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Region Amberg
Donnerstag, 19. April 2018 24° 1

Lokalpolitik

Mehr Projekte gemeinsam anpacken

Die CSU-Fraktionen aus Kümmersbruck und Amberg sehen viele Ansatzpunkte für eine verstärkte Zusammenarbeit.

Ein durchgängiger Radweg von Köfering nach Amberg ist der große Wunsch der Kümmersbrucker. Symbolfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

Kümmersbruck. Zu einem regen Meinungsaustausch, der sich schnell zu einem Strategiegespräch entwickelte, begrüßte CSU-Fraktionssprecher Markus Graf die Mitglieder der beiden CSU-Fraktionen aus Kümmersbruck und Amberg im Kümmersbrucker Rathaus. Dieter Mußemann, der Amberger Fraktionschef, brachte es so auf den Punkt: „Wir wollen künftig noch mehr als Allianz auftreten, um einerseits die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu fördern und andererseits die Lebensbedingungen aller Bürger weiter zu verbessern.“

Zum Auftakt führte der Kümmersbrucker Bürgermeister Roland Strehl, begleitet von den CSU-Gemeinderäten und den stellvertretenden Bürgermeistern Birgit Singer-Grimm und Hubert Blödt, sowie MdL und Gemeinderat Dr. Harald Schwartz, die Amberger Delegation durch das runde „rote“ Rathaus und erläuterte die laufenden Projekte.

Gemeinsamer Wirtschaftsraum

Oberbürgermeister Michael Cerny, der ergänzend zu den CSU-Stadträten auch 2. Bürgermeister und Bezirksrat Martin Preuß im Schlepptau hatte, erläuterte, Amberg und Kümmersbruck hätten schon heute viele Berührungspunkte; als Beispiel nannte er den Abwasserzweckverband mit der gemeinsamen Großkläranlage auf Kümmersbrucker Gemeindegebiet in Theuern.

Cerny forderte auf, den Faden einer intensiven Zusammenarbeit mit allen Umlandgemeinden weiterzuspinnen, um mit einem starken Netzwerk einen gemeinsamen Wirtschaftsraum zu entwickeln. Ambergs 2. Bürgermeister Martin Preuß stellte heraus, dass die fast 10 000 Kümmersbrucker Bürger aus Sicht der Kaufkraft sowie eines attraktiven und florierenden Stadtlebens ein bedeutender Schatz für Amberg seien. Der langjährige Kümmersbrucker Gemeinderat Alois Schwanzl hob für seine Gemeinde die Bedeutung Ambergs als Schulstadt heraus.

Raum zukunftssicher gestalten

Die CSU-Fraktionen aus Kümmersbruck und Amberg kamen zum Gespräch in Kümmersbruck zusammen. Foto: Christian Schafbauer

Um den prosperierenden Großraum Amberg-Kümmersbruck zukunftssicher zu gestalten, wollen beide Fraktionen bei einigen Schwerpunktthemen noch mehr an einem Strang ziehen. Ganz oben auf der gemeinsam erarbeiteten Liste stehen die Erschließung von Sondernutzungs- und Gewerbegebieten an den Rändern der beiden Gemeinden, die Weiterführung der AS 27, die aber eine erfolgreiche Verhandlung mit der Deutschen Bahn voraussetzt, die Überplanung des ehemaligen Amberger Bauhofes auf Kümmersbrucker Gemeindegebiet oder eine bessere Anbindung des ÖPNV von Köfering nach Amberg.

Ganz konkret soll der Lückenschluss im Fahrradweg von Amberg nach Köfering, entlang des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses realisiert werden. Ebenso wünschenswert sei ein Radweg parallel zur AS 27 nach Gärmersdorf, wofür aber vorher geklärt werden müsse, ob die Bahnlinie nach Schwandorf künftig ein- oder zweigleisig verläuft. Markus Graf plädierte dafür, den überfälligen Fuß- und Radweg nach Gärmersdorf vor der Brücke entlang der B 85 zum Krumbach und durch den Trog unterhalb der B 85 zu trassieren.

Kümmersbrucker sind gern in Amberg

Bürgermeister Roland Strehl stellte heraus, dass Gemeindebürger von Kümmersbruck gerne in Amberg unterwegs seien, sei es zum Einkaufen, wegen des ansprechenden Kulturprogramms oder einfach nur zum Vergnügen. Er räumte die Möglichkeit ein, dass Kümmersbruck vom Vorkaufsrecht für den bisherigen Sportplatz der Leopoldkaserne Gebrauch machen könnte, um eine gemeinsame Entwicklung voranzutreiben.

Die beiden Fraktionen waren sich einig, keine weiteren Ansiedlungen von Konkurrenzmärkten für die Innenstadt am Stadtrand zu favorisieren. Eine Nahversorgung in der Fläche sei aber notwendig, zum Beispiel am Bundeswehrkrankenhaus. Die Innenstadtentwicklung komme vor der Außenstadtentwicklung.

Als gemeinsame Aufgabe bezeichnete Bürgermeister Strehl das Grundstück „früherer Platzergarten“ an der Staatsstraße 2165. Hier wäre eine Bebauung mit der Stadtbau denkbar. Ferner verwies er auf die zweite Erweiterung des Gewerbegebietes in Theuern, wofür die Gemeinde rund neun Millionen Euro ausgebe. Wegen der nahen Ebermannsdorfer Bebauung werde man aber eine maximale Bebauungshöhe beachten.

Drängende Probleme

  • Radweg

    Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl appellierte, den Radweg von Köfering nach Amberg zu schließen. Das Stück zwischen Gemeindegrenze und Kreisel beim Bundeswehrkrankenhaus fehlt. Problem hierbei ist laut Aussage der Stadt die Grundstücksfrage.

  • Citybus

    Ein weiteres Problem ist für den Kümmersbrucker Ortsteil Köfering die fehlende Citybuslinie nach Amberg. Dieter Mußemann, Fraktionssprecher der CSU im Amberger Stadtrat, sagte bei diesem Thema die Unterstützung zu, da Amberg die Köferinger in der Stadt haben wolle.

Südtangente fallenlassen

Roland Strehl äußerte sich auch zur Westumgehung und führte aus, dass nach dem Wegfall der Vilsspange und bei einer Verkehrseinsparung in der Ortsdurchfahrt von nur 30 Prozent bei einem Eigenanteil der Gemeinde von sechs bis zehn Millionen Euro viele Bürger diese Straße sehr kritisch sehen würden und mehrheitlich eine Durchführung in Sonderbaulast abgelehnt haben. Die Gemeinde werde verschiedene Maßnahmen ergreifen, um den Verkehr flüssiger zu machen und die Bürger vor Lärm zu schützen.

Er meinte auch, dass die immer noch projektierte Südtangente quer durch Kümmersbruck wenig Sinn mache und fallen sollte. Das Baugebiet auf dieser Trasse wäre sehr interessant. OB Cerny sagte, dass Amberg diese Maßnahme nicht favorisieren wolle. Weitere Themen waren der drohende Ärztemangel und die zahlreichen Leerstände in der Innenstadt.

Die Fraktionsvorsitzenden Graf und Mußemann vereinbarten, regelmäßig gemeinsame Fraktionssitzungen anzuberaumen, um die interkommunale Kooperation zwischen Amberg und Kümmersbruck weiter auszubauen.

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