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Initiative

Mit gutem Gewissen genießen

Regionale und saisonale Produkte zu essen ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Die Gäste im Kloster Ensdorf waren begeistert.
Von Hans Babl

Saisonal-regional und klimafreundlich speisten die Gäste im lauschigen Klosterinnenhof. Foto: Hans Babl
Saisonal-regional und klimafreundlich speisten die Gäste im lauschigen Klosterinnenhof. Foto: Hans Babl

Ensdorf.Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre gab es heuer zum vierten Mal das regional-saisonale Klima-Dinner der Umweltstation Kloster Ensdorf. Wer zum Klima etwas sagt, meint heutzutage oft Treibhauseffekt, CO2-Bilanz, Klimaneutralität und Nachhaltigkeit. Das ist auch beim Klimadinner nicht anders.

Bei einem genussvollen Abend – mit kulinarischen Köstlichkeiten, guter Musik der Band Rooty Blue und nebenbei Informationen rund um das Thema Klimaschutz und nachhaltige Ernährung – entstand eine Melange von Faszination Wissen und Sterneküche. „Klima- und umweltbewusst Essen und Trinken und höchster Genuss schließen sich keinesfalls aus“, war der Tenor der Gäste im idyllischen Innenhof des Klosters.

Saisonal statt unter Glas

Die Band Rooty Blue sorgte für angenehme Begleitmusik. Foto: Hans Babl
Die Band Rooty Blue sorgte für angenehme Begleitmusik. Foto: Hans Babl

„Bio statt konventionell: Der Ökolandbau stößt rund ein Fünftel weniger Kohlendioxid und Methan aus als die konventionelle Landwirtschaft“, erklärte Biologin und Kräuterpädagogin Melanie Hahn, die Leiterin der Umweltstation Kloster Ensdorf. Sie hatte die schmackhaften regionalen und saisonalen Gerichte für das Klimadinner kreiert, die Klosterküche hatte das Menü zubereitet.

„Flugware ist der schlimmste Klimakiller überhaupt. Der Kauf regionaler Produkte stützt dagegen die Kreislaufwirtschaft in der Heimatregion“, machte Melanie Hahn weiter deutlich. Saisonal geerntetes Obst und Gemüse belaste das Klima weit weniger als Pflanzenkost, die außerhalb der Saison im beheizten Treibhaus wachse. Und Frischgemüse belaste das Klima produktionsbedingt dreimal weniger als Gemüse aus der Gefriertruhe.

Wos Seiß hint nouche: Mohn-Parfait mit Blaubeersoße und schokokolierten Minzeblättern Foto: Hans Babl
Wos Seiß hint nouche: Mohn-Parfait mit Blaubeersoße und schokokolierten Minzeblättern Foto: Hans Babl

Zum Stichwort „Rohkost statt Fertigpizza“ machte Melanie Hahn deutlich: „Je höher ein Lebensmittel verarbeitet ist, desto klimaschädlicher ist seine Herstellung.“ Und auch „wer weniger Fleisch und Wurst isst, schont das Klima. Rindfleisch ist dreimal klimaschädlicher als Schwein und Geflügel“, erklärte die Biologin den Gästen, die im lauschigen Ambiente des beleuchteten Klosterinnenhofs speisten.

Hawe d’Ehre: Käseauswahl mit selbst gemachtem Mirabellensenf, Birne und Wildkräuter-Emmer-Focaccia sowie Fenchel-Pfeffer-Salami Foto: Hans Babl
Hawe d’Ehre: Käseauswahl mit selbst gemachtem Mirabellensenf, Birne und Wildkräuter-Emmer-Focaccia sowie Fenchel-Pfeffer-Salami Foto: Hans Babl

Die Köstlichkeiten waren ein Genuss: „Zum Okumma“ wurde den Besuchern ein Sommerbeeren-Spritz aus Erdbeeren und Heidelbeeren, hauseigener Minze und Sekt gereicht. Ein Brennnesselsüppchen mit einem Knusperstangerl eröffnete das Menü. Dazu konnten die Gäste wählen zwischen verschiedenen Mineralwässern, Citro-Limonade und Streuobst-Apfelsaft, Bio-Bieren und -Weinen oder Bio-Kaffee-Spezialitäten aus dem Klostercafé.

Vegetarische Variante: Blüten-Einkorn-Risotto mit gebratenen Kräutersaiblingen in Kürbispanade statt des Hähnchens Foto: Hans Babl
Vegetarische Variante: Blüten-Einkorn-Risotto mit gebratenen Kräutersaiblingen in Kürbispanade statt des Hähnchens Foto: Hans Babl

Nach dem Hauptgang konnten die Gäste bei einem Spaziergang die Wolken des Himmels betrachten, die sich langsam von der Dämmerung in die Nacht wandelten, sie konnten den neu angelegten Kräutergarten besichtigen oder sich im Kreuzgang die Beine vertreten, wo noch Werke von Ensdorfer Künstlern ausgestellt waren.

Auf Fleisch verzichten

Eitz wos Gscheids: Blüten-Einkorn-Risotto mit Mangold und Bruderhähnchen Foto: Hans Babl
Eitz wos Gscheids: Blüten-Einkorn-Risotto mit Mangold und Bruderhähnchen Foto: Hans Babl

Melanie Hahn hatte im Gespräch mit den Besuchern aber noch weitere Anregungen: Für den Umweltschutz gebe es nichts Effektiveres als weniger Tierprodukte zu konsumieren. Wie Hahn sagte, verbrauchen Fleisch- und Milchprodukte 83 Prozent des Ackerlandes, decken aber nur 15 Prozent des menschlichen Kalorienbedarfs. Wenn sich jeder vegan ernähren würde, würde eine Ackerfläche so groß wie die USA, China, die EU und Australien frei, erläuterte sie. Verdrängte Wildarten hätten wieder mehr Lebensraum, 60 Prozent der Treibhausgase aus der Landwirtschaft könnten vermieden werden. „Fleischverzicht ist umweltfreundlicher als Verzicht auf Auto oder Flugzeug“, zitierte sie aus einer Studie der Universität Oxford.

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