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Amberg

Natur, Kultur und Kunst

Eine mehr als 30-köpfige Wandergruppe des Oberpfälzer Waldvereins, Zweigverein Amberg, erkundete das Hausener Tal.
Von Josef Schmaußer

An der Dorfkapelle in Flügelsbuch überraschte Bernd Gottschalk die Wandergruppe mit Glühwein und vorweihnachtlichem Gebäck. Foto: Josef Schmaußer
An der Dorfkapelle in Flügelsbuch überraschte Bernd Gottschalk die Wandergruppe mit Glühwein und vorweihnachtlichem Gebäck. Foto: Josef Schmaußer

Hausen. Trotz des etwas diesigen Wetters beeindruckte vor kurzem eine Wanderung von Hausen über Flügelsbuch nach Heimhof, welche der Oberpfälzer Waldverein, Zweigverein Amberg, organisiert hatte. Auch sechs Gastwanderer waren gekommen und ergänzten die über 30-köpige Gruppe.

Geführt wurden die Gäste von Josef Schmaußer, Heimatpfleger der Gemeinde Ursensollen. Er konnte der Gruppe manch' neue Erkenntnisse über seine nähere Heimat vermitteln.

Anna und Bernd Gottschalk hatten wieder die Route ausgesucht. Wie immer wurde mit dem Linienbus angereist, auch ein Umweltaspekt, welcher der rührigen Wandergruppe wichtig ist. Bei der ehemaligen Taverne „Hauswirt“ hat man einen schönen Blick auf das Kirchenensemble von Hausen. Der Pfarrhof von 1905 wurde in den letzten beiden Jahren renoviert und ist nun seit Herbst wieder das Domizil von Pfarrer Klaus Birnthaler.

Der Heimatpfleger zeigte eine interessante Postkarte aus dem Jahre 1918. Die Ansicht zeigt zwei Kirchen, die romanische Vorgängerkirche, abgerissen im Jahre 1919, und die im Kriegsjahr 1914 fertig gestellte neubarocke Kirche St. Georg. Interessant ist im Inneren das Fresko im Langhaus, das Soldaten in der Uniform des 1. Weltkrieges mit der weiß-blauen Fahne Bayerns zeigt. Die Einrichtung stammt zum großen Teil aus der romanischen Vorgängerkirche.

Kunstwanderstation vorgestellt

Josef Schmaußer stellte auch die Hausener Kunstwanderstation „Werde-Gang“ bei der Kirche vor. Die Künstlerin Hanna Regina Uber hat das Objekt für den Kunstwanderweg des Naturparkes Hirschwald erstellt. Das Kunstwerk erinnert an die jahrhundertelange Wallfahrertradition und an die Symbiose von Natur, Kultur und Kunst im Naturpark Hirschwald.

Nun ging es bergauf in Richtung Aicha. Vom Waldrand aus hat man einen schönen Blick in Richtung der Wallfahrtskirche St. Josef in Zant. Auf der westlichen Seite des Waldes bei Aicha erkennt man den Taleinschnitt der Lauterach und die Bergrücken mit dem Schauerstein, welche schon im Truppenübungsplatz Hohenfels liegen. Bald ist „Vögeleinsbuch“, heute Flügelsbuch, erreicht. An der Dorfkapelle überraschte Bernd Gottschalk die Wandergruppe mit Glühwein und vorweihnachtlichem Gebäck.

Durch das „Zentralholz“ erreicht man einen herrlichen Aussichtspunkt oberhalb des mäandrierenden Hausener Baches. Der Name des Waldes erinnert an die ehemalige Münchner Zentralbank, welche nach der Zertrümmerung des großen Heimhofer Besitzes im Jahre 1855 einige Waldgrundstücke erworben hatte. Die vielen Hecken und kleinräumigen Fluren deuten auf ein Vogelparadies hin.

Faszinierende Aussicht

Immer wieder faszinierte der Blick auf eine der am besten erhaltenen Burganlagen in Bayern, die Burg Heimhof. Sie liegt auf einem ins Tal vorspringenden Felssporn und wurde 1118 als Lehen des Klosters Kastl erstmals urkundlich erwähnt. Der mittelalterliche Hochbau, das sogenannte „Feste Haus“ macht die Burg auch über die engere Heimat hinaus interessant. Zwischen 1588 und 1617 ließ der kurfürstliche Geheimrat Dr. Michael von Loefen einen Renaissancetrakt, das sogen. „Neue Schloss“ errichten. Sehr bedauert wurde von der Gruppe, dass dieses wertvolle Kulturgut der Öffentlichkeit verschlossen bleibt.

Eine Einkehr im Gasthof Kopf in Heimhof rundete die gelungene Wanderung mit vielen Natur-, geschichtlichen und kulturellen Eindrücken ab.

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