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Sport

Kümmersbruck hat einen Vizeweltmeister

Kegler Manuel Weiß war in Rumänien erfolgreich. Jetzt trug er sich ins Goldene Buch seiner Heimatgemeinde ein.
Von Klaus högl

Manuel Weiß (im Bild mit Frau Lisa und Töchterchen Lea) trug sich in Kümmersbruck ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Rechts Bürgermeister Roland Strehl Foto: Högl
Manuel Weiß (im Bild mit Frau Lisa und Töchterchen Lea) trug sich in Kümmersbruck ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Rechts Bürgermeister Roland Strehl Foto: Högl

Kümmersbruck.Mit seinem 27 Jahren hat Manuel Weiß bereits viel erreicht. Seit 1999 kegelt er aktiv, war bereits siebenmal bei Weltmeisterschaften dabei, und kam diesmal, geradezu sensationell, als Vizeweltmeister zurück. Für Bürgermeister Roland Strehl Anlass genug, ihn in einer Feierstunde zusammen mit Familie und Bekannten im Foyer des Rathauses gebührend zu ehren.

Natürlich durfte auch Mutter Sandra nicht fehlen. Sie holte sich einst den Titel Deutsche Meisterin im Kegeln. Weiß startet für den SKV Rot-Weiß Zerbst und da wissen die Freaks des Kegelns: Was der FC Bayern für den Fußball ist, ist der zwölfmalige Deutsche Meister aus Zerbst für den Kegelsport.

Manuel Weiß ist bereits mit vielen Titeln hoch dekoriert. Die Silbermedaille in der Einzelwertung der Weltmeisterschaften in Cluj (Rumänien) hat ihn endgültig in die Weltspitze katapultiert. Das ist erstaunlich. Schließlich ist der Systemelektroniker in der Welt des (Spitzen-)Kegelsports bislang reiner Amateur, während sich im Konkurrentenfeld durchwegs Semi- und Profis auf der Bahn tummeln.

Manuel Weiß schilderte bei der Ehrung im Rathaus, unter welchem Druck er gestanden sei, um unter die besten von insgesamt 64 Startern aus aller Welt zu kommen. Die Creme de la Creme des Kegelns war am Start. Weiß hatte nicht mehr als eine minimale Chance. Während die meisten Kegler der Weltspitze täglich trainieren, muss sich Weiß die Zeit zum Trainieren sozusagen stehlen. Die ersten 32 Starten kamen in die nächste Runde, Weiß war dabei. „Danach entscheidet sich vieles auf der mentalen Schiene“, sagte Weiß. Der Druck sei immens gewesen. Er hat den Polen Mikal Szulz niedergerungen (666:653), um ins Achtelfinale zu kommen. Hier besiegte er die Nummer 1 aus Österreich (633:604). Schließlich kam er sogar ins Halbfinale, um sich dort gegen den Tschechen Jan Bina durchzusetzen – die Überraschung war da schon perfekt. „Zum Schluss war das alles nur mehr reine Nervensache“, sagte Weiß.

Der Super-Star im Kegelsport, der Serbe Vilmos Zavarko, hatte im Finale mit 3,5:0,5 bei 695:627 dann das bessere Ende für sich. Manuel Weiß war damit Vizeweltmeister. „Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die Silbermedaille in Händen zu halten“, freute sich der Kümmersbrucker. Im Rathaus bekam er zu seiner Medaille einen Krug der Gemeinde, 100 Euro gab’s als Anerkennung obendrein. Der Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde macht ihn zu einem „ganz besonderen Bürger“.

Roland Strehl gratulierte „mit ganz großem Respekt“. Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass Weiß jetzt bei allen Wettkämpfen aufgrund des Riesenerfolges unter besonderer Beobachtung stehen werde. Mit einem Augenzwinkern gab ihm Strehl noch die Bitte mit auf den Weg, den Namen seines Heimatorts Kümmersbruck in die Welt hinauszutragen. Manuel Weiß kegelt seit 1999. Zunächst war er für FEB Amberg, Weiden, München und Victoria Bamberg aktiv, ehe es ihn zum SKV Rot-Weiß Zerbst verschlug. Er ist fünfmaliger Deutscher Einzel- und fünfmaliger Deutscher Mannschaftsmeister.

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