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Rockmusik

Kritischer Songwriter und begnadeter Musiker

Stephan Weidner alias „Der W“ startet zweite Tournee in Kreuth und öffnet selbst Fans erst die Augen und Ohren.

„Der W“ – ein Mann für die Rockbühne, der sich zu keiner Zeit verstellt.

Rieden-Kreuth. Am Samstag startete Stephan Weidner alias „Der W“ seine Tournee „Autournomie!“, die ihn und seine Band durch 28 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz führen wird. Startpunkt des einstigen Böhse-Onkelz-Bandleaders war traditionell – wie schon zu Onkelz-Zeiten – in Kreuth. Nachdem sich 2005 die Böhsen Onkelz aufgelöst hatten, startete Stephan Weidner seine Solokarriere im Jahr 2008 und präsentiert nun sein zweites Soloalbum „Autonomie!“.

Als Vorband traten in Kreuth die Mönchengladbacher Rocker „Motorjesus“ auf die Bühne der Festhalle Rieden, mit ihrem Ziel, „den Rock’n’Roll zu predigen“. Die perfekt eingespielte Gruppe um Leader Chris „Howling“ Birx, heizte von ihrem aktuellen Album „Wheels of Purgatory“ dem Publikum mit feinstem Heavy-Rock ein. Auf dem Cover dieses Albums sehen die geneigten Fans Gottes Sohn, mit Kippe im Mundwinkel und schwarzem Pontiac V8, der gen Abenteuer braust – Sinnbild für die Ambitionen der Band, die Texte über eine neue Rolle des Heilands verfasst. Jesus hat bei diesen streng katholisch erzogenen Jungs eine Rolle als Action-Held, wie etwa Arnold Schwarzenegger. „Motorjesus“ gab fast eine Stunde Gas und stimmte danach auf Stephan Weidner ein: „Wir woll’n den Weidner seh’n, wir woll’n den Weidner seh’n!“

Die erstmalige Live-Präsentation der Songs des lang ersehnten Albums „Autonomie!“ lockte 1600 Besucher in die Festhalle Rieden. Nachdem das Album Platz drei der Album-Charts erreichte, verwundert es kaum, dass die Rocker voll auf ihre Kosten kamen.

Die Performance startet mystisch, von einem Vorhang verdeckt, so dass man nur das Schattenspiel der Band beobachten kann. Der Vorhang fällt, und zugleich bereitet die Band das Publikum mit der Warnung „Jetzt wird’s laut!“ auf das vor, was nun folgt.

Großartige Riffs der gesamten Band und ein gesanglich starker Weidner rocken die Menge. Im Laufe des Konzerts gelingt es Weidner immer wieder, die Vielseitigkeit seiner Songthemen unter Beweis zu stellen. So beschäftigt ihn unter anderem das Thema „Fremdbestimmtheit“. Um dieser Thematik Nachdruck zu verleihen, benutzt er sogar ein Megaphon, um sich mehr Gehör zu verschaffen. Dabei fordert er alle auf: „Machsmaulauf!“

Beim Lied „Fleisch“ zeigt „Der W“ begleitend auf Videoleinwand die oft qualvolle Tötung von Tieren, was dem einen oder anderen die Gesichtszüge entgleisen ließ. Anschließend spricht er sich klar gegen Massentierhaltung, Viehtransporte und Tierquälerei aus und erntete hierfür viel Applaus.

Stephan Weidner ist ein sehr kritischer Songwriter, und er ist vor allem ein begnadeter Musiker. Nicht nur die Texte seiner Songs sind intensiv, ansprechend und augenöffnend, sondern er überzeugt auch mindestens genauso durch musikalisches Können. Dabei nicht nur an der Gitarre, sondern auch auf der Mundharmonika. Dies bestätigen ihm auch die Fans, die ihm kaum die Zeit zum Atmen lassen.

Als zweiten Teil des Konzerts spielt Stephan Weidner ein „Set im Set“, dabei steuert er die leisen Töne an und begleitet sich nur auf der Akustikgitarre. Mit der jazzigen Ballade „Sterne“ übertrumpft sich „Der W“ selbst, mit einer ungewohnt soften Stimmlage. Schnell hat er das harte Publikum weich gemacht, das im Chor mitsingt: „Wir sind Sterne, suchen das Weite mit ’nem Engel an der Seite...“. Mit dem Song „Zwischen Traum und Paralyse“ lenkt er das Konzert in eine sehr besinnliche Richtung und singt für alle, die zu früh von uns gehen mussten.

Stephan Weidner, „Der W“, darf nicht erst seit diesem Auftritt als absolute Live-Empfehlung gelten, und er ist ein Garant für die volle Dröhnung bei stets ausgelassener Stimmung. Der Tourstart war überaus erfolgreich und verlief ohne jeden Zwischenfall.

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