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Verleihung

Krönungsfeier für Theaterkönig Winni

Amberg ehrt den Theatermacher Winfried Steinl mit dem Kulturpreis. Wie kein anderer habe er sich um das Schul- und Amateurtheaters verdient gemacht.
Von Mariele Schön

  • Seine Theatertruppe krönte den bislang ungekrönten König des Schul- und Amateurtheaters. Fotos: Schön
  • Winfried Steinl bei der Kulturpreisverleihung

AMBERG:.„Ja, ich freue mich, ein Kulturpreisträger zu sein“. Winfried Steinl strahlte, als ihn Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer im Stadttheater mit dem Kulturpreis auszeichnete. Winni, wie ihn seine Freunde und Bekannte nennen, war zu Beginn der Ehrung noch der ungekrönte König des Schul- und Amateurtheaters. Später wurde ihm der Purpurmantel ungelegt, eine Krone aufgesetzt und das Zepter überreicht.

Seine eigene Truppe, die jungen Leute von „Rampenfieber“ und dem Jugendtheaterclub des Stadttheaters Amberg, haben ihren Theaterlehrer Steinl auf ihre Weise geehrt. Mit Recht, sie haben von ihm das „gute Theaterspielen“ gelernt, wie Laudator Han’s Klaffl sagte. Laut Klaffl haben sie damit bei deutschen Wettbewerben auf sich und Amberg in der Oberpfalz aufmerksam gemacht.

Weil Klaffl Kabarettist ist, verpackte er den Lebenslauf seines langjährigen Freundes sowie Lehrer- und Theaterkollegen in Anekdoten, worüber die geladenen Gäste dann auch herzhaft lachten. Unter anderem erzählte Klaffl von einem Wettbewerb, bei dem wirklich schlechte Gruppen ihre Auftritte hatten. Bis zum Abend, da habe sich die Gruppe „aus Oberpfalz“ vorgestellt. „Die taten so, als ob das ein Bundesland wäre. Winnis Gruppe ist hereingebrochen und hat gezeigt, was Theater kann.“

Winni wisse, wo es in Berlin die beste Currywurst gebe und in Frankfurt den besten Döner. 100 Gramm reiner Speck und 100 Gramm Wodka seien ihnen in einem russischen Lokal in Berlin aufgetischt worden. Winni habe den Wodka bevorzugt, schlecht sei danach beiden gewesen.

Seine Heimatstadt Amberg sehe Winni als große Bühne. Überall könne er Theaterspielen. Seine Schüler in Amberg, Sulzbach-Rosenberg, in den großen Städten in Deutschland und in Holland oder Italien lernten von im Theater von Grund auf, eben Grundlagentheater.

„Es ist höchste Zeit für die Ehre für Winni, finden ich und die Stadt Amberg“, sagte Klaffl. Er und Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer waren da einer Meinung. „Du hast die Auszeichnung längst verdient“, hatte Dandorfer zuvor betont. Er und Steinl kennen sich schon aus der Schulzeit und so gestand Dandorfer: „Für mich warst Du damals nicht nur wie ich Podewilsstraßler, sondern auch nachahmenswertes Vorbild.“

Weiter sagte Dandorfer, Kulturpreise seien oftmals umstritten, bei dem Ausgezeichneten, als auch bei den Verleihern. Der Stadtrat habe den Beschluss, Winfried Steinl den Kulturpreis zu geben, einstimmig gefasst. Ihm sei dies Recht gewesen. Winni Steinl habe nie eine Kunst der Selbstzufriedenheit gesucht. „Du hast da und dort schon auch einmal provoziert, um die Menschen zum Nachdenken zu zwingen oder zumindest anzuregen.“ Und weiter: „Du warst aber auch für eine Kultur, die genießbar ist, wenn sie auch manchmal bitter schmeckte.“ Kunst müsse akzeptiert werden, sei Steinls Leitlinie immer gewesen. Steinl habe auf die persönliche Darstellung seiner Schauspieler großen Wert gelegt. „Du hast immer versucht, das Optimale aus jedem Einzelnen herauszuholen“.

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