groß an, Krippenbaukurse in Rieden anzubieten und leitet nun die Gruppe im Heimatverein. Zudem wurden im Rahmen des Riedener Ferienprogramms amerikanische Forts und unter Leitung von Albert Lautenschlager in Glaskunstkursen Glashäuser im Tiffanystil gebaut.

In der Krippenausstellung informiert Fridolin Groß über die besonderen Merkmale der alpenländischen Krippen: den Südtiroler Baustil, „bei deren flachen Dächern der Firstbalken nicht mittig liegt und es in ungleiche Größen teilt“. Neben Oberpfälzer Krippen mit einfachem Fachwerk, Mauerputz und großem Einfahrtstor, gab es auch welche in Blockbauweise nach Vorstellung des Krippenbauers sowie Glaskastenkrippen zu bewundern.

Besonders fantasievoll waren eine Krippe auf Baumschwämmen, eine Wurzelkrippe mit kleinem Stall, Stadlkrippen, aber auch orientalische und Grottenkrippen gebaut. Für das leibliche Wohl der Besucher war mit Kaffee und Kuchen gesorgt. Auch am kommenden Wochenende, am Samstag, 14. Dezember, und Sonntag, 15. Dezember, kann die Krippenausstellung jeweils von 14 bis 18 Uhr noch einmal besucht werden.

Ein katholisches Element

Über die Entstehung der Krippen weiß man, dass als Schöpfer und Urheber der Weihnachtskrippe sehr häufig Franz von Assisi genannt wird. Er soll nach einer Legende im Jahre 1223 am Weihnachtsabend mitten im Wald eine Krippe mit Menschen und Tieren als Darstellern aufgebaut und den dort anwesenden Gläubigen das Weihnachtsevangelium vorgetragen haben. Doch eigentlich hat der Krippenbau seinen Ursprung in Italien und hat sich erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts auch in Deutschland ausgebreitet. Seinen Höhepunkt hatte er im 17. und 18. Jahrhundert.

Die Weihnachtskrippe selbst ist ein katholisches Element. Damit wollte man den Menschen, die früher zum größten Teil nicht lesen konnten, das weihnachtliche Geschehen anschaulich machen und nahebringen. Als im 16. Jahrhundert die ersten Krippen gebaut wurden, waren sie zu Beginn noch recht einfach gehalten und beschränkten sich auf die Darstellung des Stalls zu Bethlehem.

Geschichte

  • Bayern:

    Besonders bei bayerischen Krippen ist häufig zu beobachten, dass sie das Weihnachtsgeschehen in eine alpenländische Landschaft verlegen. Die Krippe ist ein katholisches Element, das den Menschen die Weihnachtsgeschichte veranschaulichen sollte.

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