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Bildung

Minister kommt als Gratulant

Die Amberger Berufsschule wird 100, die FOS/BOS feiert den 50. Geburtstag. Piazolo hebt die Bedeutung des Handwerks hervor.
Von Gerd Spies

Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (links) bei der Jubiläumsfeier am Beruflichen Schulzentrum in Amberg Foto: Gerd Spies
Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (links) bei der Jubiläumsfeier am Beruflichen Schulzentrum in Amberg Foto: Gerd Spies

Amberg.Die Mitglieder der Staatsregierung gaben sich in dieser Woche in Amberg die Klinke in die Hand: am Dienstag Innenminister Joachim Herrmann (CSU), am Mittwoch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und am Donnerstag Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (Freie Wähler). „Mit etwas Timing hätte man in Amberg fast eine Kabinettssitzung abhalten können“, lautete auch der humorvolle Kommentar von Oberbürgermeister Michael Cerny.

Piazolo besuchte Amberg aber nicht aus Wahlkampfgründen, sondern wegen eines Jubiläums, einem doppelten Schuljubiläum. Die Berufsschule in Amberg wird 100 Jahre alt, die FOS/BOS 50 Jahre.

„Mit der Berufsschule, der FOS/BOS und der Technikerschule symbolisieren wir in Amberg die ganze Vielfalt an berufsbildenden Schulen“, erklärte Martin Wurdack, der Schulleiter, bei der Begrüßung. „Das Tor für den beruflichen Weg aufstoßen“, das sei die große Aufgabe dieser Bildungseinrichtung. Ambergs Oberbürgermeister Michael Cerny zeigte einen kurzen geschichtlichen Abriss des Schulzentrums auf. Bereits 1833 hatte man in Amberg die Basis für eine berufliche Bildung gelegt, als die dreiklassige „Landwirtschafts- und Gewerbeschule“ gegründet wurde.

Stadtratsbeschluss von 1920

Am 7. Januar 1920 beschloss dann der Amberger Stadtrat, eine selbstständige Berufsfortbildung zu schaffen. Nach der Zeit des Nationalsozialismus wurde unter dem Schulleiter Dr. Friedrich Arnold die Schule in drei Abteilungen, die kaufmännische, die gewerbliche und die hauswirtschaftliche, umgestaltet. Durch Ausgliederung der Handelsschule entstand 1969 die heutige Wirtschaftsschule, die 1983 ihre heutige Heimat, das Gebäude der früheren Pestalozzischule, bezog.

1970 beschloss die Bayerische Staatsregierung, für den neuen Schultyp „Fachoberschule“ 50 Standorte in Bayern zu schaffen. Auch Amberg erhielt den Zuschlag, zählt somit zu den 50 Gründungsfachoberschulen. Zu Beginn des Schuljahres 1975/76 bezog die Schule ihr neues Domizil an der Raigeringer Straße. 1990 startete die Schule den damaligen Modellversuch „dreijährige Berufsoberschule“, der eine fachgebundene beziehungsweise allgemeine Hochschulreife als Abschluss vorsieht. „Die FOS/BOS ist zu einem Erfolgsmodell in unserem mehrgliedrigen bayerischen Schulsystem geworden“, konstatierte auch Cerny. 1379 Schülerinnen und Schüler besuchen im Schuljahr 2019/20 das Berufliche Schulzentrum (BSZ) in Amberg.

Bayerns Kultusminister Piazolo würdigte die Leistung dieser Einrichtung. „Hier findet eine praktizierte Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft statt“, erklärte er. Ein Schlüssel für den Erfolg dieser Schulart sei die Gleichwertigkeit von schulischer und beruflicher Ausbildung. Piazolo bekannte sich auch zur Bedeutung des handwerklichen Berufs: „Ich bin kein Freund der Forderung ,alle brauchen Abitur‘ sondern ein Freund des Meisterberufs.“ Piazolo bedauerte auch, dass es das Studium zum Diplom-Ingenieur nicht mehr gebe.

Gedenkstein gesetzt

Die Vermittlung von drei Kompetenzen hält Piazolo bei der schulischen Ausbildung für sehr wichtig: die Fachkompetenz, die Lernkompetenz sowie die Sozial- und Selbstkompetenz. Durch die immer schneller werdende Geschwindigkeit der Wissensvermehrung sei es wichtig, sich selbständig Wissen anzueignen. Besonders in der heutigen Zeit müssten in der Schule auch Werte vermittelt werden. „Halten Sie die Werte hoch“, appellierte er an die Lehrkräfte. Nach Abschluss der Feierlichkeiten setzten der Kultusminister gemeinsam mit Schulleiter Martin Wurdack, MdL Dr. Harald Schwartz und OB Cerny vor dem Eingang einen Gedenkstein in das Pflaster, der an das Schuljubiläum erinnern soll.

Die FOS/BOS:

  • FOS:

    Voraussetzung ist der Mittlere Schulabschluss mit einem Notendurchschnitt von 3,5 in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Es gibt vier Ausbildungsrichtungen: Sozialwesen, Wirtschaft und Verwaltung, Technik, Gesundheit.

  • BOS:

    Hier ist neben einem Mittleren Schulabschluss auch eine berufliche Vorbildung Voraussetzung.

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