mz_logo

Region Amberg
Montag, 23. April 2018 21° 8

Advent

Musik, Spiel und Gedanken berühren tief

Beim „Adventlichen Singen“ ließen sich die vielen Zuhörer in Amberg von Volksmusikgruppen gern aufs Fest einstimmen.
Von Rolf-Dieter Reichert

Die Kinder der Freudenberger Bauernbühne erzählten in ihrem Spiel ein bisschen anders von der Geburt Jesu. Foto: Reichert

Amberg.Schon zum 37. Mal hieß es im Amberger Stadttheater: „Af Weihnachtn zou“. Bürgermeister Martin J. Preuß durfte die Zuschauer im voll besetzten Stadttheater – die Karten waren schon Wochen zuvor ausverkauft – in Vertretung von OB Michael Cerny begrüßen und natürlich galt sein Gruß vor allem auch den vielen Akteuren auf und hinter der Bühne.

Den Auftakt der stimmungsvollen Veranstaltung übernahm die Gruppe „4er Blech“ unter der Leitung von Sophia Hofmann mit dem Rondeau aus „Sinfonie de fanfares“ von Jean-Joseph Mouret. Das Ensemble intonierte zudem „Leise, leise“ sowie „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber und kündete auch an „Da Engl is kumma“, eine traditionelle Volkweise, bearbeitet von Sophia Hofmann.

Besinnliche Texte gelesen

Zwei- und dreistimmig sangen die Stauber Moidln mit Rita Butz an der Zither Mundartlieder. Foto: Reichert

Reinhold Escherl steuerte wieder besondere Texte bei. So trug er von Robert Dirz „Löiwe Leit… aaf d’Welt kumma is…“ vor – wie von ihm gewohnt sehr gekonnt und im besten Oberpfälzer Dialekt. Nachdenklich machte er auch mit dem Text von Reinhard Kaiser „Houch üwa Amberg mehr Freindschaft gem“, auch „Steigst dann d’Staffln… wöis kummt“ von Anna-Elisabeth Gleißner war ein besonderer Beitrag. Mit dem Text von Anneliese Bachert „Du betrachst as Gnadenbild “ stimmte er weiter auf das Fest ein.

Zu den Mitwirkenden gehörten auch die Birgländer Sängerinnen unter der Leitung von Lisa Broza, begleitet von Petra Deyerl und Herbert Broza. Sie trugen die traditionelle Volksweise „Sing’ma im Advent“ vor, im Verlauf des Abends sangen sie noch „Kaan hom die Eng’l“, und mit „Lasst uns das Kindelein wiegen“, einer traditionellen Volksweise, beendeten sie schließlich auch das Bühnenprogramm.

Ganz andere Klänge kamen von der etwas „schrägen“ Gruppe Boxgalopp unter David Saam: Zu hören war der „Erdbeerwalzer“ von D. Saam, später „In der dunklen Jahreszeit“ – auch dieses Stück hatte er bearbeitet – und das Stück „Auf einem Weidenblättchen“ von Tadeus Kwiecinski. Ebenso steuerte Boxgalopp den „Seelenwalzer“ von Joakim Berg bei.

Mehr Impressionen vom Amberger Adventssingen finden Sie in unserer Bilderstrecke!

37. Amberger Adventssingen

Männerstimmen und Harfenklang

Sieben Sänger umfasst das Ensemble PicChorolo unter der Leitung von Franz Hanauska. „Gott hat alles recht gemacht“, eine Volksweise aus Kastelruth, ließen sie erklingen, außerdem „Advent ist ein Leuchten“, „Es hat sich halt eröffnet das himmlische Tor“, eine Volksweise aus Schwaben (Satz Fred Schecher) sowie „Auf, auf, auf und machet euch bereit“.

Martina Engelhard an der Harfe präsentierte sanfte Klänge mit „Spinn-spinn-Spinnerin Spinnradl“, im Satz von B. Höller. Allerdings wurde bedauert, dass die Harfenistin so in der Mitte der Bühne und zwischen anderen Akteuren platziert war, dass man ihr gekonntes Harfenspiel nur hören konnte. Aber auch ohne Sicht auf die Spielerin war es ein Genuss. Das galt auch bei ihren Beiträgen „A stade Weis“, dem „Menuett aus Arbersbach“ (Satz B. Höller) sowie „Die schöne Weis“ von Karl Ritzler und Tobi Reiser.

Der Kammerchor der Dr.-Johanna-Decker-Schulen Amberg Foto: Reichert

Die „Stauber Moidln“ mit Zither-Begleitung von Rita Butz gaben „S’Gebot is ausganga“, bearbeitet ebenfalls von Rita Butz, zu Gehör. Ferner stimmten sie noch „S’Loicht is da“ (Peter Cerny) und „O du mei Simmerl“ an.

Ein Höhepunkt des Adventlichen Singens war der Kammerchor der Dr.-Johanna-Decker-Schulen Amberg unter der Leitung von Franz Hanauska. Die jungen Damen intonierten die Volksweise „Maria durch ein Dornwald ging“ im Satz von Franz Hanauska. Ebenso eindrucksvoll erklangen „Singen wir im Schein der Kerzen“ (Text und Musik von Lorenz Meierhofer) sowie „Wieder naht der heilige Stern“ (Text und Musik von Lorenz Meierhofer).

Junge Theaterspieler begeistern

Eine tolle Darbietung zeigten die Hirtenkinder der Freudenberger Bauernbühne: Ein älterer Engel soll zwei jungen Nachwuchsengeln die Christus-Geschichte erklären, die vor so langer Zeit geschah, dass er sich kaum noch daran erinnern konnte. In bewegten Bildern erklärten dann die Kinder der Bauernbühne mit einigen Abänderungen die Geschichte von der Geburt Jesu, wie sie sich auch zugetragen haben könnte. Die Hauptpersonen waren natürlich Maria und Josef mit den Hirten. Alle Mädchen und Buben haben sehr schön gespielt – und alle Zuschauer im vollbesetzten Stadttheater haben gesehen und gespürt, dass es auch den Kindern viel Freude gemacht hat.

Mitwirkende

  • Gesangsgruppen

    Die Birgländer Sängerinnen Lisa Broza (Leitung), Petra Delert-Wanitschek und Sandra Maderer wurden begleitet von Petra Deyerl (Gitarre) und Herbert Broza (Akkordeon). Sie brachten weihnachtliche Volksweisen in Mundart dar. Die Stauber Moidln, Michaela und Theresia Stauber aus Atzmannsricht, mit Rita Butz an der Zither bereicherten das Adventssingen im Stadttheater ebenfalls mit stimmungsvollem Mundartgesang und feiner Stubenmusik.

  • Instrumentales

    Rein instrumentale Beiträge beim Amberger Adventssingen brachten 4er Blech und die Gruppe Boxgalopp zu Gehör.

  • Chöre

    Fester Bestandteil des Adventssingens ist feierliche Chormusik, die vom Kammerchor der Dr.-Johanna-Decker-Schulen unter der Leitung von Franz Hanauska dargeboten wurde. Hanauska leitete auch das achtköpfige Ensemble „PicChorolo“ mit Sängern aus Amberg und Kümmersbruck.

  • Sprecher

    Reinhold Escherl von der Freudenberger Bauernbühne hat wieder den textlichen Part beim Adventssingen übernommen. Er stand nach langer Krankheit wieder auf der Bühne und trug zwischen den Musikstücken besinnliche Texte und Gedanken vor. (arr)

Zum Abschluss des 37. Amberger Adventssingen gaben die Zuschauer im Stadttheater gemeinsam das Lied „Es wird scho glei dumpa“ zum Besten. Der Abend hat bei allen sichtlich tiefe Eindrücke hinterlassen. Konzipiert hat das Adventliche Singen Kreisheimatpflegerin Martha Pruy, die Bühnendekoration haben die Schülerinnen und Schüler der Dreifaltigkeits-Mittelschule in Amberg entworfen.

Gesungen wurde am dritten Adventwochenende auch auf dem Amberger Marktplatz: Zahlreiche Bürger haben sich in einen großen Gemeinschaftschor eingereiht.

Mehr aus Amberg und Umgebung finden Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht