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Musik

Musikalisches Feuerwerk der Schüler

Die Adventskonzerte des Max-Reger-Gymnasiums in Amberg haben mit ihrer großen Bandbreite das Publikum begeistert.

Die jungen Musikerinnen und Musiker haben in den beiden Weihnachtskonzerten gezeigt, was sie können.
Die jungen Musikerinnen und Musiker haben in den beiden Weihnachtskonzerten gezeigt, was sie können.

Amberg.Der Unterstufenchor unter der Leitung von Ulrike Straub eröffnete traditionellerweise die Adventskonzerte des Max-Reger-Gymnasiums Amberg mit engagiert vorgetragenen, sauber intonierten Adventsliedern, die von Wolfgang Herrneder gekonnt am Klavier begleitet wurden. Ob Liebeslied, Friedenslied oder Adventslied – mit Feuereifer waren die jüngsten Sänger dabei und trugen ihre Lieder auswendig vor. Liebevoll und gekonnt geleitet wurden sie von Ulrike Straub, die sich jedes Jahr kleine Gags überlegt. Heuer waren es Nikolausmützen und eine glimmende Kerze für jedes Kind, die den abgedunkelten Zuschauersaal stimmungsvoll erleuchteten.

Susanne Merkl, Simon Kemeter und Elizaveta Kulka aus den Klassen 5 bis 7 zeigten an Geige und Harfe, dass auch sie schon Auftrittserfahrung vor dem zahlreich erschienenen Publikum sammeln wollen. Hervorragend auch die Solobeiträge der älteren Schüler: Franz Schottenheim bestach nicht nur mit seiner Einsicht in den Charakter und die Struktur des Concertos in a-Moll von Jean Batiste Accolay, sondern auch mit seiner sauberen Intonation und Klangschönheit.

Talentierte junge Musiker

Susanne Hiltl an der Flöte interpretierte mit beeindruckender Souveränität und musikalischer Tiefe Otar Taktakishvilis Allegro cantabile, begleitet von Doris Schwager im anspruchsvollen Klavierpart. Herausragend die Umsetzung der pfiffigen, witzigen Passagen im Dialog mit dem Klavier, gefolgt von schnellen und äußerst virtuosen Sechzehntelläufen in z. T. äußerst exponierten Lagen.

Aber auch die beiden Pianistinnen des Abends verdienen Erwähnung: Christina Bader spielte mit einfühlsamer Sensibilität und einem feinen Ohr für musikalische Linien Chopins Valse op. 64 No 2; Caprice Krämer wagte sich an Leonard Cohens Halleluja in einem recht opulenten Arrangement von Kyle Landry.

Ein Novum – das Vogelhorntrio: Vom Klang her wohl mit einem Alphorn zu vergleichen, ließen die von Robert Vogel gebauten Holzblasinstrumente in ungewohnten Formen das Publikum aufhören und zogen es mit den Stücken „Am Dorfrand“ und „Bim Wägchrüz“ in ihren Bann.

Auch die Streicher überzeugten. Fotos: Andreas Brückmann
Auch die Streicher überzeugten. Fotos: Andreas Brückmann

Bewährte Ensembles, wie das Sax Reger Ensemble (Leitung: Elke Beer), das mit Billy Joels „Just the way you are“ und „Jingle Bells“ in einem fröhlich swingenden Arrangement von James Lord Pierpoint glänzte, wechselten sich mit neu zusammengestellten Ensembles, wie dem „Nachwuchs“-Blechbläserensemble ab. Dies zeigte mit Jean Joseph Mourets Rondeau und „We wish you a merry christmas“ schon eine beeindruckende Intonationssicherheit, Tonkultur und musikalische Präsenz. Wunderschön Paganinis Serenata Nr. 2 für zwei Violinen und Gitarre, dargeboten von Theresa, Konstanze und Andreas Frauendorfer.

Die Schulstreicher verzauberten mit einem „Dream of Christmas“ von Albert William Kettelby, bevor sich unter der Leitung von Ulrike Straub die beiden jungen Ensembles Unterstufenchor und Schulstreicher zu dem abschließenden „Last Christmas“ in einem Arrangement der Dirigentin vereinten, das den ersten Konzertabend mit der sichtbaren Freude der Aufführenden und dem verdienten Beifall des Publikums beschloss.

Mit den weihnachtlichen Fanfarenklängen der Trompeten begann der zweite Konzertabend am Mittwoch im Kongregationssaal mit der Ouverture aus der Wassermusik Händels. Nachdem Direktor Wolters die Besucher und viele Ehrengäste begrüßt hatte, begann Lukas Schöpf an der Königin der Instrumente, der Orgel, das Programm. Überlegt, mit klarer Artikulation und sauberem Spiel interpretierte er Mendelssohns Andante alla marcia.

Eigene Arrangements

  • Komposition:

    Was tun, wenn ein Musikkurs miteinander musizieren will, aber das durch die vielen verschiedensten Instrumente schlecht möglich ist? Sophie Rüth nahm das in die Hand und arrangierte, probte und dirigierte selbst. Das Additumsensemble der Q12 zauberte lyrische Klänge in den Saal und überzeugte durch geschmeidiges Spiel mit klarer Melodielinienführung und hoher Intonationssicherheit.

  • Trommelquartett:

    Auch ein Werk des Trompetenquartetts unter der Leitung von Thomas Prechtl stammt aus Rüths Feder: Eric Esenwalds „Only in sleep“ – im Sommerkonzert vom Chor gesungen – hat sie so fasziniert, dass sie es für die Blechbläser umarrangierte. Die Trompeter zeigten in den „Lyrical Liaisons“ von Mike Walton eine bemerkenswerte Bandbreite vom samtweichen bis zum lauten, brillanten Ton.

Das Orchester wartete gleich mit drei verschiedenen Werken auf. Zuerst erklang Schuberts Ouverture im italienischen Stil. Mit Vivaldis Allegro aus dem Concerto g-Moll für zwei Violoncelli stand ein anspruchsvolles Werk der Barockzeit auf dem Programm. Virtuos die beiden Solistinnen, Theresa Urban am Violoncello und Doris Schwager am Baritonsaxophon, die den zweiten Cellopart übernahm. Überraschend, wie gut sich die beiden Instrumente vom Ton her mischten, hervorragend, wie sensibel die beiden Solistinnen aufeinander reagierten und miteinander agierten. Ihre Parts forderten sowohl bei den melodischen Linien wie auch bei den perlenden Läufen eine ausgefeilte Spieltechnik, die die Solistinnen beeindruckend in Partnerschaft mit dem Orchester meisterten, das mit agilem intonationssicherem Spiel den würdigen Gegenpart stellte.

Ronja Rosemann und Laura Peter waren die Solistinnen bei Bachs Vivace aus dem Konzert d-Moll für zwei Violinen. Sie zeigten ihre große technische Sicherheit, gepaart mit einem sicheren Gefühl für musikalische Linien und das bei wahrlich schnellem Tempo!

Zwei Sätze aus Corellis Concerto grosso g-Moll waren vom MRG Streichquartett zu hören, das durch technische Reife, sicheres aufeinander abgestimmtes Spiel und dynamische Bandbreite überzeugte. Schwungvoll und mit vielen Tempowechseln brachten die Landler von Herbert Pixner, gespielt von Annalena Lex an der Steirischen Harmonika, sensibel begleitet von Gitarre und Kontrabass ganz andere Farbe ins Spiel. Auch das sauber intonierende und eingespielte Tangotrio unter der Leitung von Ulrike Straub zeigte mit Canaros Corazon de Oro, dass einem ein ruhiger Walzer unter die Haut gehen kann.

MRG-Chor bildete den Schluss

Das Saxophontrio interpretierte Bach goes to sea von Paul Taylor. Als Solist an der Gitarre präsentierte Andreas Frauendorfer Albeniz Werk „Asturias“ aus der Suite espagnola. Den Abschluss des Abends bildete der Auftritt des MRG-Chores unter der Leitung von Michaela Treese. 70 junge Sängerinnen und Sänger gaben zuerst dem Namensgeber der Schule die Ehre: Max Regers „O Jesulein süß“ überzeugte durch klare Sprache, große dynamischer Bandbreite und lange Melodiebögen. Ubi caritas von Ola Gjeilo, ein modernes Werk, verlangte Gegensätzliches: Unbedingte Einheit der Frauenstimmen beim choralartigen einstimmigen leisen Anfang bis zu breit gefächerten Akkorden beim vielstimmigen lauten Höhepunkt, Vielschichtigkeit in Dynamik, Taktart und Rhythmik.

Das Vokalensemble des Chores, bestehend aus Q11 und Q12, übte einen Song des modernen a-capella-Ensembles Pentatonix ein. „That’s Christmas to Me“ sollte es sein, und die rhythmischen Feinheiten, die perkussiven Elemente und Textausdeutungen setzten sie mit so ansteckender Freude um, dass das Publikum begeistert war.

Zusammen mit einigen Streichern setzte der Chor mit Glow von Eric Whitacre den Schlusspunkt des Programms. Nach den Dankesworten von Direktor Wolters ertönte der ganze Kongregationssaal: Publikum, Chor, Bläser und Orgel beschlossen den Abend mit „Macht hoch die Tür“.

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