mz_logo

Region Amberg
Montag, 18. Juni 2018 22° 3

Aktion

Naturpark hautnah erleben

Der Amberger Marktplatz war Schauplatz eines bunten und interessanten Programms zum Thema Naturpark Hirschwald.
Von Gerd Spies

Viele Einblicke in den Naturpark „vor der Haustür“, den Hirschwald, gab es an den zahlreichen Ständen auf dem Amberger Marktplatz beim Naturparktag. Foto: Gerd Spies
Viele Einblicke in den Naturpark „vor der Haustür“, den Hirschwald, gab es an den zahlreichen Ständen auf dem Amberger Marktplatz beim Naturparktag. Foto: Gerd Spies

Amberg.Böllerschüsse und Blasmusik vom geschichtsträchtigen Balkon des Amberger Rathauses zu Ehren des „grünen Herzens der Oberpfalz“: Die Amberger Stadtwache und die Knappschaftskapelle durften am Sonntag pünktlich um 13 Uhr lautstark offiziell den zweiten Naturparktag Hirschwald eröffnen.

„Wir wollen in Erinnerung bringen, welches Juwel wir mit dem Naturpark Hirschwald haben!“ So begründete Oberbürgermeister Michael Cerny diesen Aktionstag mit seinen zahlreichen Ständen auf dem Amberger Marktplatz. Mit ihm waren beim Startschuss des Aktionstags auf dem Rathaus-Balkon auch mehrere Bürgermeister von den Kommunen des Naturparks im Süden des Amberg-Sulzbacher Landes, unter anderem Ensdorfs Bürgermeister Markus Dollacker, zugleich 1. Vorsitzender des Naturparks Hirschwalds e. V.; Hans Kummert, Bürgermeister des Markts Hahnbach, vertrat den Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger.

Besonderes Ambiente

Der Kreisverband der Imker informierte auch die jungen Besucher. Foto: Gerd Spies
Der Kreisverband der Imker informierte auch die jungen Besucher. Foto: Gerd Spies

Zum zweiten Mal nach der Premiere 2016 in Ursensollen präsentierten wieder zahlreiche Aussteller die gesamte Bandbreite an Aktivitäten in der Naturpark-Region der Öffentlichkeit. Die positive Resonanz der erfolgreichen Premiere war der Anlass, den Aktionstag nun im regelmäßigen Turnus von zwei Jahren durchzuführen. Und zwar immer in einer anderen der neun Naturpark-Kommunen – das sind Ensdorf, Schmidmühlen, Rieden, Kümmersbruck, Ebermannsdorf, Ursensollen, Hohenburg, Kastl und die Stadt Amberg, die dieses Mal der Gastgeber war. Der Marktplatz bot natürlich ein hervorragendes Ambiente für die Veranstaltung. Auftakt war bereits am Vormittag in der Basilika St. Martin ein feierlicher Gottesdienst.

Isabel Lautenschlager, die Geschäftsführerin des Naturpark Hirschwald e. V., hatte das Zepter des Aktionstages in der Hand. „Wir wollen nicht nur den Touristen, sondern vor allem den Einheimischen den Naturpark näher bringen“, ist ihr großes Anliegen, das sie besonders auch mit diesem Angebot verband. Von der Beteiligung der verschiedenen Organisationen, Vereine, Verbände und vieler weiterer Menschen war die Naturpark-Chefin überwältigt, wie sie bekannte.

Willi Schmid und seine Frau Birgit Rieger sanieren das Torhaus Hirschwald. Foto: Gerd Spies
Willi Schmid und seine Frau Birgit Rieger sanieren das Torhaus Hirschwald. Foto: Gerd Spies

An 32 Ständen boten Direktvermarkter, Landwirte, Handwerker, Bauernverband, Ökomodellregion, ZEN Ensdorf und viele andere mehr vielfältige Einblicke. Natürlich gab es auch Köstlichkeiten aus der Region, denn den Naturpark Hirschwald kann man bekanntlich mit allen Sinnen genießen: Erst kürzlich war der Naturpark als „Genussort Bayern“ ausgezeichnet worden. Die Oberpfälzer Spezialität Dotsch durfte da nicht fehlen. Und Feines aus Wild gehört sowieso zu den beliebten Spezialitäten des Naturparks. Die Flaniermeile musste sogar auf die Bahnhofstraße und die Georgenstraße ausgedehnt werden, da der Marktplatz nicht ausreichte.

Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands kochten auf. Foto: Gerd Spies
Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands kochten auf. Foto: Gerd Spies

Zwölf Jahre ist es jetzt her, seit die Region mit dem Hirschwald als Herzen das Zertifikat „Naturpark“ erhielt. Viele Schätze – ob Natur, Geschichte oder Kultur – bietet diese Naturlandschaft, die sich prima zu Fuß oder auf dem Rad erkunden lässt. Viele Legenden und Geschichten ranken sich um diesen riesigen Forst. Bis in die Altsteinzeit reichen die Spuren menschlicher Besiedlung zurück. Viele Burgen und Ruinen erinnern an die Ritter des Mittelalters.

Schönheit der Natur vor der Tür

Am Info-Stand des Zentrums für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit wurde gezeigt, wie man aus Erlenzapfen und gelber Filzwolle Bienen bastelt. Foto: Gerd Spies
Am Info-Stand des Zentrums für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit wurde gezeigt, wie man aus Erlenzapfen und gelber Filzwolle Bienen bastelt. Foto: Gerd Spies

Einst war der Hirschwald das Jagdrevier der Kurfürsten vor den Toren der Stadt. Der Name Hirschwald kommt dabei nicht von ungefähr: Bis heute ist der „König der Wälder“, der Rothirsch, hier zu Hause. Aus dieser Zeit stammt zum Beispiel auch das Torhaus Hirschwald, eine Vierseit-Anlage mit Jagdschlössl, das derzeit von dem in Haselmühl gebürtigen Architekten Willi Schmid denkmalgerecht saniert wird.

„Es ist schöner bei uns, als viele denken!“ Die Worte des stellvertretenden Landrats Hans Kummert bei der Eröffnung wurden durch die vielen Informationen und Aktionen rund um den Naturpark Hirschwald mehr als bestätigt. Um die Schönheit der Natur zu erleben, muss keine lange Reise geplant werden: Wir haben sie vor unserer Haustür.

Weitere Eindrücke von der Veranstaltung lesen Sie hier:

Naturpark hautnah erleben

  • Informationen:

    Der Kreisverband der Imker bot nicht nur verschiedene Honigsorten. Für die „Kleinen“ war natürlich die Bienenkönigin, gezeigt vom Vorsitzenden Johann Müllner, mit ihrem Volk in einer Wabe im Schaukasten besonders interessant.

  • Aktionen:

    Am Info-Stand des ZEN, des Zentrums für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit: Melanie Hahn, Leiterin der Umweltstation im Kloster Ensdorf, zeigt den beiden Schwestern Jullika (9) und Klara (11), wie man aus Erlenzapfen und gelber Filzwolle Bienen bastelt.

  • Planungen:

    Willi Schmid und seine Frau Birgit Rieger sanieren das Torhaus Hirschwald, eine Vierseitanlage mit Jagdschlösschen, die Kurfürst Friedrich II um 1530 errichten ließ. Das Gebäude soll einen Gastronomiebetrieb und mehrere Gästezimmer beherbergen.

  • Kochkunst:

    Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands kochten auf! Es gab frisch gebackenen Dotsch aus Kartoffelteig, eine Spezialität in der „Kartoffel-Pfalz“. Brigitte Trummer (rechts), die Kreisbäuerin, erklärte, wie der Dotsch-Teig in Butterschmalz herausgebacken wird. (age)

Weitere Nachrichten aus der Region Amberg lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht