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Hilfsprojekt

Kubus sendet Signal der Menschlichkeit

Mit dem Erlös der Veranstaltung in Ursensollen zugunsten von Hayag wird auf den Philippinen das Haus für Mädchen ausgebaut.
Von Christina Röttenbacher

  • Aus blanker Existenznot heraus werden auf den Philippinen viele junge Mädchen in die Prostitution gezwungen. Das Amberger Hilfsprojekt Hayag tut etwas dagegen. Foto: Hayag
  • Ein Wirbelwind ist auch Maria Maschenka, Grande Dame des gepflegten Wahnsinns. Foto: hcr
  • Übergabe des Preises für die „sozialste Firma in der Oberpfalz“, die Firma, die das höchste Spendenaufkommen hatte; von links: Siegfried Kreuzer, Sven Hindl – seine Wechselszene Sport-Promotion hatte für einen erfolgreichen 11. Amberger Ultra-Lauf gesorgt – und Marianne Futterknecht, „Eurotherm“ Sulzbach-Rosenberg Foto: hcr

Ursensollen.Die herrlichen Strände der Philippinen: ein beliebtes Urlaubsziel. Verwöhnt und abgeschirmt in Resorts und Hotelanlagen, bleibt den Urlaubern die Schattenseite des Paradieses verborgen. Bittere Armut mit all ihren Folgen prägt den Inselstaat. Besonders Mädchen und junge Frauen stehen auf den Philippinen oft vor einem ungewissen Schicksal. Nicht selten endet es in Drogen und Prostitution. Viele Kinder sind Waisen, denen es an Bildung und Berufsmöglichkeiten fehlt und die sich mit körperlich schweren Hilfsarbeiten durchschlagen müssen.

Damit Mädchen und junge Frauen aus dem Teufelskreis von Armut und Prostitution ausbrechen können, hat sich in Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach vor elf Jahren das Hilfsprojekt „Hayag“ – „Licht“ – gegründet. Heute hat das Projekt mehr als 70 Mitglieder, die mit Beiträgen und Spenden den zwölf Mädchen im „Hayag-Haus“ auf den Philippinen das Schulgeld, Essen und Berufsausbildung finanzieren.

Das Haus wurde zerstört – Taifun und Tsunami. Für 100 000 Euro hat die Hilfsorganisation ein solides Haus kaufen können, in dem bis zu 35 Mädchen unterkommen. Mit dem Erlös der nunmehr zweiten Benefizveranstaltung „für eine bessere Welt“ zugunsten des Hilfsprojekts im Ursensollener Kulturzentrum „Kubus“ kann das neue Haus ausgebaut werden.

Viele Läufer helfen kräftig mit

Mehr als 200 „zahlenden“ Zuschauern wurde im Kubus ein Spektakel aus Musik, Kabarett und Einblicken in die Arbeit von Hayag geboten. Unverzichtbarer Bestandteil der Spendenaktion ist der 63 Kilometer lange Amberger Ultra-Lauf – AULA – geworden, mit mehr als 200 Teilnehmern und einem Gesamterlös von rund 4000 Euro.

„Wir haben noch nie so viel materielle Armut gesehen, aber auch noch nie in so viele glückliche, strahlende Augen und Gesichter geschaut wie bei dem Selbsthilfeprojekt für Mädchen im Haus Hayag auf den Philippinen, im Armenviertel von Cebu City.“ Diese Aussage trafen, umrahmt von Videos des Projekts, der Vorsitzende, Unternehmensberater Siegfried Kreuzer, die Journalistin und Eventmanagerin Melanie Vijoglavic und die Moderatorin des Abends und die Hayag-Schatzmeisterin, Sportlerin Silke Fersch, die im Mai gemeinsam das „Haus Hayag“ gemeinsam vor Ort besichtigt hatten.

Mit ihrer Darstellung des Projekts setzten sie ein Zeichen für Hilfsbereitschaft bei den vielen Zuschauern im Kubus. „Jeder Cent, den sie bezahlt haben, fließt zu 100 Prozent in das Kinderprojekt auf den Philippinen“, versicherte die Moderatorin, die mit viel Engagement durch den Abend führte.

Auch der unterhaltsame Teil der Benefizveranstaltung kam nicht zu kurz. Das Duo Siegi Luber und Bebbo Schuller sorgte von Beginn für gute Laune und stellten die neue, von Silke Fersch getextete „Hayag-Hymne“ vor. „An Tagen wie diesen, wünscht man sich mehr Menschlichkeit“ lautete der Refrain, den das Publikum mitsang.

Improvisationstalent Maschenka

Der Taifun traf nicht nur das Haus auf den Philippinen. Auch das Publikum bekam die Wucht des Sturms zu spüren. Als Wirbelwind fegte das Musik-Improvisationstalent Maria Maschenka, die „Grande Dame des gepflegten Wahnsinns“, über die Bühne. Das „Akustische Duett“ Thomas Donhauser und Wolfgang Ott entpuppte sich als überaus fähiges Cover-Duo beliebter, alter Rock- und Popsongs.

Zünftig und original oberpfälzisch begeisterte das beliebte Volksmusiktrio „Sebastian Daller und Bänd“ das Publikum. Alle traten unentgeltlich zugunsten des Hilfsprojekts auf.

Einen weiteren Höhepunkt hatte Moderatorin Silke Fersch im Ärmel: die Ehrung der sozialsten Firma in der Oberpfalz, der Firma, die das höchste Spendenaufkommen hatte. Als Sieger ging zum zweiten Mal „Eurotherm“ Sulzbach-Rosenberg mit „einigen tausend Euro“ hervor. Den Preis nahm die Geschäftsführerin von Eurotherm, Marianne Futterknecht entgegen. Sie darf ein Jahr lang den Titel „Sozialste Firma in der Oberpfalz“ tragen. „Ich wollte die gute Idee weiter tragen. Wir haben Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter angesprochen, die alle gespendet haben. Auf der Homepage haben wir einen eigenen Spendenlink eingerichtet. Ich bin so glücklich, dass wir alle gemeinsam helfen können“, berichtete die Firmenleiterin bewegt.

„Unseren Wohlstand bestreiten wir auf Kosten der armen Länder“, fasste Kreuzer beim Benefizabend zusammen. Doch schon mit geringen Mitteln sei es möglich, die Lebenschancen der Menschen zu verbessern. Jeder der Zuschauer im Kubus konnte also mit dem Gefühl nach Hause gehen, mit seinem Eintrittsgeld einen wichtigen Beitrag zur Hilfe geleistet zu haben.

Das ist Hayag

  • Geschichte

    Das Hilfsprojekt „Hayag“ wurde 2003 von Judith Pomm und Tanja Staudinger gegründet. Junge Frauen und Mädchen werden im Haus Hayag schulisch wie beruflich ausgebildet. Aus dem Projekt sind schon Lehrerinnen, Buchhalterinnen, eine Polizistin, eine Hochschulabsolventin und Hotelfachfrauen hervorgegangen. 2011 wurde das Projekt erweitert, um noch mehr Mädchen fördern zu können. Hinzu kamen ein kleines Hotel, ein Catering-Service und ein neues Projekthaus.

  • Gegenwart

    Derzeit sind elf Mädchen im Haus untergebracht. Das „alte“ Haus wurde vom letzten Taifun und dem Tsunami völlig zerstört. Für 100 000 Euro wurde ein massives Haus für 35 Mädchen gekauft. Seit sechs Monaten werden die Mädchen auch von einer Sozialpädagogin betreut. Der Amberger Ultra Lauf hat in diesem Jahr rund 4000 Euro an Spendengeldern eingebracht. Dem Hayag-Projekt hat sich erstmals der „Firmenlauf“ angeschlossen und mehr als 5000 Euro gesammelt. (hcr)

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