MyMz
Anzeige

Bildung

Lehrer hielten Krisensitzung

Im kommenden Schuljahr werden 1400 Lehrkräfte fehlen. Der Lehrerverband sieht die Maßnahmen des Ministeriums kritisch.

Albert Schindlbeck Foto: Söllner
Albert Schindlbeck Foto: Söllner

Amberg.Die neuesten Ankündigungen aus dem Kultusministerium waren der Grund für ein Treffen der Vertreter des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) der Region Amberg/Amberg-Sulzbach. Zu diesem kamen Stefanie Löffler (Kreisverband Sulzbach-Rosenberg), Albert Schindlbeck (KV Amberg-Stadt), Edith Ruppert-Groher (KV Vilseck) und Michaela Bergmann (KV Amberg-Land) zusammen.

Schon lange weist der BLLV daraufhin, dass der Lehrermangel an den bayerischen Grund- und Mittelschulen eklatant ist. Dies wurde seitens des Kultusministeriums immer relativiert, wie Albert Schindlbeck darstellte. Erst im September 2019 garantierte Minister Piazolo, dass vor jeder Klasse ein Lehrer stehen werde. Nun stellt sich die Situation für das kommende Schuljahr so ernst dar, dass am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien in einer Presseerklärung ein Paket von Maßnahmen veröffentlicht wurde, welches Abhilfe schaffen soll.

BLLV-Vertreter im Austausch

Dies veranlasste die BLLV-Vertreter, sich über die geplanten Maßnahmen auszutauschen und diese kritisch zu bewerten. Michaela Bergmann bedauerte, dass gerade die schon jetzt am stärksten belasteten Lehrergruppen mit der höchsten Stundenzahl und dem geringsten Gehalt nun die alleinige Last tragen sollen.

Edith Ruppert-Groher merkte an, dass besonders die Einschnitte bei der Antragsteilzeit und die sofortige Heraufsetzung der Altersgrenze des Ruhestandes auf 65 sehr schmerzen, da hier Kollegen am Ende eines fordernden Arbeitslebens betroffen sind, deren Lebensplanung auf den Kopf gestellt wird. Auch, dass keine weiteren „Sabbatjahre“ mehr genehmigt werden, ist bedauerlich, bemängelte Löffler .

Albert Schindlbeck stellte dar, dass der BLLV ein langfristiges Maßnahmenpaket empfiehlt, zu dem neben einem Ausbau der Studien- und Ausbildungsplätze die Flexibilisierung der Lehrerbildung zählt. Aber auch die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs sei sehr wichtig, damit diese Angebote auch wahrgenommen werden, wie Stefanie Löffler ergänzte.

Wirksamkeit nicht garantiert

Man war sich darüber einig, dass die Wirksamkeit dieser Maßnahmen auch kritisch gesehen werden muss, da durch die bloße Erhöhung der Arbeitszeit der Grundschullehrkräfte noch nicht garantiert werden kann, dass im Herbst wirklich für jede Klasse ein Lehrer zur Verfügung stehen wird. Derzeit geht man davon aus, dass für das kommende Schuljahr circa 1400 Vollzeitlehrkräfte im Bereich der Grund-, Mittel- und Förderschulen fehlen werden, erklärte Ruppert-Groher.

Insgesamt stimmten die Teilnehmer der-Vorsitzenden Simone Fleischmann zu, die bereits angemerkt hatte, dass viele der Maßnahmen die Belastungen von Lehrkräften erhöhen werden. Nun ist abzuwarten, wie die konkreten Vollzugsbestimmungen zu den geplanten Maßnahmen aussehen werden. An diesen wird derzeit im Ministerium gearbeitet. Dass der BLLV hier aber nicht einfach zustimmen wird, darüber war man sich einig.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht