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Neujahrsempfang

Ministerin beim CSU-Empfang

Die Amberger CSU hatte bei ihrem traditionellen Neujahrsempfang ein ganz neues Gesicht aus München zu Gast.
Von Gerd Spies

Judith Gerlach sprach beim CSU-Neujahrsempfang über die Digitalisierungsoffensive in Bayern. Foto: Gerd Spies
Judith Gerlach sprach beim CSU-Neujahrsempfang über die Digitalisierungsoffensive in Bayern. Foto: Gerd Spies

Amberg.Traditionell „schmückt“ sich die örtliche CSU beim Neujahrsempfang mit hoher politischer Prominenz aus der Münchner Parteizentrale – so auch in diesem Jahr. War es 2019 Monika Hohlmeier, Europa-Abgeordnete und Tochter des ehemaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß, die damals auf den Europa-Wahlkampf einstimmte, bekam jetzt die Amberger CSU ein ganz neues Gesicht zu sehen. Mit MdL Judith Gerlach, der ersten Digitalministerin in Deutschland, machte die neue „Frauen-Power“ der Bayerischen Staatsregierung ihre Aufwartung.

Rund einhundert Parteimitglieder, darunter die gesamte 40-köpfige Kandidaten-Liste der CSU für den Amberger Stadtrat, hieß Michaele Frauendorfer im Foyer des ACC willkommen. Die Kreisvorsitzende ging bei ihrer Begrüßung natürlich auch auf den aktuellen Wahlkampf in Amberg ein. Voraussichtlich acht Listen, so Frauendorfer, werden um den Einzug in den Amberger Stadtrat kämpfen. Dadurch sei eine Zersplitterung vorhersehbar. Sollte die CSU, wie schon in der gegenwärtigen Stadtratsperiode, keine Mehrheit erreichen, müsse sie sich wieder auf die Suche nach einem verlässlichen Partner machen.

Keine einfachen Partner

Sowohl die SPD mit Birgit Fruth an der Spitze als auch die Grünen seien aber für die Bildung einer Koalition keine einfachen Partner. „Parteien oder Gruppierungen, die mehrheitlich mit sich selbst beschäftigt sind, sind da eher ein schwieriger Partner“, erklärte Frauendorfer in Anspielung auf die Auseinandersetzung der SPD-Chefin mit Brigitte Netta. Auch die Politik der Grünen im Stadtrat kritisierte Frauendorfer. „Immer geht es bei Ihnen um Verbote und Beschränkungen.“

Bei Themen, die die Entwicklung der Stadt betreffen, nehme die CSU gerne auch Ideen der IG Menschengerechte Stadt oder der IG Berg auf. „Allerdings kann nicht erwartet werden, dass wir sofort jedem nach dem Mund reden, nur weil plötzlich eine Stimmung verbreitet wird. Zu oft macht sich Empörungskultur breit, mit Stimmungen und Schwarzmalerei wird gearbeitet,“ erklärte Frauendorfer.

Zur Person

  • Werdegang:

    Aus Würzburg stammt die heute 34-jährige Mutter von zwei Kindern. Nach ihrem Jura-Studium arbeitete sie als selbstständige Rechtsanwältin in Aschaffenburg.

  • Politische Positionen:

    Als jüngste Abgeordnete ist 2013 Judith Gerlach in den Landtag eingezogen, zuständig für Soziales und Familie. 2018 berief sie Markus Söder zur Staatsministerin für Digitales.

„Kompetent, jung und weiblich!“ So wird die neue Staatsministerin für Digitalisierung im bayerischen Kabinett beschrieben. 2018 hat Ministerpräsident Markus Söder die Würzburgerin berufen. „Ich war von heute auf morgen die Chefin eines Ministeriums, das es bis dahin noch gar nicht gab“, sagte sie. Damit wurde die 34-jährige Mutter von zwei Kindern die erste Ministerin in Deutschland mit diesem neuen Aufgabenbereich. „Wir befinden uns in einem digitalen Wandel. Wir müssen uns in Bayern nichts vormachen, dass wir schon am Ziel sind“, erklärte Gerlach. Die digitale Transformation könne nur gelingen, wenn sich auch die Geisteshaltung ändere. Das Thema polarisiere in der Bevölkerung. „Es gibt apokalyptische Befürchtungen beim Thema Digitalisierung“, sagte sie.

Für Infrastruktur offen sein

Die Gesellschaft müsse außerdem für eine entsprechende Infrastruktur offen sein. „Ohne Mobilfunkmast ist auch kein Mobilfunk möglich“, betonte sie. Daher sei die Teilhabe der Bevölkerung an diesem Prozess sehr wichtig. „Alle müssen sich mitgenommen fühlen. Mein persönlicher Wunsch ist daher eine „Digitale Volkshochschule“ für Jung und Alt!“

Viel sei noch in den verschiedenen Bereichen zu tun. So müssten die Schulen fit gemacht werden für die Digitalisierung, ebenso die Verwaltung in den Kommunen und beim Staat. Allein hierfür habe die Regierung zehn Millionen Euro bereitgestellt. Am Geld scheitere aus Sicht der Ministerin die Digitalisierung nicht, es gehe um das „Machen“.

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