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Region Amberg
Mittwoch, 26. September 2018 16° 1

Natur

LPV-Vorstand wiedergewählt

24 Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach sind Mitglied im Landschaftspflegeverband. Das Aufgabengebiet wächst stetig.

Oft agiert der LPV in Spannungsfeldern: Beispielsweise soll Biotop-Pflege kostengünstig, andererseits aber auch optimal sein. Foto: Willfurth/Archiv
Oft agiert der LPV in Spannungsfeldern: Beispielsweise soll Biotop-Pflege kostengünstig, andererseits aber auch optimal sein. Foto: Willfurth/Archiv

Amberg.Der Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach (LPV) geht seine Aufgaben zum Erhalt der Kulturlandschaft auch in Zukunft mit dem bewährten Vorstandsteam an. Sämtliche Vorstandsmitglieder stellten sich bei der turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Gasthof Ritter in Hahnbach für die nächsten vier Jahre wieder zur Verfügung.

Vorsitzender Landrat Richard Reisinger verabschiedete nach 18-jähriger Tätigkeit Edith Weiß als Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle vor hochkarätiger Runde mit lobenden Worten in den Ruhestand.

Der wiedergewählte Vorstand des Landschaftspflegeverbandes Amberg-Sulzbach. Foto: Iberer
Der wiedergewählte Vorstand des Landschaftspflegeverbandes Amberg-Sulzbach. Foto: Iberer

Geschäftsführer Diplom-Biologe Richard Lehmeier berichtete, dass 24 Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg Mitglied im LPV, einem eingetragenen Verein, sind und mit einem Jahresbeitrag von 45 Cent je Einwohner den Großteil der finanziellen Beiträge (rund 108 000 Euro) leisten. Das Verbandsgebiet umfasst 130 000 Hektar.

44 Maßnahmen im Jahr 2017

44 Pflegemaßnahmen, davon acht im Stadtgebiet Amberg, sind im Jahre 2017 mit einem Aufwand von 112 000 Euro abgewickelt worden. Die Fördermittelsituation stelle sich derzeit sehr gut dar. So können seit 1. Mai 2018 die LPV wie die Naturparke eine Verwaltungskostenpauschale erhalten. Damit sollen eine Verwaltungsstelle besetzt und der Aufgabenbereich erweitert werden. Der besondere Charakter der LPV spiegele sich in der Struktur der Vorstandschaft wider, hieß es: In dem gleichberechtigten Zusammenschluss von kommunalpolitischen Institutionen, Landwirtschaft und Naturschutzorganisationen werden die Gremien drittelparitätisch besetzt. Daher werden auch die weiteren Vorstandsmitglieder jeweils aus den Reihen dieser Gruppen gewählt.

Vorstand und Zuständigkeiten

  • Vorsitz: 1. Vorsitzender Landrat Richard Reisinger; Stellvertreter Peter Beer (Bereich Landwirtschaft) und Bernhard Moos (Bereich Naturschutz)

  • Beisitzer, Kommunalpolitik: Stadt Amberg OB Michael Cerny, Landkreis AS Bürgermeister Winfried Franz (Gemeinde Neukirchen)

  • Beisitzer, Amberg: Ulrich Kummer (Landwirtschaft, außerdem Schriftführer Maschinenring Amberg-Sulzbach)

  • Beisitzer Landkreis: Robert Pirner, Waldbesitzervereinigung Sulzbach-Rosenberg (Landwirtschaft)

  • Beisitzer Naturschutz: Rudolf Leitl (Stadt Amberg, außerdem Kassier und Botschafter bei der Metropolregion Nürnberg), sowie Karl Spindler (Landkreis Amberg-Sulzbach)

  • Fledermaushaus: in Hohenburg übernimmt künftig der Landesbund für Vogelschutz die Hauptbetreuung mit dem neuen Gebietsbetreuer Johannes Pirner.

Als größte, vom LPV im Jahre 2017 betreute Landschaftspflegemaßnahme, nannte Lehmeier das Naturdenkmal Baumbestand am Hindenburgplatz und die Umsetzung des Pflegekonzeptes Rammertshof in Amberg, Biotop-Pflege um Auerbach (Ohrenbach, Gottvaterberg und Kanonierfelsen), Fallmühlberg bei Weigendorf, Köferinger Heide und im Lauterachtal um Adertshausen. Dabei stünden solche Maßnahmen vielfach in Spannungsfeldern wie zum Einen dem Erhalt alter Bäume, zum Anderen der Verkehrssicherungspflicht und dem Sicherheitsempfinden der Bürger; oder den Flächen der Kommunen für Bienen und Insekten und dem Motto „sauber muss es ausschau’n“; der Bekämpfung von Neophyten wie Riesenbärenklau und dem Stoppen des Insektensterbens; oder aber auch der kostengünstigen Biotop-Pflege und der ökologisch optimalen Methode.

Mit Blumen wurde Edith Weiß in den Ruhestand verabschiedet.
Mit Blumen wurde Edith Weiß in den Ruhestand verabschiedet.

Laut Landrat Richard Reisinger werde die Gesellschaft in der Kompromissfähigkeit in der momentanen Situation gefordert. Der LPV habe auf Grundlage der landkreisbedeutsamen Tier- und Pflanzenarten auch für das Leitbild des Landkreises AS das Ziel eines LKR-Biotopverbundes eingebracht.

Gewässerpflege vom LPV

Peter Fröhlich vom Wasserwirtschaftsamt Weiden informierte zum Zukunftsprojekt Gewässerpflege an Gewässern Dritter Ordnung. Sie soll vom LPV organisiert werden. Als Umweltbeauftragter der Stadt Sulzbach-Rosenberg warb Peter Zahn bei den Bürgermeistern bei künftigen Planungen um eine Begrenzung der andauernden Flächeninanspruchnahme und damit das Ziel des LPV, die Landschaft zu erhalten und zu entwickeln, zu unterstützen. Diese Chance zum Einsatz für den Umweltschutz sollte genutzt werden.

Diplom-Biologin Barbara Ströll stellte die vom Landkreis und der Stadt Amberg getragene Öko-Modellregion Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg vor. Das Projektbüro ist beim LPV ansässig. 131 Biobauern (zirka acht Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe) mit zunehmender Tendenz, betreiben in der Region Ökolandbau.

Ebenso wachse das Bewusstsein für den Lebensraum und die Nachfrage nach Bioprodukten. Das Projekt habe das Ziel, die Wertschöpfungsketten für Bioprodukte auszubauen und damit den ländlichen Raum zu stärken. Rudolf Leitl, LPV-Gebietsbetreuer, stellte seine neuen Gebietsschwerpunkte vor. Er wird stärker in den nordwestlichen Landkreis hinein wirken und im Bereich der Vils tätig sein. (ajo)

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