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Luftmuseum: Neue Kunst zum Neustart

Gleich im Erdgeschoss trifft man auf Installationen von „Toer“. In der Hauskapelle sind Werke von Matthias Loebermann zu sehen.

Wouter Widdershoven hat die Ausstellung im Luftmuseum mit aufgebaut. Hier steht er neben der Arbeit „Highs and Lows“: Luft, die die Treppe hinaufsteigt.  Foto: Marcus Rebmann
Wouter Widdershoven hat die Ausstellung im Luftmuseum mit aufgebaut. Hier steht er neben der Arbeit „Highs and Lows“: Luft, die die Treppe hinaufsteigt. Foto: Marcus Rebmann Foto: Marcus Rebmann

Amberg.Auch wenn die neuen Sonderausstellungen im Luftmuseum ganz ohne Vernissage eröffnet wurden, so sind sie doch nicht weniger spektakulär: Überraschende, technisch präzise und künstlerisch hochinteressante Installationen des Duos „Toer“ aus Eindhoven begrüßen die Besucher im Erdgeschoss. Das schreibt die Stadt Amberg in einer Pressemitteilung.

Maschinen, die Wind erzeugen. Lichter, die vor Lärm erschaudern. Luft, die Musik erzeugt. Und als Klimax: Die Treppe, an deren Sprossen kleine, programmierte Propeller angebracht sind, die einen Luftballon zum Tanzen bringen – Luft, die die Treppe hinaufsteigt. So ist der Besucher in jedem Raum gefordert, sowohl in seiner Fantasie als auch in seiner Interaktion, schreibt die Stadt Amberg. Für das Luftmuseum seien Arbeiten entwickelt worden, bei denen die Bewegung durch die Luft im Fokus steht. „Catching Air“ lautet der Titel – die Künstler haben nicht Feuer, sondern Luft gefangen.

Eine der Arbeiten stehe sogar im Studio Toer in Eindhoven und sei per Live-Webcam über die Homepage des Luftmuseums zu verfolgen gewesen. Das Statement der Künstler: „The world keeps on breathing“ – das Atmen stehe derzeit schließlich unter gewaltigem Druck. Mit einfachen Campingutensilien hätten Toer ein Setup geschaffen, das die aktuelle Situation des Planeten widerspiegele. Die Installation sei online gewesen, als die Ausstellung noch nicht besucht werden konnte – Luftkunst für zuhause. Mit der Eröffnung der Ausstellung sei die Liveübertragung aus Eindhoven eingestellt worden, so die Stadt.

Viel schwerer erscheinen da die Bilder in der gotischen Hauskapelle des Luftmuseums. Der Maler und Architekt Matthias Loebermann aus Nürnberg arbeitet mit „Eisengrund“, einer Dispersionsfarbe aus metallischen Pigmenten. Korrosions-Schleier stehen im Vordergrund der Arbeiten „Aus dem Tagebuch eines Wolkensammlers“, die in der Ausstellung mit dem Titel „Songs of Sky“ gezeigt werden.

Zunächst wirken die Malereien abstrakt, der Stil ruft außergewöhnliche Dramatik hervor, schreibt die Stadt. Loebermann verteile die schweren Elemente so geschickt über Papier, bis ihr Fluss zum Stillstand kommt, und erzeuge dadurch eine Leichtigkeit, die den Blick des Betrachters fessle. Schicht auf Schicht baue und verwasche er Wolkenlandschaften. Das Ergebnis sei verblüffend: Es scheine, als hätte Loebermann mit der Plattenkamera Wolkenwirbel eingefangen und fixiert.

Die Künstler

  • Matthias Loebermann:

    Er studierte an der AdBK Stuttgart 1984 Architektur und Malerei. Seit 1996 ist er selbstständig als Architekt. Loebermanns neues Buch erscheint im Juni im Büro Wilhelm Verlag.

  • Das Museum:

    Das Luftmuseum ist seit 19. Mai wieder geöffnet.

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