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Konzert

Musiktage fanden hörenswerten Schluss

Pianist Stephan Rahn bestach durch weiche Tongebung und virtuose Leichtigkeit.

Pianist Stephan Rahn wurde allen Erwartungen gerecht. Foto: hcr

AMBERG. Musik der Frühklassik und der Romantik ist keine Sekunde langweilig, wie der international renommierte Pianist Stephan Rahn beim Abschlusskonzert der seit Jahren im Kulturprogramm der Stadt Amberg fest etablierten Musikreihe „Sommerliche Musiktage Amberg“ unter Beweis stellte. Im stimmungsvollen Lesesaal der Provinzialbibliothek bestach der junge Pianist aus Speyer durch weiche Tongebung und virtuose Leichtigkeit, vermittelte er den Charakter gefälliger Hofmusik und belohnte die Zuhörer mit seinem feinen, anrührend intimen und stellenweise explosiven Musiziervergnügen.

Dazu hatte er ein Programm eher tragischer, früh verstorbener Figuren der Musikliteratur zusammengestellt. Wolfgang Amadeus Mozart, Robert Schumann, Frederic Chopin und Franz Schubert. Nicht dass der Pianist darum auch ein tragisches Konzert daraus gemacht hätte. Transparent, virtuos und spielerisch leicht stellte sich Rahn der pianistisch wohl anspruchsvollsten Mozart-Sonate, der Klaviersonate in D-Dur (KV 576). In scheinbar leichtem Ton versprühte Rahn Unbekümmertheit statt in Pathos abzugleiten, gelangen ihm sensible Steigerungen von Klangfarbe und Stimmung.

Ebenso gekonnt und einfühlsam arbeitete Rahn das nuanciert introvertierte Wesen der C-Dur Fantasie, die „Arabeske“ von Robert Schumann heraus und bewahrte bei aller Leichtigkeit das musikalische Gewicht aus kantigem Charakter und zarter Arabeske. Schumanns Weg hin zum Lied, zum Kunstlied machte der Pianist mit dem „Blumenstück“ op. 19 in Des-Dur deutlich. Stand bislang das Gefällige, die Leichtigkeit im Vordergrund des Konzerts schlug Rahn mit der f-moll Fantasie von Frederic Chopin eine ganz andere, dynamische Klangfarbe an. Mit starkem Ausdruck bewältigte der Pianist die verblüffenden Tonartwechsel des Stückes, die so ganz gegen die herkömmlichen Regeln der Tonlehre zu verstoßen scheinen.

Mit Spannung wurde nach der Pause die Sonate in A-Dur von Franz Schubert erwartet. Sie sollte als Maßstab des pianistischen Könnens herhalten – und Rahn wurde den Erwartungen gerecht. Begeisterter Applaus belohnte den Künstler, der sich mit einer Nocturne von Chopin als Zugabe von den Zuhörern verabschiedete. (hcr)

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